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Dienstag, 17. März 2009
Alles tranquilo :-)
am Dienstag, 17. März 2009, 23:17 im Topic 'Mittelamerika'
Hey, zur Abwechselung habe ich weder viel noch neues zu berichten. Trotzdem wollte ich mich nochmal melden, bevor ich morgen auf die Insel Ometepe im Nicargua-See fahre, wo das Internet ziemlich schlecht sein soll. Was hat sich getan in den letzten Tagen? Am besten chronologisch:
Samstag: Ausser ein bisschen Sightseeing und abends in einem Comedor (so heissen die lokalen Restaurants hier) nicht mehr viel nach der Reise. Granada ist anscheinend der am meisten von Touristen besichtigte Ort in Nicaragua, und so sieht es an vielen Stellen auch aus. Einige Gebaeude, vor allem die Kathedrale im Stadtzentrum, sind so doll renoviert und herausgeputzt worden, dass es schon kuenstlich aussieht (siehe Foto). Ausserdem gibt es, was ich in Mittelamerika bisher noch gar nicht gesehen habe, eine fuer Autos mehr oder weniger gesperrte Strasse mit ganz vielen Strassencafes. Im Stadtzentrum laufen fast nur Touristen rum, und alles wirkt ein bisschen unecht. Dementsprechend hoch sind natuerlich auch die Preise in den Geschaeften und Restaurants. Es ist nicht so schlimm, aber auch echt nicht so toll wie Leon, das noch ein bisschen anarchistischen Charme hatte.
Sonntag: Jordan hatte Magenprobleme, deswegen habe ich mir alleine ein Fahrrad gemietet (bei weitem das verkehrstuechtigste aller jemals gemieteten Raeder, und das ist keine Ironie!) und bin ans Seeufer gefahren. Ich dachte, dort gibt es vielleicht eine Promenade, an der man ein paar Stuendchen entlang fahren kann, aber erst mal gabs dort vor allem einen "Complejo Turistico", der voellig von einheimischen Familen uebervoelkert war, die dorthin ihren Sonntagsausflug gemacht haben, um im See zu schwimmen, zu picknicken und im Schatten zu schlafen. Anschliessend bin ich, auf der Suche nach mehr Uferweg durch die Waelder gekurvt, habe aber ausser ein paar Privatgrundstuecken und im Sumpf grasenden Rindern nichts mehr gefunden. Zurueck in der Stadt habe ich mir ein altes restauriertes Fort angeschaut, das von den Englaendern gebaut wurde, um die Stadt gegen Piraten zu schuetzen. Dann habe ich in der Haengematte geschlafen und abends bin ich mit Jordan, dem es wieder besser ging, in den gleichen Comedor wie am Abend zuvor spaziert.
Montag: Vorlaeufiger Abschied von Jordan, der nach Ometepe weitergereist ist, um dort ein paar Freunde zu treffen. Ich habe einen Ausflug an die Laguna Apoyo gemacht, einen eine halbe Stunde von Granada entfernten Kratersee gemacht, in dem man schwimmen und an dem man relaxen kann. Mehr kann ich darueber echt nicht sagen, da ich tatsechlich nichts anderes gemacht habe. Abends habe ich gemeinsam mit einer Deutschen gegessen und anschliessend bin ich frueh ins Bett gegangen, weil ich eigentlich frueh aufstehen wollte, um am naechsten Tag frueh in die Stadt Masaya auf einen Kunsthandwerk-Markt zu fahren und anschliessend noch nach Ometepe weiter zu duesen.
Dienstag: Das hat nicht geklappt, denn erst habe ich laenger geschlafen, als ich wollte, dann habe ich mal wieder eine geschlagene Stunde in der Bank verbracht, um meine letzten beiden Traveller Cheques einzuwechseln, dann musste ich noch meine Waesche zur Waescherei bringen und dann war es so spaet, dass ich entschieden habe, erst morgen weiter zu fahren. Masaya war nichts besonders, der Markt war ziemlich touristisch und es gab irgendwie ueberall die gleichen Sachen. Naja, immerhin hab ich was leckeres Typisches zum Essen gefunden. Gleich werde ich vielleicht noch einen Kirchturm erklettern, um mir den Sonnenuntergang anzuschauen, und dann wars das heute auch schon. Morgen gehts dann, aber wirklich, weiter an den Nicaragua-See.
So langsam werde ich ueberigens ein bisschen wehmuetig, weil die letzten Tage ziemlich cool waren und mir Nicaragua echt gut gefaellt, und weil ich nur noch eine gute Woche uebrig habe. Aber ich werde versuchen, so viel es geht daraus zu machen. Ausserdem muss ich ja eh nochmal zurueck kommen, da ich wahrscheinlich nichts von Costa Rica sehen werde...
Samstag: Ausser ein bisschen Sightseeing und abends in einem Comedor (so heissen die lokalen Restaurants hier) nicht mehr viel nach der Reise. Granada ist anscheinend der am meisten von Touristen besichtigte Ort in Nicaragua, und so sieht es an vielen Stellen auch aus. Einige Gebaeude, vor allem die Kathedrale im Stadtzentrum, sind so doll renoviert und herausgeputzt worden, dass es schon kuenstlich aussieht (siehe Foto). Ausserdem gibt es, was ich in Mittelamerika bisher noch gar nicht gesehen habe, eine fuer Autos mehr oder weniger gesperrte Strasse mit ganz vielen Strassencafes. Im Stadtzentrum laufen fast nur Touristen rum, und alles wirkt ein bisschen unecht. Dementsprechend hoch sind natuerlich auch die Preise in den Geschaeften und Restaurants. Es ist nicht so schlimm, aber auch echt nicht so toll wie Leon, das noch ein bisschen anarchistischen Charme hatte.
Sonntag: Jordan hatte Magenprobleme, deswegen habe ich mir alleine ein Fahrrad gemietet (bei weitem das verkehrstuechtigste aller jemals gemieteten Raeder, und das ist keine Ironie!) und bin ans Seeufer gefahren. Ich dachte, dort gibt es vielleicht eine Promenade, an der man ein paar Stuendchen entlang fahren kann, aber erst mal gabs dort vor allem einen "Complejo Turistico", der voellig von einheimischen Familen uebervoelkert war, die dorthin ihren Sonntagsausflug gemacht haben, um im See zu schwimmen, zu picknicken und im Schatten zu schlafen. Anschliessend bin ich, auf der Suche nach mehr Uferweg durch die Waelder gekurvt, habe aber ausser ein paar Privatgrundstuecken und im Sumpf grasenden Rindern nichts mehr gefunden. Zurueck in der Stadt habe ich mir ein altes restauriertes Fort angeschaut, das von den Englaendern gebaut wurde, um die Stadt gegen Piraten zu schuetzen. Dann habe ich in der Haengematte geschlafen und abends bin ich mit Jordan, dem es wieder besser ging, in den gleichen Comedor wie am Abend zuvor spaziert.
Montag: Vorlaeufiger Abschied von Jordan, der nach Ometepe weitergereist ist, um dort ein paar Freunde zu treffen. Ich habe einen Ausflug an die Laguna Apoyo gemacht, einen eine halbe Stunde von Granada entfernten Kratersee gemacht, in dem man schwimmen und an dem man relaxen kann. Mehr kann ich darueber echt nicht sagen, da ich tatsechlich nichts anderes gemacht habe. Abends habe ich gemeinsam mit einer Deutschen gegessen und anschliessend bin ich frueh ins Bett gegangen, weil ich eigentlich frueh aufstehen wollte, um am naechsten Tag frueh in die Stadt Masaya auf einen Kunsthandwerk-Markt zu fahren und anschliessend noch nach Ometepe weiter zu duesen.
Dienstag: Das hat nicht geklappt, denn erst habe ich laenger geschlafen, als ich wollte, dann habe ich mal wieder eine geschlagene Stunde in der Bank verbracht, um meine letzten beiden Traveller Cheques einzuwechseln, dann musste ich noch meine Waesche zur Waescherei bringen und dann war es so spaet, dass ich entschieden habe, erst morgen weiter zu fahren. Masaya war nichts besonders, der Markt war ziemlich touristisch und es gab irgendwie ueberall die gleichen Sachen. Naja, immerhin hab ich was leckeres Typisches zum Essen gefunden. Gleich werde ich vielleicht noch einen Kirchturm erklettern, um mir den Sonnenuntergang anzuschauen, und dann wars das heute auch schon. Morgen gehts dann, aber wirklich, weiter an den Nicaragua-See.
So langsam werde ich ueberigens ein bisschen wehmuetig, weil die letzten Tage ziemlich cool waren und mir Nicaragua echt gut gefaellt, und weil ich nur noch eine gute Woche uebrig habe. Aber ich werde versuchen, so viel es geht daraus zu machen. Ausserdem muss ich ja eh nochmal zurueck kommen, da ich wahrscheinlich nichts von Costa Rica sehen werde...
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Sonntag, 15. März 2009
Freitag, der 13.
am Sonntag, 15. März 2009, 01:27 im Topic 'Mittelamerika'
Die Ueberschrift laesst euch bestimmt schon Schlimmes ahnen. Tja, da liegt ihr gar nicht so falsch. Mein Freitag, der 13., war weitestgehend uebel. Begonnen hat er nachts in einer ziemlichen scheusslichen Disco, immerhin keine Touri-Disco, aber die Musik war grauenhaft, das Publikum irgendwie auch, die teure Rum-Cola, die irgendwer bestellt hatte (und die ich natuerlich auch bezahlen musste), hat nach Wasser geschmeckt und so ist ein vorher guter Abend (mit der Truppe vom Strand und zwei weiteren Kanadiern) ein bisschen seltsam geendet. Mit nur drei Stunden Schlaf in den Knochen musste ich morgens um halb sieben aufstehen, warum, ist eine langweilige komplizierte Geschichte, die ich euch an dieser Stelle nicht zumuten moechte (kurz: ich wurde von einem Reisebuero verarscht). Morgens war ich dann ja noch im Internet, und mittags ging das Drama dann so richtig los. Ich sag nur: Volcano Boarding, oder: "Wie man sich am besten fuer viel Geld schnell und effektiv schmerzhafte und haessliche Verletzungen zufuegen kann". Auf einem Pickup-Truck sind wir eine halbe Stunde lang zum Vulkan gekarrt worden, und als ich absteigen musste, machte es einmal "ratsch" und das Schicksal der Hose meiner Mama (keine Rueckreise nach Deutschland) war besiegelt: Ein riesiger Riss zog sich von der Innenseite des Beines von der Mitte der Wade bis zum Reissverschluss. Der 45 Minuten lange Aufstieg auf den Vullkan Cerro Negro, der juengste Nicaraguas, war damit eine ziemlich unkomfortable Angelegenheit, da ich, den Rucksack auf dem Ruecken, das Board in den Haenden in Windboeen ueber Steine balancieren musste und gleichzeitig so gut wie moeglich den Riesen-Riss verdecken musste. Oben angekommen ist mir fast das Herz stehen geblieben, weil die Piste wirklich verdammt steil aussah und unser Guide erzaehlt hat, dass der schnellste Volcano-Boarder fuer den Weg nach unten 18 Sekunden gebraucht hat und ueber 80 Stundenkilometer schnell war. Und dass ein anderer das mit seinem Mountainbike versucht hat und anschliessend acht Monate im Krankenhaus verbringen durfte. Alles klar? Nur kurz sur Erklaerung: Das Board ist ein Holzbrett mit einer metallenen Flaeche auf der Unterseite (siehe Foto), die, je nachdem wie man drauf sitzt, fuer die Geschwindigkeit zustaendig ist. Auf der Oberseite sind drei Holzsprossen befestigt, zwischen die man sich setzt, und eine Kordel, die man festhalten muss, falls man stuerzt, damit das Board sich nciht selbststaendig macht. Der Untergrund, auf dem es runter ging, war recht feines Vulkangestein, ein bisschen groeber als Strassenschotter, also nicht etwa Sand. Oben auf dem Vulkan haben wir lustige Anzuege und Chemiebrillen bekommen, gegen Schmutz, Staub und etwagige Verletzungen. Auf dem Foto koennt ihr mich auf der Vulkanspitze sehen, lachend mit dem Mut der Verzweiflung.

Nach einer Viertelstunde Anweisungen, wie man lenken, bremsen und beschleunigen (ha!) kann, haben sich die ersten auf den Weg gemacht. Es sind immer zwei Leute gleichzeitig losgefahren, auf ein paar Meter voneinander entfernt liegenden Pisten. Unten standen dann zwei Typen, die die Geschwindigkeit der Ankommenden gemessen haben. Die ganzen Anweisungen habe ich versucht, zu beachten, aber es hat nichts geholfen: Ich bin drei Mal vom Board gefallen, und einmal bin ich so uebel gestuerzt, dass ich kopfueber den Berg herunter gekullert bin, Steine im Mund hatte, das Board abwechselnd ueber und unter mir und nicht mehr wusste, wo oben und unten war. Hoert sich lustig an, war es aber nicht. Kurz vor der Zeitmessung bin ich dann nochmal gestuerzt und habe es dann letztendlich nur auf 25 anstatt der geplanten 50 Stundenkilometer geschafft. Bei meiner Ankunft waren alle still und ein paar Menschen haben mich gefragt ob ich ok sei. Ich musste mich erst mal setzen und da mich alle ganz mitleidig angeschaut haben und mich beinahe jeder nach meinem Befinden gefragt hat, habe ich es mit der Angst zu tun bekommen weil ich dachte, ich muss echt schlimm aussehen. Mehrere Leute meinten, bis zur Haelfte habe ich echt gut ausgesehen und eine ziemliche Geschwindigkeit drauf gehabt (hat sich gar nicht so angefuehlt) und der Sturz habe richtig uebel ausgesehen. Naja, das Ergebnis ist jedenfalls, trotz Schutzanzug, ein linker Arm mit vielen Schuerfwunden, zwei leicht zerkratzte Haende, Schuerfwunden am Bein und am Kinn und eine Druckstelle von den Brillen an der Nase. Autsch.

Zurueck im Hostel gabs immerhin kostenlose Mojitos fuer alle, und nach einer Dusche, die hoellisch gebrennt hat an den Wunden haben wir weitergetrunken und den anderen Menschen, die nicht dabei gewesen waren, Heldengeschichten erzaehlt. Ich konnte immerhin sagen, dass ich den Preis fuer den besten Stunt bekommen haette, denn natuerlich war ich die einzige, die so richtig fies gestuerzt ist. Der Rest des Freitags war dann ganz ok: Geselliges Beisammensein und spaeter nochmal weggehen. Auch das war nicht unkompliziert, aber das ist eine andere Geschichte.
Heute morgen war es dann ganz schoen schwer, aufzustehen, aber Jordan (der New Yorker mit dem gleichen Weg) und ich haben uns aber trotzdem tapfer auf den Weg gemacht. Im Pickup-Truck zur Bushhaltestelle, mit dem Bus nach Managua, in meinen Gedanken die Horror-Stadt schlechthin. Und was war? Ich habe im Bus geschlafen und nichts mitbekommen, und irgenwann hat mich Jordan geweckt, weil der Busfahrer gesagt hat, um den Bus nach Granada zu erreichen, muessten wir aussteogen. Das haben wir getan und uns an einer grossen unuebersichtlichen Busstation wiedergefunden, die (hier ueblich) gleichzeitig ein Markt war. Aber nicht dunkel, dreckig, duester und gefaehrlich, sondern sonnig, mit Musik, und, ok, dreckig war es schon. Wir haben uns etwa eine halbe Stunde lang zum Bus durchgefragt, viele Leute haben uns unterschiedliche Dinge erzaehlt und die Taxifahrer wollten uns natuerlich abzocken, aber: Alle waren super freundlich, haben und lang und breit erklaert, wo wir hinmuessen, haben uns die Preis genannt, damit wir nicht von irgendwelchen Busfahrern uebers Ohr gehauen werden, und haben sich eingemischt, wenn sie der Meinung waren, dass jemand uns etwas falsches erzaehlt hatte. Lustig war, als ich mich in einem stehenden Bus nach dem Weg erkundigt habe, waehrend Jordan hinter mir Leute an der Strasse gefragt hat. Als ich mich umgedreht habe, sah ich ihn umgeben von fuenf alten Maennern, die alle wild in die gleiche Richtung zeigten (die gleiche Richtung, die mir der Busfahrer gesagt hatte), und da sind wir dann auch hingegangen. Ein Anblick fuer die Goetter. Die Fahrt nach Granada hat dann nochmal eine Stunde gedauert, wir haben Betten in unserem Wunschhostel gefunden, in dem es den ganzen Tag gratis Kaffee gibt (juchu!) und alles war super. Cool, ich bin geradezu auf einer Euphoriewelle geschwebt, weil die Menschen so freundlich und hilfsbereit waren und alles so gut geklappt hat. Bin bis jetzt wirklich restlos begeistert von Nicaragua. Obwohl mir Granada auf den ersten Blick nicht so gut gefaellt wie Leon, aber ich habe auch noch nciht so viel gesehen. Jetzt gehts gleich erst mal in die Dusche und dann mal schaun, ob heute Abend noch etwas los ist. Und essen muss ich auch... Bis demnaechst!

Nach einer Viertelstunde Anweisungen, wie man lenken, bremsen und beschleunigen (ha!) kann, haben sich die ersten auf den Weg gemacht. Es sind immer zwei Leute gleichzeitig losgefahren, auf ein paar Meter voneinander entfernt liegenden Pisten. Unten standen dann zwei Typen, die die Geschwindigkeit der Ankommenden gemessen haben. Die ganzen Anweisungen habe ich versucht, zu beachten, aber es hat nichts geholfen: Ich bin drei Mal vom Board gefallen, und einmal bin ich so uebel gestuerzt, dass ich kopfueber den Berg herunter gekullert bin, Steine im Mund hatte, das Board abwechselnd ueber und unter mir und nicht mehr wusste, wo oben und unten war. Hoert sich lustig an, war es aber nicht. Kurz vor der Zeitmessung bin ich dann nochmal gestuerzt und habe es dann letztendlich nur auf 25 anstatt der geplanten 50 Stundenkilometer geschafft. Bei meiner Ankunft waren alle still und ein paar Menschen haben mich gefragt ob ich ok sei. Ich musste mich erst mal setzen und da mich alle ganz mitleidig angeschaut haben und mich beinahe jeder nach meinem Befinden gefragt hat, habe ich es mit der Angst zu tun bekommen weil ich dachte, ich muss echt schlimm aussehen. Mehrere Leute meinten, bis zur Haelfte habe ich echt gut ausgesehen und eine ziemliche Geschwindigkeit drauf gehabt (hat sich gar nicht so angefuehlt) und der Sturz habe richtig uebel ausgesehen. Naja, das Ergebnis ist jedenfalls, trotz Schutzanzug, ein linker Arm mit vielen Schuerfwunden, zwei leicht zerkratzte Haende, Schuerfwunden am Bein und am Kinn und eine Druckstelle von den Brillen an der Nase. Autsch.

Zurueck im Hostel gabs immerhin kostenlose Mojitos fuer alle, und nach einer Dusche, die hoellisch gebrennt hat an den Wunden haben wir weitergetrunken und den anderen Menschen, die nicht dabei gewesen waren, Heldengeschichten erzaehlt. Ich konnte immerhin sagen, dass ich den Preis fuer den besten Stunt bekommen haette, denn natuerlich war ich die einzige, die so richtig fies gestuerzt ist. Der Rest des Freitags war dann ganz ok: Geselliges Beisammensein und spaeter nochmal weggehen. Auch das war nicht unkompliziert, aber das ist eine andere Geschichte.
Heute morgen war es dann ganz schoen schwer, aufzustehen, aber Jordan (der New Yorker mit dem gleichen Weg) und ich haben uns aber trotzdem tapfer auf den Weg gemacht. Im Pickup-Truck zur Bushhaltestelle, mit dem Bus nach Managua, in meinen Gedanken die Horror-Stadt schlechthin. Und was war? Ich habe im Bus geschlafen und nichts mitbekommen, und irgenwann hat mich Jordan geweckt, weil der Busfahrer gesagt hat, um den Bus nach Granada zu erreichen, muessten wir aussteogen. Das haben wir getan und uns an einer grossen unuebersichtlichen Busstation wiedergefunden, die (hier ueblich) gleichzeitig ein Markt war. Aber nicht dunkel, dreckig, duester und gefaehrlich, sondern sonnig, mit Musik, und, ok, dreckig war es schon. Wir haben uns etwa eine halbe Stunde lang zum Bus durchgefragt, viele Leute haben uns unterschiedliche Dinge erzaehlt und die Taxifahrer wollten uns natuerlich abzocken, aber: Alle waren super freundlich, haben und lang und breit erklaert, wo wir hinmuessen, haben uns die Preis genannt, damit wir nicht von irgendwelchen Busfahrern uebers Ohr gehauen werden, und haben sich eingemischt, wenn sie der Meinung waren, dass jemand uns etwas falsches erzaehlt hatte. Lustig war, als ich mich in einem stehenden Bus nach dem Weg erkundigt habe, waehrend Jordan hinter mir Leute an der Strasse gefragt hat. Als ich mich umgedreht habe, sah ich ihn umgeben von fuenf alten Maennern, die alle wild in die gleiche Richtung zeigten (die gleiche Richtung, die mir der Busfahrer gesagt hatte), und da sind wir dann auch hingegangen. Ein Anblick fuer die Goetter. Die Fahrt nach Granada hat dann nochmal eine Stunde gedauert, wir haben Betten in unserem Wunschhostel gefunden, in dem es den ganzen Tag gratis Kaffee gibt (juchu!) und alles war super. Cool, ich bin geradezu auf einer Euphoriewelle geschwebt, weil die Menschen so freundlich und hilfsbereit waren und alles so gut geklappt hat. Bin bis jetzt wirklich restlos begeistert von Nicaragua. Obwohl mir Granada auf den ersten Blick nicht so gut gefaellt wie Leon, aber ich habe auch noch nciht so viel gesehen. Jetzt gehts gleich erst mal in die Dusche und dann mal schaun, ob heute Abend noch etwas los ist. Und essen muss ich auch... Bis demnaechst!
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Freitag, 13. März 2009
Kampf mit den Naturgewalten
am Freitag, 13. März 2009, 19:08 im Topic 'Mittelamerika'
So, nach drei oder vier wundervollen Tagen ist es wieder mal an der Zeit, dass ich mich melde. Ich bin irgendwie in Leon haengen geblieben, habe aber die feste Absicht, morgen nach Granada weiter zu fahren. Und das kam so: Anfang der Woche habe ich meinen Plan, an den Strand zu fahren, erst mal ueber den Haufen geworfen, weil ich irgendwie so unmotiviert war. Statt dessen habe ich nachmittags an einer "History and Revolution"-Stadtfuehrung teilgenommen, bei der ein ausgewanderter Hollaender mich und zwei Maedels aus Norwegen drei Stunden lang in einem halb auseinder fallenden Jeep in und um Leon herum gefahren und uns allerlei Dinge ueber die Geschichte der Stadt erzaehlt. War interessant, vor allem weil ich irgendwann ein Aha-Erlebnis hatte und mich an einige Dinge erinnern konnte, die ich schon mal in einem Seminar ueber Nicaragua vor ein paar Jahren aufgeschnappt hatte. Ausserdem habe ich mich entschieden, nicht die 1 1/2-Tageswanderung zu machen, sondern am "Full Moon Hike" Teilzunehmen, der in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch statt finden sollte. Am naechsten Tag (Dienstag) bin ich dann aber wirklich zum Strand gefahren, allerdings nur fuer einen Tag. Nach einer guten Stunde Fahrt im Chicken-Bus auf einer 20 km langen Schotterpiste, die gerade rundum erneuert wurde, habe ich mich ein bisschen geaergert, dass ich nicht schon am Montag aufgerafft hatte, denn, tadaaa: Ich habe meinen Traumstrand gefunden! Der Strand besteht aus richtigem Sand, ist sowohl breit als auch sehr lang, sauber, und vor allem fast menschenleer. Einziges Manko: Die Wellen, denn die sind, da am Pazifik gelegen, so gewaltig, dass es mir mehrmals fast die Bikini-Hose vom Koerper gerissen hat und ich einmal von einer Welle so hart auf den Strand geschleudert wurde, dass ich nun eine Schuerfwunde am Popo habe. Autsch! Leider kann ich euch keine Fotos zeigen, da ich meine Einweg-Kamera dabei hatte ;-)
Am spaeten Nachmittag bin ich zurueck nach Leon, denn ich musste noch ein paar Dinge vorbereiten fuer die Vulkanbesteigung im Vollmond. Organisiert wurde die Tour von einem Reisebuero, das als 100 prozentige Non-Profit-Organization funktioniert: Die Guides sind Freiwillige aus aller Welt, die Ausruestung besteht aus Spenden und die Erloese gehen an Strassenkinder in Nicaragua. Um 22 Uhr haben sich die ueber 30 Wanderwilligen im Buero von Quetzaltrekkers, so heisst die Organisation, versammelt, um Essen zu verteilen. Jeder musste 4 1/2 Liter Wasser einpacken, plus Zutaten fuer das Fruehstueck, das auf dem Berg zubereitet werden sollte und kleinerer Snacks fuer zwischendurch. Nach einem Abendessen wurden wir dann zum Fuss des Berges gefahren, und gegen 23:30 ging die Wanderung los. Die meiste Zeit sind wir auf Feldern oder vertrocknetem Gras gegangen, und der Vollmond war so hell, dass man keine Taschenlampe brauchte. Nur wenn wir durchs Gebuesch mussten, war ich froh, dass ich mir den Weg leuchten konnte. Steine und Wurzeln auf dem Weg sind dann doch mal stoerend, vor allem, wenn man ohnehin muede ist und ein bisschen vor sich hin stolpert. Gegen 4:30 Uhr morgens hatten wir dann den Fuss des Kraters erreicht. Der Blick auf den vom Mond beschienenen rauchenden Krater, mit dem Mond darueber, gehoert definitiv zu den Highlights dieser Reise. Die Fotos sind leider nichts geworden, zu dunkel. Vom Fuss des Kraters war es noch einmal eine halbe Stunde Kraxeln uebers Vulkangestein bis zum Kraterrand. Wir konnten, auf den Steinen liegend, ueber den Rand in den Krater hinein gucken, wo man allerdings keine Lava, sondern bloss den Rauch sehen (und riechen!) konnte. Hoert sich gefaehrlich an, ist es aber nicht, denn der Vulkan erodiert nur alle fuenf oder sechs Jahre und die Kraterwand ist senkrecht und nicht etwa gebogen, so dass der Rand nicht abbrechen kann, wenn man drauf liegt. Und das ganze sah dann so aus:

Beim Hochklettern mussten wir uns ganz schoen beeilen, denn wir wollten natuerlich den Sonnenaufgang ueber den anderen Vulkanen beobachten. Anschliessend gab es Fruehstueck (mit Kaffee vom Lagerfeuer, so ein Glueck!), waehrend dem wir den von der aufgehenden Sonne beschienenen Vulkan im Blick hatten. Schoen!

Spaeter haben wir uns dann wieder auf den Abstieg begeben; das war der Zeitpunkt, an dem ich angefangen habe, die Kletterei zu verfluchen. Sobald die Sonne aufgegangen ist wird es hier naemlich verdammt heiss, und der Abstieg ist nicht unbedingt leichter als der Aufstieg. Man ist muede, schwitzt tierisch, und hinzu kommt der extrem staubige Boden und der Wind, der einem den aufgewirbelten Staub des Vordermanns oder der Vorderfrau so richtig fies in Augen (trotz ueberdimensionaler Sonnenbrille), Ohren, Nase und zwischen die Zaehne weht. Zum Schluss sahen wir alle aus, als waeren wir von einer dreitaegigen Expedition ins Innere von irgendwelchen Bergen zurueckgekehrt. Gegen 12 waren wir dann in einem kleinen Dorf, wo wir zu Mittag gegessen haben, anschliessend sind wir mit dem Chicken-Bus zurueck nach Leon, wo ich im Hostel die beste Dusche meines Lebens genossen habe. Puh! Am Rest des Tages hab ich nicht mehr viel gemacht, ausser mich auszuruhen, und um lag ich im Bett - fuer die naechsten zwoelf Stunden.
Da ich heute zum Vulcano-Boarding gehen werde (davon im naechsten Bericht mehr) hatte ich gestern (Donnerstag) einen freien Tag zu fuellen, und habe mich entschlossen, nochmal zum Strand zu fahren. Die Hin- und Rueckfahrt kostet zusammen einen Euro, da kann man sich das schon mal erlauben. Diesmal war ich nicht die Einzige, und so haben sich Jordan (New York), Jeff, James und xyz (Namen vergessen, alle aus Vancouver, Kanada) und Laura und Anna (Daenemark) an mich dran gehaengt. Das war eine nette Truppe, amusiert hat mich, dass vorher vor allem die Jungs ein bisschen ueber mich gelacht haben, als ich von den heftigen Wellen erzaehlt habe, und Jeff sich ein Surfboard mieten wollte, aber als wir dann am Strand standen haben ploetzlich alle ganz still in die Wellen gestarrt und von Surfen war keine Rede mehr. Hihi. Wir haben ein bisschen geplanscht, ein Bier getrunken, was gegessen und in der Sonne gebrutzelt, und am Abend sind wir wieder zurueck - da wir in einer grossen Gruppe unterwegs waren, war das kein Problem. Heute sind, glaube ich, alle von der Truppe beim Volcano-Boarding dabei, das wird bestimmt lustig. Und morgen fahre ich dann mit Jordan weiter nach Granada. Wir muessen zwar in Managua umsteigen, und nach meinen Tegucigalpa-Erfahrungen und allem, was ich ueber Managua gehoert habe, finde ich das gar nicht lustig, aber einen Typen dabei zu haben (wenn auch einen ziemlich schmaechtigen) ist auf jeden Fall besser, als alleine unterwegs zu sein. Also, wuenscht mir Glueck, heute und morgen! Fortsetzung folgt...
Am spaeten Nachmittag bin ich zurueck nach Leon, denn ich musste noch ein paar Dinge vorbereiten fuer die Vulkanbesteigung im Vollmond. Organisiert wurde die Tour von einem Reisebuero, das als 100 prozentige Non-Profit-Organization funktioniert: Die Guides sind Freiwillige aus aller Welt, die Ausruestung besteht aus Spenden und die Erloese gehen an Strassenkinder in Nicaragua. Um 22 Uhr haben sich die ueber 30 Wanderwilligen im Buero von Quetzaltrekkers, so heisst die Organisation, versammelt, um Essen zu verteilen. Jeder musste 4 1/2 Liter Wasser einpacken, plus Zutaten fuer das Fruehstueck, das auf dem Berg zubereitet werden sollte und kleinerer Snacks fuer zwischendurch. Nach einem Abendessen wurden wir dann zum Fuss des Berges gefahren, und gegen 23:30 ging die Wanderung los. Die meiste Zeit sind wir auf Feldern oder vertrocknetem Gras gegangen, und der Vollmond war so hell, dass man keine Taschenlampe brauchte. Nur wenn wir durchs Gebuesch mussten, war ich froh, dass ich mir den Weg leuchten konnte. Steine und Wurzeln auf dem Weg sind dann doch mal stoerend, vor allem, wenn man ohnehin muede ist und ein bisschen vor sich hin stolpert. Gegen 4:30 Uhr morgens hatten wir dann den Fuss des Kraters erreicht. Der Blick auf den vom Mond beschienenen rauchenden Krater, mit dem Mond darueber, gehoert definitiv zu den Highlights dieser Reise. Die Fotos sind leider nichts geworden, zu dunkel. Vom Fuss des Kraters war es noch einmal eine halbe Stunde Kraxeln uebers Vulkangestein bis zum Kraterrand. Wir konnten, auf den Steinen liegend, ueber den Rand in den Krater hinein gucken, wo man allerdings keine Lava, sondern bloss den Rauch sehen (und riechen!) konnte. Hoert sich gefaehrlich an, ist es aber nicht, denn der Vulkan erodiert nur alle fuenf oder sechs Jahre und die Kraterwand ist senkrecht und nicht etwa gebogen, so dass der Rand nicht abbrechen kann, wenn man drauf liegt. Und das ganze sah dann so aus:

Beim Hochklettern mussten wir uns ganz schoen beeilen, denn wir wollten natuerlich den Sonnenaufgang ueber den anderen Vulkanen beobachten. Anschliessend gab es Fruehstueck (mit Kaffee vom Lagerfeuer, so ein Glueck!), waehrend dem wir den von der aufgehenden Sonne beschienenen Vulkan im Blick hatten. Schoen!

Spaeter haben wir uns dann wieder auf den Abstieg begeben; das war der Zeitpunkt, an dem ich angefangen habe, die Kletterei zu verfluchen. Sobald die Sonne aufgegangen ist wird es hier naemlich verdammt heiss, und der Abstieg ist nicht unbedingt leichter als der Aufstieg. Man ist muede, schwitzt tierisch, und hinzu kommt der extrem staubige Boden und der Wind, der einem den aufgewirbelten Staub des Vordermanns oder der Vorderfrau so richtig fies in Augen (trotz ueberdimensionaler Sonnenbrille), Ohren, Nase und zwischen die Zaehne weht. Zum Schluss sahen wir alle aus, als waeren wir von einer dreitaegigen Expedition ins Innere von irgendwelchen Bergen zurueckgekehrt. Gegen 12 waren wir dann in einem kleinen Dorf, wo wir zu Mittag gegessen haben, anschliessend sind wir mit dem Chicken-Bus zurueck nach Leon, wo ich im Hostel die beste Dusche meines Lebens genossen habe. Puh! Am Rest des Tages hab ich nicht mehr viel gemacht, ausser mich auszuruhen, und um lag ich im Bett - fuer die naechsten zwoelf Stunden.
Da ich heute zum Vulcano-Boarding gehen werde (davon im naechsten Bericht mehr) hatte ich gestern (Donnerstag) einen freien Tag zu fuellen, und habe mich entschlossen, nochmal zum Strand zu fahren. Die Hin- und Rueckfahrt kostet zusammen einen Euro, da kann man sich das schon mal erlauben. Diesmal war ich nicht die Einzige, und so haben sich Jordan (New York), Jeff, James und xyz (Namen vergessen, alle aus Vancouver, Kanada) und Laura und Anna (Daenemark) an mich dran gehaengt. Das war eine nette Truppe, amusiert hat mich, dass vorher vor allem die Jungs ein bisschen ueber mich gelacht haben, als ich von den heftigen Wellen erzaehlt habe, und Jeff sich ein Surfboard mieten wollte, aber als wir dann am Strand standen haben ploetzlich alle ganz still in die Wellen gestarrt und von Surfen war keine Rede mehr. Hihi. Wir haben ein bisschen geplanscht, ein Bier getrunken, was gegessen und in der Sonne gebrutzelt, und am Abend sind wir wieder zurueck - da wir in einer grossen Gruppe unterwegs waren, war das kein Problem. Heute sind, glaube ich, alle von der Truppe beim Volcano-Boarding dabei, das wird bestimmt lustig. Und morgen fahre ich dann mit Jordan weiter nach Granada. Wir muessen zwar in Managua umsteigen, und nach meinen Tegucigalpa-Erfahrungen und allem, was ich ueber Managua gehoert habe, finde ich das gar nicht lustig, aber einen Typen dabei zu haben (wenn auch einen ziemlich schmaechtigen) ist auf jeden Fall besser, als alleine unterwegs zu sein. Also, wuenscht mir Glueck, heute und morgen! Fortsetzung folgt...
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