Julia unterwegs
Alles tranquilo :-)
Hey, zur Abwechselung habe ich weder viel noch neues zu berichten. Trotzdem wollte ich mich nochmal melden, bevor ich morgen auf die Insel Ometepe im Nicargua-See fahre, wo das Internet ziemlich schlecht sein soll. Was hat sich getan in den letzten Tagen? Am besten chronologisch:

Samstag: Ausser ein bisschen Sightseeing und abends in einem Comedor (so heissen die lokalen Restaurants hier) nicht mehr viel nach der Reise. Granada ist anscheinend der am meisten von Touristen besichtigte Ort in Nicaragua, und so sieht es an vielen Stellen auch aus. Einige Gebaeude, vor allem die Kathedrale im Stadtzentrum, sind so doll renoviert und herausgeputzt worden, dass es schon kuenstlich aussieht (siehe Foto). Ausserdem gibt es, was ich in Mittelamerika bisher noch gar nicht gesehen habe, eine fuer Autos mehr oder weniger gesperrte Strasse mit ganz vielen Strassencafes. Im Stadtzentrum laufen fast nur Touristen rum, und alles wirkt ein bisschen unecht. Dementsprechend hoch sind natuerlich auch die Preise in den Geschaeften und Restaurants. Es ist nicht so schlimm, aber auch echt nicht so toll wie Leon, das noch ein bisschen anarchistischen Charme hatte.



Sonntag: Jordan hatte Magenprobleme, deswegen habe ich mir alleine ein Fahrrad gemietet (bei weitem das verkehrstuechtigste aller jemals gemieteten Raeder, und das ist keine Ironie!) und bin ans Seeufer gefahren. Ich dachte, dort gibt es vielleicht eine Promenade, an der man ein paar Stuendchen entlang fahren kann, aber erst mal gabs dort vor allem einen "Complejo Turistico", der voellig von einheimischen Familen uebervoelkert war, die dorthin ihren Sonntagsausflug gemacht haben, um im See zu schwimmen, zu picknicken und im Schatten zu schlafen. Anschliessend bin ich, auf der Suche nach mehr Uferweg durch die Waelder gekurvt, habe aber ausser ein paar Privatgrundstuecken und im Sumpf grasenden Rindern nichts mehr gefunden. Zurueck in der Stadt habe ich mir ein altes restauriertes Fort angeschaut, das von den Englaendern gebaut wurde, um die Stadt gegen Piraten zu schuetzen. Dann habe ich in der Haengematte geschlafen und abends bin ich mit Jordan, dem es wieder besser ging, in den gleichen Comedor wie am Abend zuvor spaziert.

Montag: Vorlaeufiger Abschied von Jordan, der nach Ometepe weitergereist ist, um dort ein paar Freunde zu treffen. Ich habe einen Ausflug an die Laguna Apoyo gemacht, einen eine halbe Stunde von Granada entfernten Kratersee gemacht, in dem man schwimmen und an dem man relaxen kann. Mehr kann ich darueber echt nicht sagen, da ich tatsechlich nichts anderes gemacht habe. Abends habe ich gemeinsam mit einer Deutschen gegessen und anschliessend bin ich frueh ins Bett gegangen, weil ich eigentlich frueh aufstehen wollte, um am naechsten Tag frueh in die Stadt Masaya auf einen Kunsthandwerk-Markt zu fahren und anschliessend noch nach Ometepe weiter zu duesen.

Dienstag: Das hat nicht geklappt, denn erst habe ich laenger geschlafen, als ich wollte, dann habe ich mal wieder eine geschlagene Stunde in der Bank verbracht, um meine letzten beiden Traveller Cheques einzuwechseln, dann musste ich noch meine Waesche zur Waescherei bringen und dann war es so spaet, dass ich entschieden habe, erst morgen weiter zu fahren. Masaya war nichts besonders, der Markt war ziemlich touristisch und es gab irgendwie ueberall die gleichen Sachen. Naja, immerhin hab ich was leckeres Typisches zum Essen gefunden. Gleich werde ich vielleicht noch einen Kirchturm erklettern, um mir den Sonnenuntergang anzuschauen, und dann wars das heute auch schon. Morgen gehts dann, aber wirklich, weiter an den Nicaragua-See.

So langsam werde ich ueberigens ein bisschen wehmuetig, weil die letzten Tage ziemlich cool waren und mir Nicaragua echt gut gefaellt, und weil ich nur noch eine gute Woche uebrig habe. Aber ich werde versuchen, so viel es geht daraus zu machen. Ausserdem muss ich ja eh nochmal zurueck kommen, da ich wahrscheinlich nichts von Costa Rica sehen werde...

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juliaunterwegs, Freitag, 20. März 2009, 11:16
Hi, back again in old Germany! Unsere Englandfahrt war toll. Alles hat gut geklappt und es sind keinerlei Probleme aufgetreten.
wenn wir nur annähernd so viel Aufregendes erlebt hätten wie du
hätte ich wahrscheinlich am Rande eines Nervenzusammenbruchs gestanden. Ich bin froh, immer nur im Nachhinein von deinen Abenteuern zu hören. Hoffentlich überstehst du die letzten Tage auch noch mehr oder weniger unbeschadet und gewöhnst dich so langsam an den Gedanken, dass übernächste Woche das ,,normale" Leben wieder anfängt
(nach mehr als einem halben Jahr)! Da ist eigentlich keine Wehmut angesagt sondern Dankbarkeit dafür, dass diese Zeit
überhaupt möglich war.
In diesem Sinne: Genieße die letzten Tage!
Liebe Grüße a.d.