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Samstag, 14. Februar 2009
Im Dschungelcamp
am Samstag, 14. Februar 2009, 20:18 im Topic 'Mittelamerika'
Eigentlich wollte ich jetzt schon auf dem Weg nach Flores in Guatemala sein, aber ich habe meine Plaene geaendert und bin noch einen Tag laenger in Palenque geblieben. Nicht, weil es hier so viel zu sehen gaebe, aber das Klima (tropischer Regenwald) hat uns alle ein bisschen matschig gemacht und ich brauche diesen Tag, um mich ein bisschen zu erholen und Zeugs zu erledigen (Internet, einkaufen, Fotos brennen usw). Ausserdem ist es echt aetzend, jeden dritten Tag im Bus zu verbringen.
Vorgestern sind wir (= Julietta, Esmeralda, David und ich) in Palenque angekommen, im 2.-Klasse-Bus, der etwas unkomfortabler, nicht puenktlich und viel billiger ist als der 1.-Klasse-Bus, mit dem ich bisher gefahren bin (es gibt auch noch ne Luxus-Klasse). Abgestiegen sind wir nicht in der Kleinstadt Palenque selbst, sondern an der Strasse, die zu den Maya-Ruinen fuehrt. Unsere Reisefuehrer empfehlen unisono, dort in einer kleinen Ansammlung von cabañas (Huetten) abzusteigen, denn das ist viel billiger als in der Stadt und man kann die 3 km zu den Ruinen zu Fuss gehen. Da wir relativ spaet angekommen sind, waren leider schon alle schoenen Huetten belegt und so schlafen wir derzeit in einem echt heruntergekommenen 4er-Zimmer, das die Unterkunft in Mazunte bei weitem toppt - am negativen Ende der Skala natuerlich. Allerdings bezahlen wir auch nur 37 Pesos pro Person, das sind etwas mehr als 2 Euro. Die provisorischen Gemeinschaftsduschen sehen so aus (man sollte nicht den Fehler machen und erwarten, dass "Dusche" zwangslaeufig "es gibt Wasser" bedeutet):

So, jetzt habt ihr auch mal was zum Gruseln und nicht nur zum Beneiden ;-) Schoen ist allerdings, dass sich das ganze mitten im Urwald befindet, mit roten Blumen an den Wegen, Eidechsen an der Decke, erstaunlich wenig Mosquitos und den Geraeuschen von bruellenden Affen in der Nacht. Im Gegensatz zum Schlafen geben wir fuers Essen ziemlich viel aus, denn es gibt dort nur ein Restaurant, das zwar sicherlich noch hoehere Preise verlangen koennte, aber auch so nicht ganz guenstig ist.
Gestern ist dann auch noch ziemlich viel Geld fuers Trinken drauf gegangen. Und das kam so. Esmeralda, David und ich haben Julietta ueberzeugt, dass sie wenigstens einen Tequila trinken muss, wenn sie schon mal in Mexiko ist. Also sind wir zu einer Huette gegangen, wo sie Tequila fuer 15 Pesos verkaufen (im Restaurant 30 Pesos). Leider kannte der verwirrte Barmann dieses Angebot nicht, das vor der Huette auf einem Plakat angeklebt war, aber nach einer langen Diskussion, gefolgt von einer kleinen Wanderung zum Plakat, haben wir den Tequila doch zu unserem Preis erhalten. Wir waren die einzigen, die vor der Huette sassen, doch ploetzlich kam ein deutsches Paerchen vorbei, mit dem sich Esmeralda schon mal unterhalten hat, und das Maedel hat uns "Posh" empfohlen, ein Maya-Getraenk, das angeblich viel milder sein sollte als Tequila. Also haben wir auch das probiert (10 Pesos), es wurde lustiger und ploetzlich sassen die beiden Deutschen neben uns, die einen weiteren Franzosen im Schlepptau hatten, und dann kam noch ein Deutscher, und ploetzlich sass ein argentinisches Paar neben mir, und spaeter kamen noch ein Italiener, ein Belgier, ein Mexikaner, ein Amerikaner aus Alaska und ein Ire hinzu und alle haben froehlich getrunken und sich in den verschiedensten Sprachen unterhalten. Der Barmann muss sich gefreut haben, denn vorher habe ich dort noch nie irgendwen sitzen sehen. Vielleicht hat er das Ganze aber auch gar nicht richtig realisiert, denn er war wirklich ziemlich veriwrrt. Demzufolge ist ihm auch nicht aufgefallen, als sich hinter ihm auf dem Holzregal ein kleines Feuer entzuendet hatte. Ich war die einzige, die es bemerkt hat: Ich habe ein bisschen gedankenverloren auf die Stelle gestarrt und gemurmelt "Il y a de feu", und als mir Sekunden spaeter aufgefallen ist, dass das kein Witz war, habe ich gerufen "Fuego!!!". Erst dann hat sich der Barmann in Bewegung gesetzt und gemaechlich auf das Feuer drauf gepustet... Es hat nur noch gefehlt, dass er es mit Alkohol versucht haette, zu loeschen. Nachdem ich so heldenhaft eine Katastropghe verhindert hatte, ist es dann ziemlich spaet geworden und zwei der vier Deutschen waren voellig sturzbetrunken (das Maedel hat ihre Jacke inklusive Handy verloren und musste von ihrem Freund nach Hause gezerrt werden, waehrend der alleine reisende Typ sich nicht von dem Franzosen ins Bett bringen lassen wollte und zum Schluss irgendwo im Dschungel verschwunden ist, wo ihn irgendwelche anderen Amerikaner gefunden und in seine Huette geschleppt haben). Das hat Davids Vorurteil bestaerkt, dass alle Deutschen Alkoholiker sind, und das war mir, stellvertretend fuer die anderen, echt peinlich. Naja.
Zum kulturellen Teil kann ich nur sagen: Die Ruinen von Palenque sind echt schoen, da vom Urwald umgeben, aber meiner Ansicht nach nicht so eindrucksvoll wie Teotihuacan. Unten seht ihr ein Foto, das ich von der hoechsten Pyramide aus geknipst habe. Tja, das wars eigentlich schon. Morgen gehts, wie gesagt, nach Gutaemala, und meine weiteren Plaene mache ich davon abhaengig, wie es mir dort gefaellt bzw. was mein Gefuehl mir sagt. Also - bis dann!

Vorgestern sind wir (= Julietta, Esmeralda, David und ich) in Palenque angekommen, im 2.-Klasse-Bus, der etwas unkomfortabler, nicht puenktlich und viel billiger ist als der 1.-Klasse-Bus, mit dem ich bisher gefahren bin (es gibt auch noch ne Luxus-Klasse). Abgestiegen sind wir nicht in der Kleinstadt Palenque selbst, sondern an der Strasse, die zu den Maya-Ruinen fuehrt. Unsere Reisefuehrer empfehlen unisono, dort in einer kleinen Ansammlung von cabañas (Huetten) abzusteigen, denn das ist viel billiger als in der Stadt und man kann die 3 km zu den Ruinen zu Fuss gehen. Da wir relativ spaet angekommen sind, waren leider schon alle schoenen Huetten belegt und so schlafen wir derzeit in einem echt heruntergekommenen 4er-Zimmer, das die Unterkunft in Mazunte bei weitem toppt - am negativen Ende der Skala natuerlich. Allerdings bezahlen wir auch nur 37 Pesos pro Person, das sind etwas mehr als 2 Euro. Die provisorischen Gemeinschaftsduschen sehen so aus (man sollte nicht den Fehler machen und erwarten, dass "Dusche" zwangslaeufig "es gibt Wasser" bedeutet):

So, jetzt habt ihr auch mal was zum Gruseln und nicht nur zum Beneiden ;-) Schoen ist allerdings, dass sich das ganze mitten im Urwald befindet, mit roten Blumen an den Wegen, Eidechsen an der Decke, erstaunlich wenig Mosquitos und den Geraeuschen von bruellenden Affen in der Nacht. Im Gegensatz zum Schlafen geben wir fuers Essen ziemlich viel aus, denn es gibt dort nur ein Restaurant, das zwar sicherlich noch hoehere Preise verlangen koennte, aber auch so nicht ganz guenstig ist.
Gestern ist dann auch noch ziemlich viel Geld fuers Trinken drauf gegangen. Und das kam so. Esmeralda, David und ich haben Julietta ueberzeugt, dass sie wenigstens einen Tequila trinken muss, wenn sie schon mal in Mexiko ist. Also sind wir zu einer Huette gegangen, wo sie Tequila fuer 15 Pesos verkaufen (im Restaurant 30 Pesos). Leider kannte der verwirrte Barmann dieses Angebot nicht, das vor der Huette auf einem Plakat angeklebt war, aber nach einer langen Diskussion, gefolgt von einer kleinen Wanderung zum Plakat, haben wir den Tequila doch zu unserem Preis erhalten. Wir waren die einzigen, die vor der Huette sassen, doch ploetzlich kam ein deutsches Paerchen vorbei, mit dem sich Esmeralda schon mal unterhalten hat, und das Maedel hat uns "Posh" empfohlen, ein Maya-Getraenk, das angeblich viel milder sein sollte als Tequila. Also haben wir auch das probiert (10 Pesos), es wurde lustiger und ploetzlich sassen die beiden Deutschen neben uns, die einen weiteren Franzosen im Schlepptau hatten, und dann kam noch ein Deutscher, und ploetzlich sass ein argentinisches Paar neben mir, und spaeter kamen noch ein Italiener, ein Belgier, ein Mexikaner, ein Amerikaner aus Alaska und ein Ire hinzu und alle haben froehlich getrunken und sich in den verschiedensten Sprachen unterhalten. Der Barmann muss sich gefreut haben, denn vorher habe ich dort noch nie irgendwen sitzen sehen. Vielleicht hat er das Ganze aber auch gar nicht richtig realisiert, denn er war wirklich ziemlich veriwrrt. Demzufolge ist ihm auch nicht aufgefallen, als sich hinter ihm auf dem Holzregal ein kleines Feuer entzuendet hatte. Ich war die einzige, die es bemerkt hat: Ich habe ein bisschen gedankenverloren auf die Stelle gestarrt und gemurmelt "Il y a de feu", und als mir Sekunden spaeter aufgefallen ist, dass das kein Witz war, habe ich gerufen "Fuego!!!". Erst dann hat sich der Barmann in Bewegung gesetzt und gemaechlich auf das Feuer drauf gepustet... Es hat nur noch gefehlt, dass er es mit Alkohol versucht haette, zu loeschen. Nachdem ich so heldenhaft eine Katastropghe verhindert hatte, ist es dann ziemlich spaet geworden und zwei der vier Deutschen waren voellig sturzbetrunken (das Maedel hat ihre Jacke inklusive Handy verloren und musste von ihrem Freund nach Hause gezerrt werden, waehrend der alleine reisende Typ sich nicht von dem Franzosen ins Bett bringen lassen wollte und zum Schluss irgendwo im Dschungel verschwunden ist, wo ihn irgendwelche anderen Amerikaner gefunden und in seine Huette geschleppt haben). Das hat Davids Vorurteil bestaerkt, dass alle Deutschen Alkoholiker sind, und das war mir, stellvertretend fuer die anderen, echt peinlich. Naja.
Zum kulturellen Teil kann ich nur sagen: Die Ruinen von Palenque sind echt schoen, da vom Urwald umgeben, aber meiner Ansicht nach nicht so eindrucksvoll wie Teotihuacan. Unten seht ihr ein Foto, das ich von der hoechsten Pyramide aus geknipst habe. Tja, das wars eigentlich schon. Morgen gehts, wie gesagt, nach Gutaemala, und meine weiteren Plaene mache ich davon abhaengig, wie es mir dort gefaellt bzw. was mein Gefuehl mir sagt. Also - bis dann!

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