Julia unterwegs
Umzug, der zweite!
Sowohl zeitlich als auch geographisch gesehen bin ich dem Büro gefolgt und habe mir, weil ich ja so lange nicht mehr umgezogen bin, eine neue Unterkunft gesucht. Die Gründe: Das Zimmer ist etwas günstiger (wenn auch nur noch halb so groß, geschätzte sechs Quadratmeter, dafür aber mit einem breiteren und größeren Bett, auf dem meine Füße nicht mehr ins Leere ragen ;-)), Liora, die Vermieterin, ist jünger und etwas entspannter als Frau Mokotov, der Weg zum neuen Büro ist viel kürzer, meine neue Bleibe liegt näher am Meer (15 Minuten Fußweg) und vor allem in einer schöneren Gegend. Hier gibt es ganz viele Cafés, Kneipen und Restaurants, tolle Läden, bei denen mein Herz beim Vorbeigehen blutet, ein Sushi to go an der Ecke, das ich irgendwann unbedingt mal ausprobieren muss, einen kleinen Supermarkt daneben und vor allem ganz viele junge Menschen.



Mein Reiseführer leitet die Beschreibung des Viertels mit den Worten ein „Feeling beautiful? Join others who think they are too on Sheinkin Street“… Es herrscht jedenfalls eine interessante Atmosphäre und besonders an Freitagen ist hier die Hölle los, wie auf den Fotos zu sehen sein sollte.





Ein anderer Vorteil ist die Nähe zum Karmel Market: Von Sonntag bis Freitag gibt’s dort einen großen Markt („shuk“) mit wirklich allem zu kaufen, und vor allem Gemüse und Obst ist dort günstiger als im Supermarkt. Freitags gibt’s zusätzlich einen Künstlermarkt, auf dem vor allem Bilder, Kunsthandwerk und Schmuck verkauft werden.



Zwei Nachteile habe ich aber auch schon entdecken können: Erstens gibt es hier nicht immer heißes Wasser. Wenn tagsüber die Sonne geschienen hat, ist das kein Problem, denn das Haus verfügt über Solarzellen, die das Wasser erwärmen. Wenn man aber an einem regnerischen Tag oder am Morgen duschen möchte, muss man mindestens eine halbe Stunde vorher den Boiler anstellen. Gravierender ist das zweite Problem: Das Haus liegt direkt neben einer Synagoge, deren Gemeinde ziemlich aktiv zu sein scheint: Heute morgen wurde ich von einem Kinderchor geweckt, der später von einer Blaskapelle abgelöst wurde, und gerade eben ertönte ohne Vorwarnung laute Musik (ich dachte, Liora hätte das Radio angestellt) – ich vermute, das war eine Einladung, den Beginn des Shabbat zu begehen. Ich wusste bisher gar nicht, dass die Juden auch so etwas wie einen Muezzin haben. Wieder was gelernt!

Kommentieren