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Donnerstag, 5. März 2009
Fluch der Karibik
am Donnerstag, 5. März 2009, 01:10 im Topic 'Mittelamerika'
Puh, da bin ich wieder. Irgendwie bin ich jetzt doch ein bisschen in der dritten Welt gelandet. Der Grenzuebergang von Guatemala nach Honduras ist problemlos verlaufen, die Fahrt war auch ok, da ausser mir nur zwei Amerikanerinnen (bzw. eine davon urspruenglich aus Ungarn) im Minibus waren und so jede eine Bank fuer sich hatte. Zehn Minuten hinter der Grenze war auch schon Copan, ein erstaunlich nettes (und entspanntes, wie ihr auf dem Foto sehen koennt) Staedtchen, dessen wichtigste (und einzige) Attraktion die nahe gelegenen Maya-Ruinen sind, die den suedlichsten Punkt des Maya-Reichs markieren.
Die habe ich mir allerdings nicht angeschaut, um Geld zu sparen und da ich der Meinung bin, dass Tikal sowieso nicht getoppt werden kann. Mit meinen beiden Mitfahrerinnen bin ich in einem netten Hostel gelandet, und waehrend die beiden am naechsten Tag zu den Ruinen gegangen sind, habe ich ein interaktives Maya-Museum fuer Kinder besucht und eine weitere Kaffee-Tour unternommen. Das Museum war guenstig und toll, ich kann jetzt zum Beispiel auf Maya die Zahlen bis 19 und meinen Geburtstag schreiben und einige Goetter erkennen ;-) Die Kaffee-Tour war auch gut (wenn auch saftig im Preis), ich bin mit vier Seniorinnen und Senioren aus England und Kanada und einem hoechst seltsamen Guide ("I wanted to tell you something important, but I don`t remember...") durch den Urwald gestiefelt und konnte diesmal auch ein traditionelles Essen mit anschliessendem Kaffee-Tasting geniessen und sehen, wie die Bohnen gewaschen, sortiert und vor allem geroestet werden. Schade, dass man den Duft nicht auf dem Foto festhalten kann... Auf dem Foto seht ihr micuf noch ungeroesteten Kaffee-Bohnen, die zum Trocknen in der Sonne liegen.

Und dann fing das Chaos an. Nach meiner zweiten Nacht in Copan bin ich frueh morgens um 5:30 (so viel zum Thema Urlaub) zum Bus gestiefelt. Das Ticket hatte ich, mit Schwierigkeiten, am Tag zuvor erstanden. Ich wollte nicht mit dem 1.-Klasse-Bus fahren, der drei Mal so teuer und auch nicht viel schneller ist als die immer noch recht komfortable 2. Klasse. Als ich in das Buero der Busgesellschaft kam, standen dort zwei Japaner verloren herum, der Ticketverkaeufer sass an einem Tisch und schrieb ziemlich unkonzentriert die Daten auf die Bustickets, neben ihm stand eine alte Frau die im Zeitlupentempo das Geld einsammelte und das Wechselgeld falsch herausgab, weil sie nicht verstanden hatte, wofuer man bezahlen wollte. Hatte man Fragen, hat ein noch aelterer Mann, der auf einer Couch in der Ecke sass, laut seine Meinung kund getan und mit dem Ticketverkaeufer ueber Fahrplaene und Buslinien diskutiert. Als dann noch ein amerikanisches Paerchen reinkam, die nur eine Frage hatten und den Ticketverkaeufer dabei unterbrachen, mir meine Fahrkarte auszustellen, war das Chaos perfekt. Der Plan lautete schliesslich so: Abfahrt in Copan um sechs, Umsteigen in San Pedro Sula um neun, Ankunft in La Ceiba an der Kueste gegen eins, genug Zeit, um die Faehre nach Utila um vier zu erwischen. Klar, die Plaene hier kann man eh nicht ernst nehmen, und so hatte der Bus in San Pedro eine halbe Stunde Verspaetung (ok, es gab eine Passkontrolle vom Militaer zwischendruch, das war seltsam: Alle Maenner mussten aussteigen und die Frauen und Kinder sollten im Bus bleiben. Gut, dass ich meinen Ausweis nicht im grossen Rucksack hatte, als der finster drein blickende Militaermann den Bus durchsucht hat), dort eine Stunde Aufenthalt, Ankunft in La Ceiba war dann um kurz nach drei, am Busbahnhof habe ich dann eine Israelin kennen gelernt, die auch nach Utila wollte, wir mussten ein Taxi zum Bootanleger nehmen und haben dort zum Glueck noch Tickets bekommen. Bei der Ankunft auf Utila nach eineinhalb Stunden unruhiger Bootsfahrt wurden wir von lauter Hostel- und Tauchschulen-Abgesandten umschaermt und da wir beide voellig k.o. waren nach beinahe 12 Stunden Reise haben wir vom Plan abgesehen, ein Hostel abseits des Dorfs anzuschauen und das erstbeste Hostel genommen, das uns angeboten wurde. Das war: billig, schmutzig und die bisher ekligste Unterkunft, die ich hatte. Der Name "Tropical Hostel" oder so hat voll gepasst. Willkommen in der Karibik!
Und damit ihr euch keine falschen Vorstellungen macht: Karibik, das heisst in diesem Fall: Keine weissen Straende, kein tuerkisblaues Wasser, Palmen, ok, aber vor allem: Schlechtes Wetter! Es war ziemlich kalt, windig und ein bisschen feucht, und in der Nacht gab es einen ueblen Sturm und richtig viel Regen. Und auch in den naechten Tagen hat die Sonne nur fuer wenige Minuten hinter der dichten Wolkendecke hervorgelugt. Morgens haben wir erstmal erfahren, dass die Faehre nicht mehr faehrt (ich habe gedacht, wegen des schlechten Wetters). So sassen alle auf der Insel fest und natuerlich konnten auch keine neuen Touristen auf die Insel kommen. Wegen des schlechten Wetters sind wir dann auch nicht tauchen (Zohar) oder schnorcheln (ich) gegangen, sondern auf die andere Seite der Insel gewandert, um den hoechsten Punkt der Insel, den Pumpkin Hill - ganze 74 Meter hoch - zu erklimmen. War keine ganz schlaue Idee, weil der Weg zum groessten Teil aus Pfuetzen bestand und Zohar bloss Flip Flops anhatte. Auf der Suche nach dem Weg auf den Berg haben wir ausserdem ein Privatgrundstueck mit zwei klaeffenden Hunden inlkusive Stacheldrahtzaun ueberquert, was auch eher unangenehm war. Lustig war allerdings der Moment, als ich die Spitze erreichte: Im gleichen Moment kam von der anderen Seite ein ein Rad schiebender Israeli auf die Spitze (der hatte offenbar den richtigen Weg gefunden), den ich schon mal in Guatemala getroffen hatte. Mitten in der Einoede, das hatte schon was. Es war aber verdammt windig und kalt und so haben wir drei den Ausblick ueber Utila nur kurz genossen und sind dann wieder runter zum Nord"strand" der Insel - oder sollte ich lieber Muellkippe sagen...

Abends wurde uns gesagt, dass die Faehre tatsaechlich nicht mehr faehrt, weil sie kaputt ist und repariert werden muss, was etwa drei bis vier Tage dauern sollte. Deswegen habe ich mich entschieden, trotz des ekligen Hostels noch eine Nacht laenger zu bleiben und am naechsten Tag mit den Tauchern aufs Boot zu gehen und zu schnorcheln. Das habe ich auch gemacht, es war allerdings nicht so beeindruckend wie erwartet. Utila ist halt eher ein Tauch- und kein Schnorchel-Paradies, und so habe ich zwar endlich das ersehnte tuerkisfarbene Wasser und einige bunte Fische gesehen, aber laengst nicht so viele wie damals in Malaysia. Ausserdem war es eisig kalt, im Wasser fast noch waemer als im Boot, wenn man sich richtig viel bewegt hat, was man beim Schnorcheln ja eher nicht tut. Die Sonne ist nur einen kurzen Augenblickherausgekommen:

Mein Pacaya-Schnupfen war gerade abgeklungen, jetzt habe ich einen Schnorchel-Schnupfen. Als wir durchgefroren wieder an Land waren, war die Geruechtekueche in vollem Gange. Angeblich gebe es ein langsames Lebensmittel-Boot, das ausnahmsweise Leute von der Insel aufs Festland mitnehmen wuerde, ausserdem wuerde sich am naechsten tag eine spanische Reisegruppe ein eigenes Boot mieten, um rechtzeitig den Flieger zu erwischen, und dort gebe es noch ein paar freie Plaetze, und und und. Eine Info lautete aber auch, am naechsten Morgen solle eine Ersatzfaehre bereit gestellt werden, oder eher: Ein Ersatzboot. Das hat mir Hoffnung gemacht (wenn auch nicht viel).
Etwas lustiges ist aber auch passiert: An unserem zweiten Abend sassen Zohar und ichbeim Abendessen, als ploetzlich eine Kanadierin an unseren Tisch kam, die Zohar im Restaurant gesehen hatte, die sie von Copan her kannte. Ich kannte die Kanadierin (und ihren belgischen Freund) allerdings ebenfalls, und zwar vom Hostel in Semuc Champey in Guatemala. Interessante Dreiecksgeschichte, und so sind wir am naechsten Abend mit den beiden essen gegangen - und mit einer ganzen Menge anderer bunt durchmischter englisch sprechender Menschen aus dem Hostel des Paerchens. In einer Gruppe von elf Leuten in einem Restaurant namens "Munche's" - hoert sich schrecklich an, war es aber nicht.
Heute frueh bin ich dann mit meinen Siebensachen hoffnungsvoll zum Dock gestiefelt, und siehe da: Die Ersatzfaehre kam tatsaechlich. So konnte ich die Insel verlassen, wenn auch nicht um 6:20 in eineinhalb Stunden, sondern eine Stunde spaeter in drei Stunden. Es hat so stark geschwankt, dass ich tatsaechlich glaube, dass die Faehre bloss ein Flussboot war, und zum ersten Mal auf der ganzen Reise ist mir zum Kotzen schlecht geworden. Mit der Verspaetung ist auch mein Plan gestorben, noch heute in die Hauptstadt Tegucigalpa weiter zu fahren, um morgen nach Nicaragua durchzustarten. Erst wollte ich in La Ceiba bleiben, aber dort war es gar nicht schoen und das vom Reisefuehrer empfohlene Hostel hat sich als verfallenes Loch herausgestellt. Freundlicherweise hat mich der Taxifahrer kostenlos zur Busstation zurueck gefahren, wo ich mich dann ploetlich in einem Chicken Bus (ihr erinnert euch, die gelben Schulbusse) mit lauter Musik, ausschliesslich Einheimischen und Maiskolbenverkaeuferinnen (mhmmm, lecker) nach Tela fand, einer zwei Stunden entfernten Kuestenstadt, die schon ein bisschen in Richtung Tegucigalpa liegt. Von hier wollte ich eigentlich morgen frueh nach Tegu weiterfahren, aber nach einem Blick in die Gegend werde ich vielleicht noch einen Tag laenger bleiben, auch wenn ich auch hier wieder abenteuerlich (aber wenigstens sauber) untergekommen bin: Wegen des Sturms vor zwei Tagen funktioniert kein Licht im Hostel und das Wasser laeuft nur im Waschbecken und im Garten, nicht aber in Klo und Dusche. Darf mich beim Duschen also mit einem Eimer uebergiessen... Naja, bald kann mich nichts mehr schocken und so langsam freu ich mich wieder auf Deutschland :-)
Die habe ich mir allerdings nicht angeschaut, um Geld zu sparen und da ich der Meinung bin, dass Tikal sowieso nicht getoppt werden kann. Mit meinen beiden Mitfahrerinnen bin ich in einem netten Hostel gelandet, und waehrend die beiden am naechsten Tag zu den Ruinen gegangen sind, habe ich ein interaktives Maya-Museum fuer Kinder besucht und eine weitere Kaffee-Tour unternommen. Das Museum war guenstig und toll, ich kann jetzt zum Beispiel auf Maya die Zahlen bis 19 und meinen Geburtstag schreiben und einige Goetter erkennen ;-) Die Kaffee-Tour war auch gut (wenn auch saftig im Preis), ich bin mit vier Seniorinnen und Senioren aus England und Kanada und einem hoechst seltsamen Guide ("I wanted to tell you something important, but I don`t remember...") durch den Urwald gestiefelt und konnte diesmal auch ein traditionelles Essen mit anschliessendem Kaffee-Tasting geniessen und sehen, wie die Bohnen gewaschen, sortiert und vor allem geroestet werden. Schade, dass man den Duft nicht auf dem Foto festhalten kann... Auf dem Foto seht ihr micuf noch ungeroesteten Kaffee-Bohnen, die zum Trocknen in der Sonne liegen.

Und dann fing das Chaos an. Nach meiner zweiten Nacht in Copan bin ich frueh morgens um 5:30 (so viel zum Thema Urlaub) zum Bus gestiefelt. Das Ticket hatte ich, mit Schwierigkeiten, am Tag zuvor erstanden. Ich wollte nicht mit dem 1.-Klasse-Bus fahren, der drei Mal so teuer und auch nicht viel schneller ist als die immer noch recht komfortable 2. Klasse. Als ich in das Buero der Busgesellschaft kam, standen dort zwei Japaner verloren herum, der Ticketverkaeufer sass an einem Tisch und schrieb ziemlich unkonzentriert die Daten auf die Bustickets, neben ihm stand eine alte Frau die im Zeitlupentempo das Geld einsammelte und das Wechselgeld falsch herausgab, weil sie nicht verstanden hatte, wofuer man bezahlen wollte. Hatte man Fragen, hat ein noch aelterer Mann, der auf einer Couch in der Ecke sass, laut seine Meinung kund getan und mit dem Ticketverkaeufer ueber Fahrplaene und Buslinien diskutiert. Als dann noch ein amerikanisches Paerchen reinkam, die nur eine Frage hatten und den Ticketverkaeufer dabei unterbrachen, mir meine Fahrkarte auszustellen, war das Chaos perfekt. Der Plan lautete schliesslich so: Abfahrt in Copan um sechs, Umsteigen in San Pedro Sula um neun, Ankunft in La Ceiba an der Kueste gegen eins, genug Zeit, um die Faehre nach Utila um vier zu erwischen. Klar, die Plaene hier kann man eh nicht ernst nehmen, und so hatte der Bus in San Pedro eine halbe Stunde Verspaetung (ok, es gab eine Passkontrolle vom Militaer zwischendruch, das war seltsam: Alle Maenner mussten aussteigen und die Frauen und Kinder sollten im Bus bleiben. Gut, dass ich meinen Ausweis nicht im grossen Rucksack hatte, als der finster drein blickende Militaermann den Bus durchsucht hat), dort eine Stunde Aufenthalt, Ankunft in La Ceiba war dann um kurz nach drei, am Busbahnhof habe ich dann eine Israelin kennen gelernt, die auch nach Utila wollte, wir mussten ein Taxi zum Bootanleger nehmen und haben dort zum Glueck noch Tickets bekommen. Bei der Ankunft auf Utila nach eineinhalb Stunden unruhiger Bootsfahrt wurden wir von lauter Hostel- und Tauchschulen-Abgesandten umschaermt und da wir beide voellig k.o. waren nach beinahe 12 Stunden Reise haben wir vom Plan abgesehen, ein Hostel abseits des Dorfs anzuschauen und das erstbeste Hostel genommen, das uns angeboten wurde. Das war: billig, schmutzig und die bisher ekligste Unterkunft, die ich hatte. Der Name "Tropical Hostel" oder so hat voll gepasst. Willkommen in der Karibik!
Und damit ihr euch keine falschen Vorstellungen macht: Karibik, das heisst in diesem Fall: Keine weissen Straende, kein tuerkisblaues Wasser, Palmen, ok, aber vor allem: Schlechtes Wetter! Es war ziemlich kalt, windig und ein bisschen feucht, und in der Nacht gab es einen ueblen Sturm und richtig viel Regen. Und auch in den naechten Tagen hat die Sonne nur fuer wenige Minuten hinter der dichten Wolkendecke hervorgelugt. Morgens haben wir erstmal erfahren, dass die Faehre nicht mehr faehrt (ich habe gedacht, wegen des schlechten Wetters). So sassen alle auf der Insel fest und natuerlich konnten auch keine neuen Touristen auf die Insel kommen. Wegen des schlechten Wetters sind wir dann auch nicht tauchen (Zohar) oder schnorcheln (ich) gegangen, sondern auf die andere Seite der Insel gewandert, um den hoechsten Punkt der Insel, den Pumpkin Hill - ganze 74 Meter hoch - zu erklimmen. War keine ganz schlaue Idee, weil der Weg zum groessten Teil aus Pfuetzen bestand und Zohar bloss Flip Flops anhatte. Auf der Suche nach dem Weg auf den Berg haben wir ausserdem ein Privatgrundstueck mit zwei klaeffenden Hunden inlkusive Stacheldrahtzaun ueberquert, was auch eher unangenehm war. Lustig war allerdings der Moment, als ich die Spitze erreichte: Im gleichen Moment kam von der anderen Seite ein ein Rad schiebender Israeli auf die Spitze (der hatte offenbar den richtigen Weg gefunden), den ich schon mal in Guatemala getroffen hatte. Mitten in der Einoede, das hatte schon was. Es war aber verdammt windig und kalt und so haben wir drei den Ausblick ueber Utila nur kurz genossen und sind dann wieder runter zum Nord"strand" der Insel - oder sollte ich lieber Muellkippe sagen...

Abends wurde uns gesagt, dass die Faehre tatsaechlich nicht mehr faehrt, weil sie kaputt ist und repariert werden muss, was etwa drei bis vier Tage dauern sollte. Deswegen habe ich mich entschieden, trotz des ekligen Hostels noch eine Nacht laenger zu bleiben und am naechsten Tag mit den Tauchern aufs Boot zu gehen und zu schnorcheln. Das habe ich auch gemacht, es war allerdings nicht so beeindruckend wie erwartet. Utila ist halt eher ein Tauch- und kein Schnorchel-Paradies, und so habe ich zwar endlich das ersehnte tuerkisfarbene Wasser und einige bunte Fische gesehen, aber laengst nicht so viele wie damals in Malaysia. Ausserdem war es eisig kalt, im Wasser fast noch waemer als im Boot, wenn man sich richtig viel bewegt hat, was man beim Schnorcheln ja eher nicht tut. Die Sonne ist nur einen kurzen Augenblickherausgekommen:

Mein Pacaya-Schnupfen war gerade abgeklungen, jetzt habe ich einen Schnorchel-Schnupfen. Als wir durchgefroren wieder an Land waren, war die Geruechtekueche in vollem Gange. Angeblich gebe es ein langsames Lebensmittel-Boot, das ausnahmsweise Leute von der Insel aufs Festland mitnehmen wuerde, ausserdem wuerde sich am naechsten tag eine spanische Reisegruppe ein eigenes Boot mieten, um rechtzeitig den Flieger zu erwischen, und dort gebe es noch ein paar freie Plaetze, und und und. Eine Info lautete aber auch, am naechsten Morgen solle eine Ersatzfaehre bereit gestellt werden, oder eher: Ein Ersatzboot. Das hat mir Hoffnung gemacht (wenn auch nicht viel).
Etwas lustiges ist aber auch passiert: An unserem zweiten Abend sassen Zohar und ichbeim Abendessen, als ploetzlich eine Kanadierin an unseren Tisch kam, die Zohar im Restaurant gesehen hatte, die sie von Copan her kannte. Ich kannte die Kanadierin (und ihren belgischen Freund) allerdings ebenfalls, und zwar vom Hostel in Semuc Champey in Guatemala. Interessante Dreiecksgeschichte, und so sind wir am naechsten Abend mit den beiden essen gegangen - und mit einer ganzen Menge anderer bunt durchmischter englisch sprechender Menschen aus dem Hostel des Paerchens. In einer Gruppe von elf Leuten in einem Restaurant namens "Munche's" - hoert sich schrecklich an, war es aber nicht.
Heute frueh bin ich dann mit meinen Siebensachen hoffnungsvoll zum Dock gestiefelt, und siehe da: Die Ersatzfaehre kam tatsaechlich. So konnte ich die Insel verlassen, wenn auch nicht um 6:20 in eineinhalb Stunden, sondern eine Stunde spaeter in drei Stunden. Es hat so stark geschwankt, dass ich tatsaechlich glaube, dass die Faehre bloss ein Flussboot war, und zum ersten Mal auf der ganzen Reise ist mir zum Kotzen schlecht geworden. Mit der Verspaetung ist auch mein Plan gestorben, noch heute in die Hauptstadt Tegucigalpa weiter zu fahren, um morgen nach Nicaragua durchzustarten. Erst wollte ich in La Ceiba bleiben, aber dort war es gar nicht schoen und das vom Reisefuehrer empfohlene Hostel hat sich als verfallenes Loch herausgestellt. Freundlicherweise hat mich der Taxifahrer kostenlos zur Busstation zurueck gefahren, wo ich mich dann ploetlich in einem Chicken Bus (ihr erinnert euch, die gelben Schulbusse) mit lauter Musik, ausschliesslich Einheimischen und Maiskolbenverkaeuferinnen (mhmmm, lecker) nach Tela fand, einer zwei Stunden entfernten Kuestenstadt, die schon ein bisschen in Richtung Tegucigalpa liegt. Von hier wollte ich eigentlich morgen frueh nach Tegu weiterfahren, aber nach einem Blick in die Gegend werde ich vielleicht noch einen Tag laenger bleiben, auch wenn ich auch hier wieder abenteuerlich (aber wenigstens sauber) untergekommen bin: Wegen des Sturms vor zwei Tagen funktioniert kein Licht im Hostel und das Wasser laeuft nur im Waschbecken und im Garten, nicht aber in Klo und Dusche. Darf mich beim Duschen also mit einem Eimer uebergiessen... Naja, bald kann mich nichts mehr schocken und so langsam freu ich mich wieder auf Deutschland :-)
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