Hanukkah vs. Weihnachten
am Mittwoch, 24. Dezember 2008, 17:49 im Topic 'Israel'
Jetzt ist also Weihnachten. Ich habe mich lange gefragt, wie das wohl sein wird: Zum ersten Mal ganz alleine, und dann auch noch in einem Land, in dem Weihnachten gar nicht gefeiert wird. Ich merke aber, dass das - bisher - gar nicht so schlimm ist wie erwartet, denn von Weihnachten bekomme ich hier ziemlich wenig mit. Zum einen wegen des Wetters, das zwar immer schlechter wird (gestern gab es sogar eine Sturmwarnung für Tel Aviv), aber trotzdem nicht sehr winterlich ist. Zum anderen, weil alles andere fehlt, was sonst in jedem Jahr meine Hassliebe zu Weihnachten aufs neue belebt: Weihnachtsmusik in Kaufhäusern, Tannenbäume, beleuchtete Häuser und Straßen, Weihnachtsmärkte und natürlich die Leckereien: Spekulatius, Nikoläuse, selbstgebackene Plätzchen und Glühwein… Da es in Tel Aviv keine Kirchengemeinde gibt, kann ich nicht in die Kirche gehen, sondern bin heute Abend einfach bei einer Bekannten zum Abendessen eingeladen. Und tagsüber habe ich ganz einfach gearbeitet, so dass erst gar keine Weihnachtsgefühle oder –sentimentalitäten aufkommen können.
Außerdem müssen die Juden diese Jahreszeit natürlich auch nicht komplett ohne heilige Tage verbringen. Im Gegenteil: Hier wird Hanukkah gefeiert, das Lichterfest. Das heißt so, weil acht Tage lang an jedem Abend eine neue Kerze an der Menora (bzw. dem Hanukkiah), dem traditionellen jüdischen Kerzenleuchter, angezündet wird. Heute wurde im Büro darüber diskutiert, welches Fest „besser“ ist: Hanukkah dauert acht Tage, Weihnachten nur zwei, aber wenigstens sind über Weihnachten zwei Tage frei, während man an Hanukkah normal zur Arbeit geht, weil das Fest nicht zu den höchsten Feiertagen gehört. Kinder bekommen an Hanukkah kleine Geschenke, und in religiöseren Familien wird beim Kerzen anzünden auch gesungen und gebetet. Mein Eindruck ist aber, dass es sich hierbei, wie bei Weihnachten, vor allem um eine nette, weit verbreitete Tradition handelt. So zünden wir auch im Büro jeden Tag eine Kerze an, und gestern haben wir dazu „Sufkaniot“ gegessen, spezielles Hanukkah-Gebäck, das ziemlich genau das gleiche ist wie Berliner Ballen (bzw. „Pfannkuchen“ für die Berliner…). Ansonsten ist es üblich, die erleuchteten Kerzenständer vor die Türen und bei Anbruch der Dunkelheit in die Fenster zu stellen – das konnte ich aber noch nicht beobachten, geschweige denn fotografieren, da das Wetter im Moment so scheußlich ist und ich am liebsten gar nicht raus gehe. Deswegen seht ihr hier den Kerzenständer unserer jüdisch-orthodoxen Nachbarn, der jeden Tag mit einer Kerze mehr im Treppenhaus steht. Die feiern Hanukkah richtig intensiv, mit Familienbesuchen und Synagogengängen und vieeeelen Kindern...

Was an Hanukkah gefeiert wird? Jedenfalls nichts, was mit Weihnachten zu tun hat. Das Fest erinnert an die Einweihung des zweiten jüdischen Tempels – auf dem heutigen Tempelberg in Jerusalem – vor über 2.000 Jahren. Bei der Einweihung sollte die Menora entzündet werden, um dann ewig zu brennen. Jerusalem war aber vorher (mal wieder…) erobert worden, das Öl war nach dem Krieg knapp und reichte nur für einen einzigen Tag. Doch durch ein Wunder, so die Legende, war an jedem neuen Tag wieder genug Öl vorhanden, um die Kerzen im Tempel einen weiteren Tag brennen zu lassen. Nach acht Tagen hatten die Juden genügend neues Öl hergestellt, und das Wunder endete, ohne dass die Kerzen einmal verloschen waren. Ungefähr so haben es mir einige Leute erzählt, und so steht es auch bei wikipedia im Netz ;-)
Auch Hanukkah scheint übrigens ein „Fest der Liebe“ zu sein: Als sich gestern im Bus die hintere Hälfte des Busses gestritten hat (eigentlich haben nur eine alte Frau und ein alter Mann gestritten, aber der Rest der Menschen hat sich eingemischt), hat schließlich ein Mann gerufen „Haltet alle die Klappe, es ist Hanukkah“ – so oder so ähnlich, er hat natürlich Hebräisch geredet. In diesem Sinne: Euch allen frohe Weihnachten und schöne Feiertage!
Außerdem müssen die Juden diese Jahreszeit natürlich auch nicht komplett ohne heilige Tage verbringen. Im Gegenteil: Hier wird Hanukkah gefeiert, das Lichterfest. Das heißt so, weil acht Tage lang an jedem Abend eine neue Kerze an der Menora (bzw. dem Hanukkiah), dem traditionellen jüdischen Kerzenleuchter, angezündet wird. Heute wurde im Büro darüber diskutiert, welches Fest „besser“ ist: Hanukkah dauert acht Tage, Weihnachten nur zwei, aber wenigstens sind über Weihnachten zwei Tage frei, während man an Hanukkah normal zur Arbeit geht, weil das Fest nicht zu den höchsten Feiertagen gehört. Kinder bekommen an Hanukkah kleine Geschenke, und in religiöseren Familien wird beim Kerzen anzünden auch gesungen und gebetet. Mein Eindruck ist aber, dass es sich hierbei, wie bei Weihnachten, vor allem um eine nette, weit verbreitete Tradition handelt. So zünden wir auch im Büro jeden Tag eine Kerze an, und gestern haben wir dazu „Sufkaniot“ gegessen, spezielles Hanukkah-Gebäck, das ziemlich genau das gleiche ist wie Berliner Ballen (bzw. „Pfannkuchen“ für die Berliner…). Ansonsten ist es üblich, die erleuchteten Kerzenständer vor die Türen und bei Anbruch der Dunkelheit in die Fenster zu stellen – das konnte ich aber noch nicht beobachten, geschweige denn fotografieren, da das Wetter im Moment so scheußlich ist und ich am liebsten gar nicht raus gehe. Deswegen seht ihr hier den Kerzenständer unserer jüdisch-orthodoxen Nachbarn, der jeden Tag mit einer Kerze mehr im Treppenhaus steht. Die feiern Hanukkah richtig intensiv, mit Familienbesuchen und Synagogengängen und vieeeelen Kindern...

Was an Hanukkah gefeiert wird? Jedenfalls nichts, was mit Weihnachten zu tun hat. Das Fest erinnert an die Einweihung des zweiten jüdischen Tempels – auf dem heutigen Tempelberg in Jerusalem – vor über 2.000 Jahren. Bei der Einweihung sollte die Menora entzündet werden, um dann ewig zu brennen. Jerusalem war aber vorher (mal wieder…) erobert worden, das Öl war nach dem Krieg knapp und reichte nur für einen einzigen Tag. Doch durch ein Wunder, so die Legende, war an jedem neuen Tag wieder genug Öl vorhanden, um die Kerzen im Tempel einen weiteren Tag brennen zu lassen. Nach acht Tagen hatten die Juden genügend neues Öl hergestellt, und das Wunder endete, ohne dass die Kerzen einmal verloschen waren. Ungefähr so haben es mir einige Leute erzählt, und so steht es auch bei wikipedia im Netz ;-)
Auch Hanukkah scheint übrigens ein „Fest der Liebe“ zu sein: Als sich gestern im Bus die hintere Hälfte des Busses gestritten hat (eigentlich haben nur eine alte Frau und ein alter Mann gestritten, aber der Rest der Menschen hat sich eingemischt), hat schließlich ein Mann gerufen „Haltet alle die Klappe, es ist Hanukkah“ – so oder so ähnlich, er hat natürlich Hebräisch geredet. In diesem Sinne: Euch allen frohe Weihnachten und schöne Feiertage!
