Julia unterwegs
Anreise mit Hindernissen und mein erster Tag
Ich bin angekommen in „Israel – Land of the sun“, wie ich heute auf einem Plakat lesen konnte. Mit fast vier nicht zulässigen (aber zumGlück kostenlosen ;-)) Kilos, gleich zwei Sicherheitskontrollen, einer guten Stunde Verspätung und – immerhin- ein paar neuen hebräischen Wörtern im Gepäck, die mir ein 13-jähriger Junge im Flieger beigebracht hatte, bin ich am Ben Gurion-Flughafen angekommen. Die Passkontrolle gestaltete sich als geordnetes Chaos, bis ich, brav in der Reihe für „Foreign Passports“ stehend, den Fehler machte, das Mädel neben mir zu fragen, wie spät es denn jetzt eigentlich in Israel sei. Plötzlich befand ich mich inmitten einer munter auf Deutsch über den vermuteten Zeitvorsprung in Israel diskutierenden Gruppe, in der immer mehr Menschen befürchteten, nicht vom Flughafen abgeholt zu werden, da sie ihren Familien oder Gastgebern entweder eine zu frühe oder zu späte Ankunftszeit genannt hatten. Es stellte sich erst später heraus, dass es tatsächlich keinen Zeitvorsprung gibt, da in der vergangenen Woche Israel in die Winterzeit gewechselt ist und das in Deutschland erst in den nächsten Wochen ansteht. Solange ist die Zeit gleich.
Wer dann alleine am Flughafen stand, war ich. Meine Vermieterin hatte mir versprochen, mich abzuholen, nach einer Viertelstunde warten hab ich sie dann aber mal angerufen und festgestellt, dass sie mich in ihrer Wohnung in Empfang nehmen wollte. Ob ein sprachliches Missverständnis oder ob wir uns wegen der Verspätung verpasst haben, keine Ahnung. Ich habe es aber geschafft, die inoffiziellen Taxifahrer abzuwehren und mich in ein registriertes Taxi zu setzen (sicher ist sicher), das mich dann schnell zur Wohnung gebracht hat.

Meine Vermieterin, Frau Mokotov, ist eine alte, quietschfidele Frau, die bloß nicht mehr so gut gehen kann und sich heute ziemlich oft darüber aufgeregt hat, dass ihr Computer nicht funktioniert. Als ich ihr angeboten hab, meinen zu nutzen, meinte sie bloß: „But I want to play, not internet“. Ich werde später sicherlich mal ein Foto von ihr hochladen. Die Wohnung hat bestimmt 80 Quadratmeter, ein ausreichend großes Zimmer gehört mir, Küche und Bad teilen wir uns und ins Wohnzimmer setze ich mich, wenn ich mich in die ungesicherten Drahtlosnetzwerke der Nachbarschaft einloggen möchte. Das Haus seht ihr auf dem Foto, es ist das mit dem gelben Schild.



Es ist alles ein bisschen in die Jahre gekommen, aber einigermaßen sauber, da will ich mich nicht beschweren. Außerdem liegt die Wohnung mitten im Stadtgebiet, zum Strand brauche ich zu Fuß eine gute halbe Stunde und zum Praktikumsplatz werden es ungefähr 20 Minuten sein.
Am Freitagvormittag hat mich Frau Mokotov zur ersten Orientierung mit dem Auto durch die Stadt gefahren, nachmittags bin ich dann selber herumspaziert und hab ich mich anschließend an den Strand gelegt.



Das Wetter ist im Moment super, wenn auch etwas windig (siehe Foto), nur wird es hier schon um halb sechs ziemlich dunkel. Meine Pläne, nach der Arbeit noch ein bisschen sonnenzubaden, dürften sich damit erst mal erledigt haben. Andere Aktivitäten machen aber erst im Dunkeln richtig Spaß, der Sport zum Beispiel: Im fünf Minuten entfernten Park sind die Wege angestrahlt und der (Jogging-) Mob tobt. Ich habe mich sofort mal darunter gemischt, die letzte echte Aktivität des Abends, anschließend bin ich nämlich nur noch ins Bett gefallen.

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hierunddort, Sonntag, 19. Oktober 2008, 15:23
haha. frau mokotov rocks. habe herzlich gelacht :) das klingt doch alles gut (außer dem nicht-sonnenbaden nach der arbeit, aber die beleuchteten jogging-wege machen es doch wieder wett ;) leb dich gut ein und ich freue mich auf mehr geschichtäään. liebste grüße aus leipzsch