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Dienstag, 10. Februar 2009
Reisen im Rattenschwanz
am Dienstag, 10. Februar 2009, 23:24 im Topic 'Mittelamerika'
Die letzten Tage habe ich an der Westkueste Mexikos verbracht, gestern morgen bin ich in den Bergen von San Cristobal de las Casas angekommen, in der "Naehe" von Palenque und der Grenze zu Guatemala (beides ca. 4 oder 5 Busstunden entfernt). Hier ist es ziemlich kalt, als wir morgens nach 12 Stunden Nachtfahrt aus dem Bus getaumelt sind, konnte man dem Atem sehen, aber kein Wunder, es ist hier auch wieder ueber 2.000 Meter hoch. Ganz im Gegenteil zu den letzten Tagen.
In Puerto Escondido habe ich zwei Naechte verbracht. Ausser durch das extrem touristische Dorf schlendern und am Strand liegen gab es dort eigentlich nicht viel zu tun. Bin echt froh, dass ich nicht nach Australien gefahren bin, denn diese ganze Surfer-Szene liegt mir irgendwie nicht. Am ersten Tag, an dem ich mir das Dorf angeschaut habe, gab es noch einen beunruhigenden Zwischenfall. Ueber eine Stunde lang hat mich ein Hund verfolgt. Der ist neben mir her spaziert, wenn ich stehen geblieben bi hat er ich immer treuherzig-doof angeschaut, als wollte er fragen, wo ich hin will, und ist mir einfach nicht von der Seite gewichen. Erst hab ich ihn ignoriert, dann hab ich versucht, ihn auszutricksen, hat aber alles nicht geklappt. Als ich an der Touristen-Info vorbei bin, um mir eine Karte zu holen, hab ich der Frau dort von meinem "Problem" berichtet, aber sie hat nur gelacht und meinte, die Hunde hier wuerden "gringos" moegen, weil sie von denen nicht getreten werden, und wahrscheinlich wolle der Hund nur Wasser. Das hat sie ihm auch gegeben, und als der Hund froehlich am schlabbern war bin ich weiter gegangen und habe mich zehn gehminuten entfernt hingesetzt, um etwas zu essen. Nach weiteren 10 Minuten kam auch mein Begleiter wieder angetrottet und hat sich neben mich in den Schatten gelegt. Mhm. Letztendlich hab ich ihn ignoriert und bin schliesslich aufs Klo, dort ein bisschen laenger geblieben und schliesslich war der Hund weg. Mann mann mann, das war echt komisch. Normalerweise moegen Hunde mich nicht, und ich bin ja auch gegen Tollwut geimpft, aber... Zwei Naechte bin ich in Puertob Escondido deshalb geblieben, weil ich ein bisschen Ruhe brauchte und weil ich mich mit David, dem Franzosen aus Oaxaca, treffen wollte, der einen Tag spaeter gekommen ist und mit dem ich bis Palenque unterwegs sein werde. Die Leute im Hostel waren zum grossen Teil auch alle ein bisschen seltsam, aber da ich sonst nichts zu tun hatte, bin ich an einem Abend mit denen nachts zum Strand, ein Bierchen trinken, und am naechsten Abend haben wir erst am Surfer-Strand (der zum Schwimmen zu gefaehrlich ist wegen der hohen Wellen) Tacos gegessen und sind zum Schluss in einer Bar abgestuerzt, die exakt so war, wie ich mir dem Ballermann vorstelle. Nicht schoen. Am naechsten Tag sind David, ich und ein dauerbekiffter Mexikaner aus dem Hostel in Richtung Mazunte aufgebrochen - das hatte den Vorteil, dass wir wenigstens einen dabei hatten, der Spanisch spricht, denn da ich jetzt so viel Franzoesisch rede, sind meine Spanisch-Kenntnisse wieder futsch. Mazunte ist ein kleines Dorf am Meer, viel weniger touristisch, auch weniger entwickelt, total gemuetlich und mit einem wunderschoenen Strand zwischen Felsen, an dem man sogar ein bisschen schnorcheln kann. Viel Sympathischer. Um moeglichst guenstig unterzukommen haben wir uns zu dritt in einem... naja, nicht gerade komfortablen Hostel einquartiert, aber ok, wir waren ja eh die ganze Zeit draussen. David und ich haben wenig spaeter einen Kanadier, Mike, wiedergetroffen, einen der wenigen sympathischen Menschen aus dem Hostel in Puerto Escondido. Der war schon mehrmals in Mazunte und so sind wir, im Schlepptau einen in Quebec lebenden etwas seltsamen Franzosen, gegen Abend auf einen Felsen geklettert, auf dem man den Sonnenuntergang beobachten konnte. Sehr schoen, wenn auch nicht gerade einsam mit mindestens 20 anderen Leuten, die die gleiche Idee hatten...

Auf dem Rueckweg ist unsere Gruppe dann erst mal in eine Drogenrazzia geraten (es hatte niemand was dabei) und kurze Zeit spaeter haben wir die beiden Argentinierinnen wieder getroffen, die, genau wie David und ich, am naechsten Tag nach San Cristobal fahren wollten... Ploetzlich stand auch der bekiffte Mexikaner wieder neben uns und alles war voellig verwirrend angesichts der vielen vielen Sprachen, die mein Gehirn irgendwie verarbeiten musste (der seltsame Franzose sprach naemlich auch Deutsch). Nach einem leckeren Fisch-Essen haben wir noch ein Ska-Konzert am Strand mitgenommen, und dann bin ich ins Bett gefallen und habe mal richtig schoen lange geschlafen.
Am naechsten Morgen nach einem ausgiebigen Fruehstueck und ein bisschen am Strand im Schatten sitzen sind wir (nur noch David und ich) in einem "Collectivo" (alte Pick-Ups, in denen man auf Holzbanken auf der Ladefleache transportiert wird) nach potchutla gefahren, von wo der Nachtbus nach San Cristobal startete. An der Busstation haben wir, wen wundert's, Julietta und Esmeralda wieder getroffen, die ihrerseits ein aelteres deutsches Ehepaar wieder getroffen hatten, und alle gemeinsam im Bus nach San Cristobal. Hier haben wir uns zu viert in einem total sympathischen kleinen Hostel einquartiert, einem Familienbetrieb, wo die Mama uns morgen das Omelett macht und der Papa uns die Raeume gezeigt hat und die zwei Hunde mit den Gaesten spielen. Gestern haben wir uns erst gemeinsam, dann alleine die Stadt angeschaut (natuerlich haben David und ich drei weitere Franzosen aus dem Hostel in Puerto Escondido getroffen, zwei Mal sogar). Nachmitttags haben wir uns im Zentrum wieder getroffen und David und ich wurden in die Geheimnisse des argentinischen Mate-Tees eingeweit, den die Argentinier geradezu zeremoniell geniessen, der in der Fremde als Erkennungsmerkmal untr Argentiniern dient und der mindestens ebenso wichtig ist wie fuer die Italiener ihr Espresso. Kurz und gut: Schmeckt wie eine Mischung aus Gruen- und Schwarztee und wird aus einem Tongefaess durch einen metallenen Strohhalm getrunken. Alles klar?
San Cristobal ist relativ klein, schoen ruhig und bisher die aermste Stadt, die ich mir hier angeschaut habe - Chiapas, der Staat, ist ebenfalls der aermste Mexikos. Es gibt hier einen ziemlich grossen Anteil an indigener Bevoelkerung und einen grossen Markt, auf dem alle moeglichen Kunsthandwerk-Sachen der Maya verkauft werden. Gestern habe ich mir ein Museum bzw. Kulturzentrum angeschaut, das im ehemaligen Haus eines daenischen Archaeologen eingerichtet ist. Dieser Archaeologe hat viele der Maya-Pyramiden entdeckt und die Maya-Kultur erforscht und gleichzeitig dazu beigetragen, dass die Maya die gleichen Rechte wie der Rest der Bevoelkerung erhalten. Die Erloese des Kulturzentrums gehen an indigene Doerfer. Sehr interessant. Natuerlich gibt es auch hier wieder viiieeele schoene bunte Haeuser und sehr viele billige Bars und Restaurants, und es springen weniger, aber vor allem junge Touristen hier herum.

Heute haben wir dann (zu viert) einen Ausflug zu einem Canyon unternommen, der irgendwann durch ein Erdbeben entstanden ist. Man ist auf einem Boot ueber den Fluss gefahren worden und konnte dabei allerhand Flusskrokodile und Voegel betrachten. War ganz nett, aber irgendwie waren eindeutig zu viele Touristen an Bord, wie ihr unten sehen koennt, und zu viele Boote auf dem Fluss.

Morgen fahren wir, wahrscheinlich ebenfalls zu viert, endlich mal mit dem 2.-Klasse-Bus, nach Palenque. Dort gibt es eigentlich nicht viel, ausser natuerlich die beruehmten Maya-Pyramiden zu bestaunen. Das bedeutet ausserdem schon wieder einen extremen Klimawechsel, dort gibt es naemlich schon richtigen tropischen Regenwald. Und anschliessend ist dann Guatemala angesagt. Ingsesamt ist es ganz cool, zu mehreren Leuten unterwegs zu sein, aber es ist auch ziemlich anstrengend. Der staendige Wechsel zwischen Spanisch und Franzoesisch und sich immer absprechen muessen und so... Die Kommunikation ist einfach anstrengend. Andererseits ist es auch gut, gerade nicht mit Deutschen zu reisen. Davon gabs heute welche im Bus, die einem hollaendischen Paerchen die Probleme zwischen Ost- und Westdeutschen erklaert haben. Und von solchen Dingen will ich hier grad echt nichts wissen.
In Puerto Escondido habe ich zwei Naechte verbracht. Ausser durch das extrem touristische Dorf schlendern und am Strand liegen gab es dort eigentlich nicht viel zu tun. Bin echt froh, dass ich nicht nach Australien gefahren bin, denn diese ganze Surfer-Szene liegt mir irgendwie nicht. Am ersten Tag, an dem ich mir das Dorf angeschaut habe, gab es noch einen beunruhigenden Zwischenfall. Ueber eine Stunde lang hat mich ein Hund verfolgt. Der ist neben mir her spaziert, wenn ich stehen geblieben bi hat er ich immer treuherzig-doof angeschaut, als wollte er fragen, wo ich hin will, und ist mir einfach nicht von der Seite gewichen. Erst hab ich ihn ignoriert, dann hab ich versucht, ihn auszutricksen, hat aber alles nicht geklappt. Als ich an der Touristen-Info vorbei bin, um mir eine Karte zu holen, hab ich der Frau dort von meinem "Problem" berichtet, aber sie hat nur gelacht und meinte, die Hunde hier wuerden "gringos" moegen, weil sie von denen nicht getreten werden, und wahrscheinlich wolle der Hund nur Wasser. Das hat sie ihm auch gegeben, und als der Hund froehlich am schlabbern war bin ich weiter gegangen und habe mich zehn gehminuten entfernt hingesetzt, um etwas zu essen. Nach weiteren 10 Minuten kam auch mein Begleiter wieder angetrottet und hat sich neben mich in den Schatten gelegt. Mhm. Letztendlich hab ich ihn ignoriert und bin schliesslich aufs Klo, dort ein bisschen laenger geblieben und schliesslich war der Hund weg. Mann mann mann, das war echt komisch. Normalerweise moegen Hunde mich nicht, und ich bin ja auch gegen Tollwut geimpft, aber... Zwei Naechte bin ich in Puertob Escondido deshalb geblieben, weil ich ein bisschen Ruhe brauchte und weil ich mich mit David, dem Franzosen aus Oaxaca, treffen wollte, der einen Tag spaeter gekommen ist und mit dem ich bis Palenque unterwegs sein werde. Die Leute im Hostel waren zum grossen Teil auch alle ein bisschen seltsam, aber da ich sonst nichts zu tun hatte, bin ich an einem Abend mit denen nachts zum Strand, ein Bierchen trinken, und am naechsten Abend haben wir erst am Surfer-Strand (der zum Schwimmen zu gefaehrlich ist wegen der hohen Wellen) Tacos gegessen und sind zum Schluss in einer Bar abgestuerzt, die exakt so war, wie ich mir dem Ballermann vorstelle. Nicht schoen. Am naechsten Tag sind David, ich und ein dauerbekiffter Mexikaner aus dem Hostel in Richtung Mazunte aufgebrochen - das hatte den Vorteil, dass wir wenigstens einen dabei hatten, der Spanisch spricht, denn da ich jetzt so viel Franzoesisch rede, sind meine Spanisch-Kenntnisse wieder futsch. Mazunte ist ein kleines Dorf am Meer, viel weniger touristisch, auch weniger entwickelt, total gemuetlich und mit einem wunderschoenen Strand zwischen Felsen, an dem man sogar ein bisschen schnorcheln kann. Viel Sympathischer. Um moeglichst guenstig unterzukommen haben wir uns zu dritt in einem... naja, nicht gerade komfortablen Hostel einquartiert, aber ok, wir waren ja eh die ganze Zeit draussen. David und ich haben wenig spaeter einen Kanadier, Mike, wiedergetroffen, einen der wenigen sympathischen Menschen aus dem Hostel in Puerto Escondido. Der war schon mehrmals in Mazunte und so sind wir, im Schlepptau einen in Quebec lebenden etwas seltsamen Franzosen, gegen Abend auf einen Felsen geklettert, auf dem man den Sonnenuntergang beobachten konnte. Sehr schoen, wenn auch nicht gerade einsam mit mindestens 20 anderen Leuten, die die gleiche Idee hatten...

Auf dem Rueckweg ist unsere Gruppe dann erst mal in eine Drogenrazzia geraten (es hatte niemand was dabei) und kurze Zeit spaeter haben wir die beiden Argentinierinnen wieder getroffen, die, genau wie David und ich, am naechsten Tag nach San Cristobal fahren wollten... Ploetzlich stand auch der bekiffte Mexikaner wieder neben uns und alles war voellig verwirrend angesichts der vielen vielen Sprachen, die mein Gehirn irgendwie verarbeiten musste (der seltsame Franzose sprach naemlich auch Deutsch). Nach einem leckeren Fisch-Essen haben wir noch ein Ska-Konzert am Strand mitgenommen, und dann bin ich ins Bett gefallen und habe mal richtig schoen lange geschlafen.
Am naechsten Morgen nach einem ausgiebigen Fruehstueck und ein bisschen am Strand im Schatten sitzen sind wir (nur noch David und ich) in einem "Collectivo" (alte Pick-Ups, in denen man auf Holzbanken auf der Ladefleache transportiert wird) nach potchutla gefahren, von wo der Nachtbus nach San Cristobal startete. An der Busstation haben wir, wen wundert's, Julietta und Esmeralda wieder getroffen, die ihrerseits ein aelteres deutsches Ehepaar wieder getroffen hatten, und alle gemeinsam im Bus nach San Cristobal. Hier haben wir uns zu viert in einem total sympathischen kleinen Hostel einquartiert, einem Familienbetrieb, wo die Mama uns morgen das Omelett macht und der Papa uns die Raeume gezeigt hat und die zwei Hunde mit den Gaesten spielen. Gestern haben wir uns erst gemeinsam, dann alleine die Stadt angeschaut (natuerlich haben David und ich drei weitere Franzosen aus dem Hostel in Puerto Escondido getroffen, zwei Mal sogar). Nachmitttags haben wir uns im Zentrum wieder getroffen und David und ich wurden in die Geheimnisse des argentinischen Mate-Tees eingeweit, den die Argentinier geradezu zeremoniell geniessen, der in der Fremde als Erkennungsmerkmal untr Argentiniern dient und der mindestens ebenso wichtig ist wie fuer die Italiener ihr Espresso. Kurz und gut: Schmeckt wie eine Mischung aus Gruen- und Schwarztee und wird aus einem Tongefaess durch einen metallenen Strohhalm getrunken. Alles klar?
San Cristobal ist relativ klein, schoen ruhig und bisher die aermste Stadt, die ich mir hier angeschaut habe - Chiapas, der Staat, ist ebenfalls der aermste Mexikos. Es gibt hier einen ziemlich grossen Anteil an indigener Bevoelkerung und einen grossen Markt, auf dem alle moeglichen Kunsthandwerk-Sachen der Maya verkauft werden. Gestern habe ich mir ein Museum bzw. Kulturzentrum angeschaut, das im ehemaligen Haus eines daenischen Archaeologen eingerichtet ist. Dieser Archaeologe hat viele der Maya-Pyramiden entdeckt und die Maya-Kultur erforscht und gleichzeitig dazu beigetragen, dass die Maya die gleichen Rechte wie der Rest der Bevoelkerung erhalten. Die Erloese des Kulturzentrums gehen an indigene Doerfer. Sehr interessant. Natuerlich gibt es auch hier wieder viiieeele schoene bunte Haeuser und sehr viele billige Bars und Restaurants, und es springen weniger, aber vor allem junge Touristen hier herum.

Heute haben wir dann (zu viert) einen Ausflug zu einem Canyon unternommen, der irgendwann durch ein Erdbeben entstanden ist. Man ist auf einem Boot ueber den Fluss gefahren worden und konnte dabei allerhand Flusskrokodile und Voegel betrachten. War ganz nett, aber irgendwie waren eindeutig zu viele Touristen an Bord, wie ihr unten sehen koennt, und zu viele Boote auf dem Fluss.

Morgen fahren wir, wahrscheinlich ebenfalls zu viert, endlich mal mit dem 2.-Klasse-Bus, nach Palenque. Dort gibt es eigentlich nicht viel, ausser natuerlich die beruehmten Maya-Pyramiden zu bestaunen. Das bedeutet ausserdem schon wieder einen extremen Klimawechsel, dort gibt es naemlich schon richtigen tropischen Regenwald. Und anschliessend ist dann Guatemala angesagt. Ingsesamt ist es ganz cool, zu mehreren Leuten unterwegs zu sein, aber es ist auch ziemlich anstrengend. Der staendige Wechsel zwischen Spanisch und Franzoesisch und sich immer absprechen muessen und so... Die Kommunikation ist einfach anstrengend. Andererseits ist es auch gut, gerade nicht mit Deutschen zu reisen. Davon gabs heute welche im Bus, die einem hollaendischen Paerchen die Probleme zwischen Ost- und Westdeutschen erklaert haben. Und von solchen Dingen will ich hier grad echt nichts wissen.
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