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Montag, 2. Februar 2009
Hablamos espagnol!
am Montag, 2. Februar 2009, 19:15 im Topic 'Mittelamerika'
Holà, da bin ich wieder. Gestern Abend hat das Internet nicht funktioniert, und unter anderem deshalb habe ich mich dazu entschieden, noch einen Tag Mexico-Stadt dran zu haengen und erst morgen frueh nach Oaxaca, ca. 6 Busstunden von Mexico-Stadt entfernt, in den Suedwesten zu fahren.
In den letzten zwei Tagen habe ich mein strammes Programm weiter durchgezogen und glaube nun, dass ich, wenn ich wieder in Deutschland bin, erst mal Urlaub brauche... Am Samstag habe ich zwei Museen besichtigt: Das Museo de Caricaturas und das Museo del Arte Moderno. Beide sehr interessant, wenna auch voellig unterschiedlich: Das Karikaturen-Museum ist ganz klein und in einem alten Haeuschen untergebracht, in dessen Innenhof Kuenstler Comics verkaufen. Das sieht so aus:

Die Geschichte der mexikanischen Karikatur war mit der mexikanischen Geschichte seit Beginn des 19. Jahrhunderts verknuepft, und das war sehr interessant und anschaulich. Leider bemerke ich auch hier wieder das Phaenomen, dass ich einfach viel zu wenig Hintergrundwissen besitze und viel viel mehr wissen moechte. Da muss ich unbedingt dran arbeiten, wenn ich auch im Muesum nicht die Chance dazu hatte: Alle Erklaerungen waren auf Spanisch und da laesst meine Aufmerksamkeit immer ziemlich schnell nach. Das Muesum fuer Moderne Kunst hingegen ist in einem sehr modernen Bau untergebracht, Erklaerungen gab es auch auf Englisch und drei der fuenf eher kleinen, aber feinen Ausstellungen haben mir sehr gut gefallen: Eine ueber die moderne mexikanische Malerei (vor allem Portraits, Selbstportraits und Landschaften), eine Fotografie-Ausstellungen ueber den Mensch und das Tier und eine Ausstellung ueber Olympia '68 in Mexico-Stadt und die Oeffentlichkeitskampagne, die hierzu gestartet wurde. Knatschbunt, kurios, und echt mal was anderes.
Ausserdem bin ich den Paseo de Reforma entlang spaziert, eine lange Strasse, an der die modernsten Hochhaeusder der Stadt stehen, sowie eine Engelsstatue auf einer Saeule, die dem grossen Stern in Berlin verdaechtig aehnlich sieht. Ziemlich fusslahm habe ich mich dann in ein Viertel namens Zona Rosa geschleppt, wo ich gluecklicherweise einen Kaffee und einen Keks finden konnte. Das Viertel hat einige der bunten kolonialen Haeuser, die ich so gerne mag, und von denen ich in einigen Staedten bestimmt noch mehr sehen werde:

Am Sonntag bin ich mit Uli aus Potsdam, die bei mir im Zimmer schlaeft, ins Castillo de Chapultepec gefahren, das auf einem Huegel in einem riesigen Park liegt. Dort hat u. a. mal ein Habsburger aus Oesterreich gewohnt, aber viel mehr hab ich mir nicht behalten, weil es auch hier wieder keine englischen Erklaerungen gab. Es war aber trotzdem ganz nett, man konnte durch die Raeume schlendern und einen schoenen Blick auf die Stadt geniessen. Anschliessend haben wir uns in den Park gesetzt und den Rummel um uns angeschaut. Sonntags scheinen die Mexikaner mit Sack und Packn und der gesamten Grossfamilie ins 'Gruene' zu ziehen, und wir waren mittendrin. Schoen, da es nicht so touristisch war und wir einfach nur gucken und staunen konnten. Uli wollte dann noch ins Museum fuer Moderne Kunst, waehrend ich mich auf die Suche nach dem tollen Torten-Laden gemacht habe - leider vergeblich :-( Obwohl Mexiko so katholisch ist, sind hier naemlich auch Sonntags fast alle Laeden geoeffnet.
Abends habe ich dann noch eine Meisterleistung vollbracht. Ich sass auf der Dachterasse, gemeinsam mit den beiden Argentinierinnen aus meinem Zimmer, einem weiteren Argentinier und einem Kartenspiel, und habe es tatsaechlich geschafft, den dreien auf Spanisch die Spielregeln von 'Uno' zu erklaeren. Stolz! Ueberhaupt habe ich es nach den ersten Tagen aufgegeben, mich auf Englischdurchzuwurschteln, und spreche jetzt meistens Spanisch. Am Anfang war das echt schwer, weil ich noch viele fiese kleine hebraeische Woerter im Kopf hatte, aber mittlerweile klappt es. Und besonders Julietta, die Argentinierin, die nur wenig Englisch spricht, beweist eine Engelsgeduld, mir beim Fruehstueck und beim Abendessen mehr Woerter beizubringen. Das macht riesig Spass, und in dieser Hinsicht hat sich die Reise schon gelohnt.
Noch etwas ist erstaunlich: Mexico-Stadt ist ganz anders, als ich es mir vorgstellt hatte. Der Smog ist nicht so stark wie man das immer hoert (ich habe keine Probleme beim Atmen und habe bisher nur zwei Leute mit Atemschutzmasken gesehen, und hin und wieder kann man sogar die Berge erkennen), der Verkehr nicht so chaotisch (ok, ich bin ja Israel gewoehnt) und da, wo ich bisher war, war es auch nicht schmutziger als sonst ueberall. Kurz: Die Stadt ist echt nicht so ein Moloch, wie man sich immer denkt. Naja, aber dafuer ist ja das Reisen gut: Toedlich fuer alle Vorurteile.
In den letzten zwei Tagen habe ich mein strammes Programm weiter durchgezogen und glaube nun, dass ich, wenn ich wieder in Deutschland bin, erst mal Urlaub brauche... Am Samstag habe ich zwei Museen besichtigt: Das Museo de Caricaturas und das Museo del Arte Moderno. Beide sehr interessant, wenna auch voellig unterschiedlich: Das Karikaturen-Museum ist ganz klein und in einem alten Haeuschen untergebracht, in dessen Innenhof Kuenstler Comics verkaufen. Das sieht so aus:

Die Geschichte der mexikanischen Karikatur war mit der mexikanischen Geschichte seit Beginn des 19. Jahrhunderts verknuepft, und das war sehr interessant und anschaulich. Leider bemerke ich auch hier wieder das Phaenomen, dass ich einfach viel zu wenig Hintergrundwissen besitze und viel viel mehr wissen moechte. Da muss ich unbedingt dran arbeiten, wenn ich auch im Muesum nicht die Chance dazu hatte: Alle Erklaerungen waren auf Spanisch und da laesst meine Aufmerksamkeit immer ziemlich schnell nach. Das Muesum fuer Moderne Kunst hingegen ist in einem sehr modernen Bau untergebracht, Erklaerungen gab es auch auf Englisch und drei der fuenf eher kleinen, aber feinen Ausstellungen haben mir sehr gut gefallen: Eine ueber die moderne mexikanische Malerei (vor allem Portraits, Selbstportraits und Landschaften), eine Fotografie-Ausstellungen ueber den Mensch und das Tier und eine Ausstellung ueber Olympia '68 in Mexico-Stadt und die Oeffentlichkeitskampagne, die hierzu gestartet wurde. Knatschbunt, kurios, und echt mal was anderes.
Ausserdem bin ich den Paseo de Reforma entlang spaziert, eine lange Strasse, an der die modernsten Hochhaeusder der Stadt stehen, sowie eine Engelsstatue auf einer Saeule, die dem grossen Stern in Berlin verdaechtig aehnlich sieht. Ziemlich fusslahm habe ich mich dann in ein Viertel namens Zona Rosa geschleppt, wo ich gluecklicherweise einen Kaffee und einen Keks finden konnte. Das Viertel hat einige der bunten kolonialen Haeuser, die ich so gerne mag, und von denen ich in einigen Staedten bestimmt noch mehr sehen werde:

Am Sonntag bin ich mit Uli aus Potsdam, die bei mir im Zimmer schlaeft, ins Castillo de Chapultepec gefahren, das auf einem Huegel in einem riesigen Park liegt. Dort hat u. a. mal ein Habsburger aus Oesterreich gewohnt, aber viel mehr hab ich mir nicht behalten, weil es auch hier wieder keine englischen Erklaerungen gab. Es war aber trotzdem ganz nett, man konnte durch die Raeume schlendern und einen schoenen Blick auf die Stadt geniessen. Anschliessend haben wir uns in den Park gesetzt und den Rummel um uns angeschaut. Sonntags scheinen die Mexikaner mit Sack und Packn und der gesamten Grossfamilie ins 'Gruene' zu ziehen, und wir waren mittendrin. Schoen, da es nicht so touristisch war und wir einfach nur gucken und staunen konnten. Uli wollte dann noch ins Museum fuer Moderne Kunst, waehrend ich mich auf die Suche nach dem tollen Torten-Laden gemacht habe - leider vergeblich :-( Obwohl Mexiko so katholisch ist, sind hier naemlich auch Sonntags fast alle Laeden geoeffnet.
Abends habe ich dann noch eine Meisterleistung vollbracht. Ich sass auf der Dachterasse, gemeinsam mit den beiden Argentinierinnen aus meinem Zimmer, einem weiteren Argentinier und einem Kartenspiel, und habe es tatsaechlich geschafft, den dreien auf Spanisch die Spielregeln von 'Uno' zu erklaeren. Stolz! Ueberhaupt habe ich es nach den ersten Tagen aufgegeben, mich auf Englischdurchzuwurschteln, und spreche jetzt meistens Spanisch. Am Anfang war das echt schwer, weil ich noch viele fiese kleine hebraeische Woerter im Kopf hatte, aber mittlerweile klappt es. Und besonders Julietta, die Argentinierin, die nur wenig Englisch spricht, beweist eine Engelsgeduld, mir beim Fruehstueck und beim Abendessen mehr Woerter beizubringen. Das macht riesig Spass, und in dieser Hinsicht hat sich die Reise schon gelohnt.
Noch etwas ist erstaunlich: Mexico-Stadt ist ganz anders, als ich es mir vorgstellt hatte. Der Smog ist nicht so stark wie man das immer hoert (ich habe keine Probleme beim Atmen und habe bisher nur zwei Leute mit Atemschutzmasken gesehen, und hin und wieder kann man sogar die Berge erkennen), der Verkehr nicht so chaotisch (ok, ich bin ja Israel gewoehnt) und da, wo ich bisher war, war es auch nicht schmutziger als sonst ueberall. Kurz: Die Stadt ist echt nicht so ein Moloch, wie man sich immer denkt. Naja, aber dafuer ist ja das Reisen gut: Toedlich fuer alle Vorurteile.
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