Julia unterwegs
Mittwoch, 25. Februar 2009
Lacht doch!
Tja, ich bin ein Dorf am Lago Atitlan weiter gezogen und habe immer noch nichts zu tun :-) Mir ist geradezu langweilig, und das ist kein Witz. Ich habe mein Buch in Antigua im Hostel verloren (keine ahnung, wie ich das geschafft habe), und jetzt habe ich nur noch den Reisefuehrer zu lesen. Immer nur planen macht aber auch keinen Spass.
Wie gesagt, ich habe heute morgen San Marcos verlassen. Bin sozusagen vor der Spiritualitaet gefluechtet, ausser diversen Yoga-Schulen, Selbstfindungskursen und einem "Holistic Center" gabs dort naemlich nichts. Ich dachte, ich bin nun in den totalen Gegensatz gefluechtet. Ich habe naemlich von vielen Reisenden gehoert, dass San Pedro, wo ich jetzt bin, ein Party-Dorf ist, mit vielen betrunkenen Amerikanern und ebenso vielen leicht erhaeltlichen illegalen Substanzen. Bisher ist mir aber weder das eine noch das andere begegnet und so werde ich morgen frueh vielleicht eine Kaffee-Plantage besuchen und anschliessend wieder zurueck nach Antigua fahren, um von dort weiter nach Honduras zu reisen. So langsam bekomme ich naemlich wieder Lust auf Strand! Eigentlich schade, denn der Atitlan-See und die Landschaft drumrum sind wirklich schoen.



Was mir hier in San Pedro aufgefallen ist, sind zwei praechtige Kirchen, Bibelschulen und ganz ganz viele "Grafitis" an den Haeusern, wie diese hier:



Keine Ahnung, woran das liegt, vielleicht wurde hier frueher ganz doll missioniert? Mir kommt es jedenfalls seltsam vor. So, muss jetzt meine Kaffee-Tour buchen und anschliessend ein bisschen was essen und dann gehts ins Bett!

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Montag, 23. Februar 2009
Raus aus der Blase
Gestern war Antigua-Sightseeing angesagt, was nach mehr klingt, als es ist. Die Stadt ist echt nicht gross und man kann alles zu Fuss erreichen. Die Sehenswuerdigkeiten beschraenken sich - ausser, ihr ahnt es schon, den bunten Haeusern - auf ein paar Museen (fuer mich thematisch nicht so interessant) und verhaeltnismaessig viele Kirchen und Kloester, teilweise von fruehren Erdbeben zerstoert und heute als Ruinen zu besichtigen. Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen: Antigua aehnelt ein bisschen San Cristobal in Mexiko: Die Gassen mit den Backstein-Strassen und den bunten Haeusern, den Bergen um die Stadt herum und vielen Kneipen, Cafes, Restaurants und (Kunsthandwerks-) Geschaeften. Alles wirkt entspannt, aber aufgeraeumt, und insofern denke ich nicht, dass die Stadt representativ fuer das durchschnittliche Guatemala ist. Zumindest aber in dem Punkt, dass die Haupteinnahmequelle der Tourismus ist, denn Antigua ist eines der am meisten besuchten Ziele im Land.
Ich habe meinen Tag mit Besichtigung einer grossen Kiiche nicht weit vom Hostel entfernt begonnen, und da um 11 uhr Gottesdienst war, habe ich den auch gleich mitgenommen. Das war ganz interessant: Auf dem Altar stand, wie in Amerika, ein Chor, der hat allerdings ziemlich scheusslich gesungen. Bemerkenswert war hingegen der Pastor: Der hat, glaube ich, ueber die anstehende Fastenzeit und uebers Beichten gepredigt. Anders, als man bei dem Thema erwarten wuerde, hat er aber eher die Rolle eines Comedians erfuellt: Er hat wild mit den Haenden gefuchtelt, mit verstellter Stimme verschiedene Personen in einem Gespraech dargestellt und regelmaessig das Publikum zum Lachen gebracht. Die Predigt hat fast eine halbe Stunde gedauert, und obwohl ich fast nichts verstanden habe, ist mir keine Minute langweilig geworden.
Nach dem Gottesdienst bin ich weiter durch die Stadt geschlockert, habe mir ein typisches Essen gegoennt (Gemuese-Rindfleischsuppe mit Reis und Tortillas und einer Cola fuer umgerechnet 3 Euro) und bin ueber den Markt geschlockert.
Spaeter bin ich in ein kleines Geschaeft gestolpert, in dem eine Frau am Weben war. Ich habe sie gefragt, ob ich ein Foto machen darf und sie hat mir erklaert, wie das Weben funktioniert. Fuer ein Tischtuch braucht sie 15 Tage und, wie sie sagt, ganz viel Geduld. Weil sie so nett war, habe ich mich verplichtet gefuehlt, dort auch etwas zu kaufen, aber zumindest habe ich schoen gehandelt.



Abends bin ich dann noch mit ein paar Leuten vom Hostel in eienr Bar einen Film gucken gegangen, einen indisch-amerikanischen Film mit spanischen Untertiteln. Ganz schoen kompliziert. Nicht einmal, als wir im Dunkeln zurueck ins Hostel gegangen sind, hatte ich das Gefuehl, irgendwie nicht sicher zu sein: Es war ziemlich viel Polizei auf den Strassen unterwegs und auch sonst recht viele Menschen.

Heute morgen habe ich mich dann so richtig aus der Touri-Blase gewagt und bin mit so genannten "Chicken-Bussen" zum See Atitlan gefahren. Keine Ahnung, warum die so heissen, es sind Busse, mit denen vor allem die Einheimischen fahren, das ist viel guenstiger und man ist auch nicht wirklich viel langsamer unterwegs.



Hat alles super geklappt, bin dann ins Boot umgestiegen und in einem kleinen Kaff gelandet, aus dem ich morgen so schnell wie moeglich wieder abhauen werde. Das Hostel ist ziemlich teuer und die Bedienung dort ist unfreundlich, die sind total ungeduldig mit meinem Spanisch. Eigentlich hatte ich bisher das Gefuehl, dass die Menschen hier netter und hilfsbereiter sind als in Mexiko, aber Ausnahmen bestaetigen ja bekanntermassen die Regel. Es wird so langsam dunkel hier, deswegen mache ich mal auf den Weg zurueck auf den Berg ins Hostel und melde mich demnaechst wieder.

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Sonntag, 22. Februar 2009
Feuer unterm Hintern
Gestern morgen hab ich erst mal ein grandioses Fruehstueck im Hostel genossen (inklusive Haferflockenbrei aus Kokosmilch!), bevor ich mehr oder weniger den restlichen Vormittag in diversen Banken zugebracht habe, um einen einzigen Traveller-Cheque einzutauschen. Nachmittags ging es dann los zum Vulkan Pacaya, etwa eine Stunde Fahrt von Antigua entfernt. Der Vulkan ist zwar der aktivste aber bei weitem nicht der hoechste in der Region (nur 2.552m), aber der am einfachsten zu besteigende und vor allem, seit vor einigen Jahren das Aufgebot an Touristen/Polizei aufgestockt wurde, der sicherste. Wir sind mit dem Bus ziemlich weit hoch gefahren worden, dort hat uns dann ein Guide abgeholt (der leider nur Spanisch sprach) und wir sind die restlichen 3,6 km nach oben gewandert, was ganz schoen steil war und 1 1/2 Stunden gedauert hat. Allerdings waren wir auch ganz schoen langsam, weil wir die ganze Zeit auf ein australisches Paerchen warten mussten, die echt schlecht in Form waren. Am Anfang des Lava-Gesteins war ich ein bisschen enttaeuscht, weil kein Rauch aus dem Krater kam (siehe der Berg links) und man kaum gluehende Lava sehen konnte.



Fuenf Minuten spaeter fing der Vulkan dann aber so richtig an zu qualmen, wir sind ein bisschen naeher an den kleinen Lavastrom herangegangen und dann konnte man auch sehen, wie sich der Strom bewegte und wie immer wieder kleine gluehende Gesteinsbrocken herunter gefallen sind. Das hat mich dann doch beeindruckt :-)



Besonders krass fand ich aber, dass der Untergrund warm und an manchen Stellen sogar richtig heiss war. Auf die Steine setzen ging kaum - zu heiss. Einige Leute hatten Marshmallows gekauft und sie auf Stoecke aufgespiesst und zwischen den Steinen gegrillt. Das ging ohne Probleme, und das, obwohl der Untergrund, auf dem wir uns befanden, mehr als 75 Meter dick war oder so, wenn ich den Guide richtig verstanden habe. Als wir in Daemmerung die Spitze des Bergs verlassen haben, konnte man die Lava noch besser sehen. Echt interessant, bloss hab ich mir, befuerchte ich, auf dem Vulkan einen kleinen Schnupfen geholt, weil dort ein eisiger Wind wehte und ich verschwitzt war und nicht rechtzeitig meinen Pulli angezogen habe :-(

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Samstag, 21. Februar 2009
Autsch!
Am Mittwoch, glaube ich, bin ich von Flores nach Lanquin irgendwo in der Mitte von Guatemala gefahren. Im 10-Personen-Kleinbus wurden wir 8 1/2 Stunden ordentlich durchgeschuettelt, auf der Fahrt gabs eine Flussueberquerung auf einer "Faehre" Marke Eigenbau, von der wir fast ins Wasser gefalllen waeren, und die Strasse war ganz schoen kurvig. Dafuer war die Landschaft toll, das viele gruen. Und im Bus waren lauter nette Menschen, das hat die Fahrt ein bisschen kurzweiliger gemacht. In Lanquin angekommen war ich die einzige, die im von allen angesteuerten Hostel einen Platz bekommen hat, weil mir am Tag zuvor zwei Schweizerinnen, die ich aus dem Hostel in Flores kannte, ein Bett reserviert hatten. Da war der Neid erst mal gross, aber letztendlich war es gar nicht so toll. Das Hostel in Lanquin war zwar wunderschoen, es bestand aus vielen kleinen Huetten auf einem grossen, an einem Hang und an einem Fluss gelegegenen Gelaende, mit vielen Haengematten, einer Lagerfeuerstelle und sogar einer Sauna. Mir war das ganze aber mal wieder zu touristisch: Ueberfuellt mit Amerikanern und Kanadiern (und ein paar Israelis), die alle nur Party machen wollten, Motto-Buffets, Happy Hour, Lady's Night und so. Da hat mir die familiaere Atmosphaere in Flores mit Spiele ausleihen und Bio-Essen doch besser gefallen. Und dementsprechend habe ich auch keine wirklich netten Menschen kennen gelernt.

Aber ich wollte ja auch nicht lange im Hostel verweilen, sondern bin am naechsten Tag auf eine Tour in den benachbarten Naturpark Semuc Champey gegangen, die es in sich hatte. Zuerst mussten sich alle auf die Ladeflaeche eines Pickup-Trucks begeben, um die sechs Kilometer lange Strecke auf Schotter durch die Berge in 45 Minuten zu befahren. Da hab ich mir schon mal die erste Ladung blaue Flecken abgeholt. Wir sind an einen Fluss gefahren, an dessen Ufer eine Schaukel hing, auf die wir uns setzen konnten und wenn der Guide (der uebrigens Elvis hiess) "jump!" gebruellt hat, konnte man in den Fluss springen. Hat Spass gemacht, war aber ganz schoen hoch. Anschliessend hat jeder eine Kerze in die Hand gedrueckt bekommen, und wir haben uns aufgemacht in eine Hoehle, in der es Stalaktiten zu bewundern gab und, waeren wir spaeter dort gewesen, eine ganze Menge Fledermaeuse. Die Hoehle war dunkel, teilweise musste man schwimmen und rutschige Felsen hoch- und runterklettern (beides nicht so einfach mit ner Kerze in der Hand) und einmal durch einen Wasserfall steigen. Das ganze hat fast zwei Stunden gedauert und ich habe mir die naechste Ladung blauer Flecken und roter Kratzer abgeholt. Wieder am Tageslicht hat sich jeder einen Gummireifen geschnappt, wir sind drei Kilometer den Fluss entlang gewandert und haben uns, in den Reifen liegend, zurueck treiben lassen. Bis zu einer neun Meter hohen Bruecke, von der man runter springen konnte. Von unten sieht das gar nicht so tief aus (siehe Foto), und ich hatte mir fest vorgenommen, zu springen, aber als ich dann erst mal oben stand... Keine Chance!



Weiter gings dann zur eigentlichen Attraktion des Naturparks. Das sind natuerliche Pools zwischen den Bergen, die direkt von Quellwasser gespeist werden. Einige der Pools haben auch unterirdische, warme Quellen. Das Wasser ist total klar und kalt und man kann darin, gemeinsam mit winzigen Fischen, schwimmen. Aber erst die Arbeit, dann das Vergnuegen: Vorher bin ich zu einem Aussichtspunkt gewandert, von dem man einen tollen Blick auf die Pools hatte, der aber leider - naturgemaess - ziemlich weit oben auf dem Berg lag. Das war echt anstregend, aber es war ein lustiges Gefuehl, im Bikini durch den Urwald zu klettern. Das Schwimmen im kalten Wasser tat dann auch echt gut, und als wir gegen sechs Uhr abends zurueck gekommen sind, war ich ziemlich fertig (vom Muskelkater gestern ganz zu schweigen).

Gestern bin ich dann vom Hostel in Lanquin aus nach Antigua gefahren, und kaum aus dem Bus ausgestiegen, liefen mir die beiden Schweizerinnen ueber den Weg, die mir immer einen Tag vorrausreisen. Hier bin ich wieder in einem netten Hostel untergekomen und habe zum ersten Mal das Gefuehl, wirklich in Guatemala zu sein. Bisher habe ich mich eigentlich nur in abgeschotteten Touri-Plaetzen aufgehalten und bin wie in einer Blase durchs Land gereist, und das ist hier in der Stadt, glaube ich, wieder anders. Hoffe ich zumindest, denn zum Pauschaltourismus bin ich ja nicht hergekommen.
Heute und morgen werde ich nun in und um Antigua verbringen und dann gehts wohl weiter zum Lago Atitlan, ein See, der inmitten von Volkanen liegt und sehr schoen sein soll. Jetzt ist aber erst mal Fruehstueck angesagt, und eine Dusche, denn gestern nachmittag bis in die Nacht hinein gabs in ganz Antigua kein Wasser...

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Mittwoch, 18. Februar 2009
Schon wieder im Dschungel - jetzt aber so richtig!
Hier noch ein kleines Update, bevor ich morgen auf unbestimmte Zeit in den Bergen verschwinde. Flores ist so richtig verschlafen, es gibt hier fast nur Touristen auf der Halbinsel und die koennen sich alle kaum bewegen, weil es so heiss und recht schwuel ist. Das Dorf ist echt klein und eigentlich gibt es hier nichts zu sehen. Das Hostel, in dem ich schlafe, und das ihr auf dem Bild sehen koennt (das knallrote Gebaeude, vor dem die Motorraeder stehen) passt sich dem an: Es gibt dort einen Innenhof mit Sofas, entspannter Musik - meistens Altmeister à la Bob Dylan und den Beatles, manchmal auch Manu Chao und Buena Vista Social Club - eine Haengematte, eine Schaukel, ein Buecherregal, wo man Buecher tauschen kann, ganz viele Planzen und das alles ist deshalb so sympathisch, weil es knatschbunt zusammengewuerfelt ist und den Charme des selbstgebastelten ausstrahlt. Es gibt dort ausserdem total leckere guenstige gesunde (!!!) Fruchtshakes und riesige Portionen ebenfalls preiswertes vegetarisches Essen. Neben den Reisenden leben dort noch ein riesiger Hund, eine kleine Katze und ein Papagei, der morgens um sechs anfaengt, ganz laut zu kreischen. Das ist dann nicht so schoen.



Heute bin ich um 5 Uhr morgens mit einer Tour zu den Maya-Pyramiden nach Tikal gefahren, eine Stunde Fahrt von Flores entfernt. Urspruenglich hatte ich ueberlegt, ob ich da ueberhaupt hinfahren sollte, wegen Zeitnot und da ich ja bereits andere Pyramiden besichtigt habe. Jetzt bin ich aber froh, dass ich hier abgestiegen bin, denn Tikal fand ich mit Abstand am beeindruckendsten. Die Pyramiden stehen auf einem riesigen Areal mitten im Urwald, sind wahnsinnig hoch und wenn man auf eine die hoechste Pyramide geklettert ist hat man nicht nur einen faszinierenden Ausblick, sondern bekommt auch einen Eindruck ueber die Leistung der Maya. Denn neben den Ruinen, die ihr auf dem Foto seht, gibt es noch ganz viele andere, kleinere, die auf schmalen Pfaden durch den Dschungel erreicht werden koennen. Echt beeindruckend!



Toll war auch, dass unserer Fuehrer nicht nur ueber die Maya, deren Alltag, Zeremonien und Untergang erzaehlt hat, sondern uns auch viele Pflanzen und Tiere gezeigt hat. Neben Gewuerzbaeumen und "Kaugummi-Fruechten" (schon die Maya haben Kaugummi gekaut) waren das verschiedene Affenarten, ein unglaublich riesiger Papagei, wilde Truthaehne und: Eine Spinne, die aussah wie eine Vogelspinne. Der Guide hat die Spinne (riesig, pelzig, gruselig) gefangen und wer wollte, konnte sie sich ueber die Fuesse laufen lassen. Ich habe mich vornehm zurueck gehalten, und das haette auch ein einheimischer Obstverkaeufer besser tun sollen, der sich die Spinne ganz cool hat ueber den Arm laufen lassen - bis sie ihn prompt gebissen hat. Die Spinne ist giftig, aber nur ein bisschen, aber die Wunde hat richtig geblutet. Hui.

Heute habe ich nichts mehr vor, muss mir noch ein Busticket fuer morgen kaufen und dann frueh ins Bett gehen. Morgen gehts dann geplanterweise weiter Richtung Suedosten nach Cobán/Laquin, wo es einen Naturpark und ein ganz tolles Hostel geben soll, wo zwei Schweizerinnen, die ich gestern hier getroffen habe, mir hoffentlich ein Bett reservieren koennen. Und dann mal schauen, ich sehe jetzt schon kommen, dass ich meine Plaene ziemlich zusammen stauchen muss, weil die Zeit einfach nicht ausreicht, um alles zu sehen, was mich interessiert und was mir empfohlen wird. Im Gegensatz zu Mexiko kann ich hier nicht in der Nacht reisen und da die Strassenverhaeltnisse so schlecht sind, muss man in der Regel einen ganzen Tag fuers Reisen einplanen, selbst wenn man Touristenbusse nimmt, mit denen man meistens nicht umsteigen muss. Naja, gut fuenf Wochen hab ich ja noch, mal sehen, wie weit ich da komme ;-)

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Montag, 16. Februar 2009
Eine andere Welt
Gestern Nachmittag bin ich in Flores, auf einer Halbinsel im Norden von Guatemala (El Petén) angekommen. Ich wollte eigentlich noch gestern weiter nach Tikal, die angeblich beeindruckendsten Maya-Pyramiden, dort am Eingang campen und dann mit Esmeralda und Julietta frueh morgens im 5, nachdem die Polizei das Gelaende nach Banditen durchsucht hat, den Sonnenaufgang beobachten. Das war zumindest zumindest der Plan.

Nach einer echt aetzenden Nacht (bin wegen Laerms schon um vier Uhr morgens aufgewacht, wir mussten aber "erst" um sechs in den Bus steigen), drei unbequemen Stunden auf einer kurvigen Strasse im Minibus, dem Immigration-Prozedere auf der mexikanischen Seite, einer halben Stunde Warten, einer halben Stunde auf einem Boot (siehe Foto vom Grenzfluss, dessen Name ich gerade vergessen habe),



einer halben Stunde Warten auf den Bus auf der guatemalischen Seite, vier Stunden Busfahrt auf einer unbefestigten Strasse (nur 27 Prozent der Strassen hier sind geteert, habe ich irgendwo gelesen) in einem Bus, der seine schoensten Jahre wahrscheinlich in den 50ern erleben durfte und dementsprechend wahnsinnig laut und rumpelig war und zwischendurch das leicht chaotische Immigration-Prozedere in Guatemala (seltsamerweise sprachen die Gernzbeamten akzentfreies amerikanisches Englisch...) waren wir gegen 4 in Flores. Ich hatte einigermassen gut geplant und nur noch wenge mexikanische Pesos, die ich an der Grenze getauscht habe. Das haette allerdings laengst nicht gereicht, um mit den anderen nach Tikal zu fahren und den Eintrit dort zu bezahlen, der wahnsinnig teuer ist. Und dummerweise hatte ich voellig vergessen, dass gestern Sonntag und dementsprechend alle Banken geschlossen waren. Deswegen habe ich mich erst mal in einem wirklich schoenen kleinen Hostel einquartiert, das zur selben Kette gehoert wie mein Hostel in Mexiko-Stadt. Abends habe ich mich dann auf die Suche nach einem Geldautomaten gemacht, doch beide haben kein Geld ausgespuckt. Da stand ich natuerlich ganz schoen doof da, meine Not-US-Dollars wollte ich nicht ausgeben bzw. fuer die Grenzuebertritte aufbewaren, aber die erste Nacht und ein Abendessen konnte ich gluecklicherweise mit Euros bezahlen. Diverse Menschen haben mir angeboten, dass sie mir Geld leihen koennen, aber es ist natuerlich ein echt bloedes Gefuehl, voellig ohne Waehrung zu sein. Da merkt man erst mal, wie sehr man vom Geld abhaengt. Naja, und deswegen bin ich auch heute morgen noch nicht nach Tikal gefahren, denn ich musste erst mal mein Geld-Problem loesen um mich wieder einigermassen entspannen zu koennen. Denn dass meine Kredit-Karte nicht ueberbelastet war, konnte ich im Internet sehen.

Heute bin ich dann durch die halbe benachbarte Stadt gewandert und habe mich bei diversen Banken zu einer Bank durchgefragt, deren Automaten meine Visa-Card akzeptieren. Das System habe ich nicht ganz verstanden, denn gestern sind zwei deutsche Maedels mit mir gekommen, die, ebenfalls mit Visa, keinerlei Probleme hatten. Letztendlich hat es auch geklappt, aber jetzt sitze ich gerade mit etwa 100 Euro in der Tasche im Internet-Café und das ist auch kein schoenes Gefuehl.

Es ist ohnehin komisch: Ich komme mir hier gerade nicht so besonders bedroht vor und habe gestern im Dorm zwei allein reisende Maedels getroffen, die von Guatemala so begeistert waren, dass sie viel laenger als geplant geblieben sind. Aber da mir alle so viel Angst gemacht haben (und ich mir selber ja auch) fuehle ich mich trotzdem nicht so richtig wohl. Ist wohl eher so ein Kopf-Ding, obwohl natuerlich der Wachmann mit Maschinengewehr vor Burger King und die jeweils zwei mit Pistolen bewaffneten Sicherheitsleute vor und in den Banken nicht gerade Vertrauen erwecken. Sollte ich ja eigentlich von Israel gewohnt sein, aber irgendwie... Abgesehen von den "Sicherheitsmassenahmen" ist Guatemala auf den ersten Eindruck sehr anders als Mexiko. Die Leute sind viel aermer, es scheint insgesamt viel weniger entwickelt zu sein und das sieht man am Zustand der Strassen, Haeuser und Autos.

Meine Plaene fuer Guatemala mache ich davon abhaengig, wie sich mein Gefuehl weiter entwickelt. Ich habe aber schon einige Orte im Kopf, die ich gerne sehen moechte, und die mir von verschiedenen Leuten empfohlen wurden. Morgen werde ich erst mal nach Tikal fahren, wahrscheinlich mit einer Tour vom Hostel aus. Das ist zwar teurer als alleine, aber dafuer habe ich direkt noch einen guide dabei und letztendlich bringt das mehr, als wenn man alleine dort herum wandert, wie ich in Palenque gesehen habe. Jetzt muss ich aber erst mal meine 1.000 Quedzales oder so (ich kann mir den Namen der Waehrung nicht merken und denke immer an Quesadillos :-) sicher nach Hause bringen...

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Samstag, 14. Februar 2009
Im Dschungelcamp
Eigentlich wollte ich jetzt schon auf dem Weg nach Flores in Guatemala sein, aber ich habe meine Plaene geaendert und bin noch einen Tag laenger in Palenque geblieben. Nicht, weil es hier so viel zu sehen gaebe, aber das Klima (tropischer Regenwald) hat uns alle ein bisschen matschig gemacht und ich brauche diesen Tag, um mich ein bisschen zu erholen und Zeugs zu erledigen (Internet, einkaufen, Fotos brennen usw). Ausserdem ist es echt aetzend, jeden dritten Tag im Bus zu verbringen.

Vorgestern sind wir (= Julietta, Esmeralda, David und ich) in Palenque angekommen, im 2.-Klasse-Bus, der etwas unkomfortabler, nicht puenktlich und viel billiger ist als der 1.-Klasse-Bus, mit dem ich bisher gefahren bin (es gibt auch noch ne Luxus-Klasse). Abgestiegen sind wir nicht in der Kleinstadt Palenque selbst, sondern an der Strasse, die zu den Maya-Ruinen fuehrt. Unsere Reisefuehrer empfehlen unisono, dort in einer kleinen Ansammlung von cabañas (Huetten) abzusteigen, denn das ist viel billiger als in der Stadt und man kann die 3 km zu den Ruinen zu Fuss gehen. Da wir relativ spaet angekommen sind, waren leider schon alle schoenen Huetten belegt und so schlafen wir derzeit in einem echt heruntergekommenen 4er-Zimmer, das die Unterkunft in Mazunte bei weitem toppt - am negativen Ende der Skala natuerlich. Allerdings bezahlen wir auch nur 37 Pesos pro Person, das sind etwas mehr als 2 Euro. Die provisorischen Gemeinschaftsduschen sehen so aus (man sollte nicht den Fehler machen und erwarten, dass "Dusche" zwangslaeufig "es gibt Wasser" bedeutet):



So, jetzt habt ihr auch mal was zum Gruseln und nicht nur zum Beneiden ;-) Schoen ist allerdings, dass sich das ganze mitten im Urwald befindet, mit roten Blumen an den Wegen, Eidechsen an der Decke, erstaunlich wenig Mosquitos und den Geraeuschen von bruellenden Affen in der Nacht. Im Gegensatz zum Schlafen geben wir fuers Essen ziemlich viel aus, denn es gibt dort nur ein Restaurant, das zwar sicherlich noch hoehere Preise verlangen koennte, aber auch so nicht ganz guenstig ist.

Gestern ist dann auch noch ziemlich viel Geld fuers Trinken drauf gegangen. Und das kam so. Esmeralda, David und ich haben Julietta ueberzeugt, dass sie wenigstens einen Tequila trinken muss, wenn sie schon mal in Mexiko ist. Also sind wir zu einer Huette gegangen, wo sie Tequila fuer 15 Pesos verkaufen (im Restaurant 30 Pesos). Leider kannte der verwirrte Barmann dieses Angebot nicht, das vor der Huette auf einem Plakat angeklebt war, aber nach einer langen Diskussion, gefolgt von einer kleinen Wanderung zum Plakat, haben wir den Tequila doch zu unserem Preis erhalten. Wir waren die einzigen, die vor der Huette sassen, doch ploetzlich kam ein deutsches Paerchen vorbei, mit dem sich Esmeralda schon mal unterhalten hat, und das Maedel hat uns "Posh" empfohlen, ein Maya-Getraenk, das angeblich viel milder sein sollte als Tequila. Also haben wir auch das probiert (10 Pesos), es wurde lustiger und ploetzlich sassen die beiden Deutschen neben uns, die einen weiteren Franzosen im Schlepptau hatten, und dann kam noch ein Deutscher, und ploetzlich sass ein argentinisches Paar neben mir, und spaeter kamen noch ein Italiener, ein Belgier, ein Mexikaner, ein Amerikaner aus Alaska und ein Ire hinzu und alle haben froehlich getrunken und sich in den verschiedensten Sprachen unterhalten. Der Barmann muss sich gefreut haben, denn vorher habe ich dort noch nie irgendwen sitzen sehen. Vielleicht hat er das Ganze aber auch gar nicht richtig realisiert, denn er war wirklich ziemlich veriwrrt. Demzufolge ist ihm auch nicht aufgefallen, als sich hinter ihm auf dem Holzregal ein kleines Feuer entzuendet hatte. Ich war die einzige, die es bemerkt hat: Ich habe ein bisschen gedankenverloren auf die Stelle gestarrt und gemurmelt "Il y a de feu", und als mir Sekunden spaeter aufgefallen ist, dass das kein Witz war, habe ich gerufen "Fuego!!!". Erst dann hat sich der Barmann in Bewegung gesetzt und gemaechlich auf das Feuer drauf gepustet... Es hat nur noch gefehlt, dass er es mit Alkohol versucht haette, zu loeschen. Nachdem ich so heldenhaft eine Katastropghe verhindert hatte, ist es dann ziemlich spaet geworden und zwei der vier Deutschen waren voellig sturzbetrunken (das Maedel hat ihre Jacke inklusive Handy verloren und musste von ihrem Freund nach Hause gezerrt werden, waehrend der alleine reisende Typ sich nicht von dem Franzosen ins Bett bringen lassen wollte und zum Schluss irgendwo im Dschungel verschwunden ist, wo ihn irgendwelche anderen Amerikaner gefunden und in seine Huette geschleppt haben). Das hat Davids Vorurteil bestaerkt, dass alle Deutschen Alkoholiker sind, und das war mir, stellvertretend fuer die anderen, echt peinlich. Naja.

Zum kulturellen Teil kann ich nur sagen: Die Ruinen von Palenque sind echt schoen, da vom Urwald umgeben, aber meiner Ansicht nach nicht so eindrucksvoll wie Teotihuacan. Unten seht ihr ein Foto, das ich von der hoechsten Pyramide aus geknipst habe. Tja, das wars eigentlich schon. Morgen gehts, wie gesagt, nach Gutaemala, und meine weiteren Plaene mache ich davon abhaengig, wie es mir dort gefaellt bzw. was mein Gefuehl mir sagt. Also - bis dann!

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Dienstag, 10. Februar 2009
Reisen im Rattenschwanz
Die letzten Tage habe ich an der Westkueste Mexikos verbracht, gestern morgen bin ich in den Bergen von San Cristobal de las Casas angekommen, in der "Naehe" von Palenque und der Grenze zu Guatemala (beides ca. 4 oder 5 Busstunden entfernt). Hier ist es ziemlich kalt, als wir morgens nach 12 Stunden Nachtfahrt aus dem Bus getaumelt sind, konnte man dem Atem sehen, aber kein Wunder, es ist hier auch wieder ueber 2.000 Meter hoch. Ganz im Gegenteil zu den letzten Tagen.

In Puerto Escondido habe ich zwei Naechte verbracht. Ausser durch das extrem touristische Dorf schlendern und am Strand liegen gab es dort eigentlich nicht viel zu tun. Bin echt froh, dass ich nicht nach Australien gefahren bin, denn diese ganze Surfer-Szene liegt mir irgendwie nicht. Am ersten Tag, an dem ich mir das Dorf angeschaut habe, gab es noch einen beunruhigenden Zwischenfall. Ueber eine Stunde lang hat mich ein Hund verfolgt. Der ist neben mir her spaziert, wenn ich stehen geblieben bi hat er ich immer treuherzig-doof angeschaut, als wollte er fragen, wo ich hin will, und ist mir einfach nicht von der Seite gewichen. Erst hab ich ihn ignoriert, dann hab ich versucht, ihn auszutricksen, hat aber alles nicht geklappt. Als ich an der Touristen-Info vorbei bin, um mir eine Karte zu holen, hab ich der Frau dort von meinem "Problem" berichtet, aber sie hat nur gelacht und meinte, die Hunde hier wuerden "gringos" moegen, weil sie von denen nicht getreten werden, und wahrscheinlich wolle der Hund nur Wasser. Das hat sie ihm auch gegeben, und als der Hund froehlich am schlabbern war bin ich weiter gegangen und habe mich zehn gehminuten entfernt hingesetzt, um etwas zu essen. Nach weiteren 10 Minuten kam auch mein Begleiter wieder angetrottet und hat sich neben mich in den Schatten gelegt. Mhm. Letztendlich hab ich ihn ignoriert und bin schliesslich aufs Klo, dort ein bisschen laenger geblieben und schliesslich war der Hund weg. Mann mann mann, das war echt komisch. Normalerweise moegen Hunde mich nicht, und ich bin ja auch gegen Tollwut geimpft, aber... Zwei Naechte bin ich in Puertob Escondido deshalb geblieben, weil ich ein bisschen Ruhe brauchte und weil ich mich mit David, dem Franzosen aus Oaxaca, treffen wollte, der einen Tag spaeter gekommen ist und mit dem ich bis Palenque unterwegs sein werde. Die Leute im Hostel waren zum grossen Teil auch alle ein bisschen seltsam, aber da ich sonst nichts zu tun hatte, bin ich an einem Abend mit denen nachts zum Strand, ein Bierchen trinken, und am naechsten Abend haben wir erst am Surfer-Strand (der zum Schwimmen zu gefaehrlich ist wegen der hohen Wellen) Tacos gegessen und sind zum Schluss in einer Bar abgestuerzt, die exakt so war, wie ich mir dem Ballermann vorstelle. Nicht schoen. Am naechsten Tag sind David, ich und ein dauerbekiffter Mexikaner aus dem Hostel in Richtung Mazunte aufgebrochen - das hatte den Vorteil, dass wir wenigstens einen dabei hatten, der Spanisch spricht, denn da ich jetzt so viel Franzoesisch rede, sind meine Spanisch-Kenntnisse wieder futsch. Mazunte ist ein kleines Dorf am Meer, viel weniger touristisch, auch weniger entwickelt, total gemuetlich und mit einem wunderschoenen Strand zwischen Felsen, an dem man sogar ein bisschen schnorcheln kann. Viel Sympathischer. Um moeglichst guenstig unterzukommen haben wir uns zu dritt in einem... naja, nicht gerade komfortablen Hostel einquartiert, aber ok, wir waren ja eh die ganze Zeit draussen. David und ich haben wenig spaeter einen Kanadier, Mike, wiedergetroffen, einen der wenigen sympathischen Menschen aus dem Hostel in Puerto Escondido. Der war schon mehrmals in Mazunte und so sind wir, im Schlepptau einen in Quebec lebenden etwas seltsamen Franzosen, gegen Abend auf einen Felsen geklettert, auf dem man den Sonnenuntergang beobachten konnte. Sehr schoen, wenn auch nicht gerade einsam mit mindestens 20 anderen Leuten, die die gleiche Idee hatten...



Auf dem Rueckweg ist unsere Gruppe dann erst mal in eine Drogenrazzia geraten (es hatte niemand was dabei) und kurze Zeit spaeter haben wir die beiden Argentinierinnen wieder getroffen, die, genau wie David und ich, am naechsten Tag nach San Cristobal fahren wollten... Ploetzlich stand auch der bekiffte Mexikaner wieder neben uns und alles war voellig verwirrend angesichts der vielen vielen Sprachen, die mein Gehirn irgendwie verarbeiten musste (der seltsame Franzose sprach naemlich auch Deutsch). Nach einem leckeren Fisch-Essen haben wir noch ein Ska-Konzert am Strand mitgenommen, und dann bin ich ins Bett gefallen und habe mal richtig schoen lange geschlafen.

Am naechsten Morgen nach einem ausgiebigen Fruehstueck und ein bisschen am Strand im Schatten sitzen sind wir (nur noch David und ich) in einem "Collectivo" (alte Pick-Ups, in denen man auf Holzbanken auf der Ladefleache transportiert wird) nach potchutla gefahren, von wo der Nachtbus nach San Cristobal startete. An der Busstation haben wir, wen wundert's, Julietta und Esmeralda wieder getroffen, die ihrerseits ein aelteres deutsches Ehepaar wieder getroffen hatten, und alle gemeinsam im Bus nach San Cristobal. Hier haben wir uns zu viert in einem total sympathischen kleinen Hostel einquartiert, einem Familienbetrieb, wo die Mama uns morgen das Omelett macht und der Papa uns die Raeume gezeigt hat und die zwei Hunde mit den Gaesten spielen. Gestern haben wir uns erst gemeinsam, dann alleine die Stadt angeschaut (natuerlich haben David und ich drei weitere Franzosen aus dem Hostel in Puerto Escondido getroffen, zwei Mal sogar). Nachmitttags haben wir uns im Zentrum wieder getroffen und David und ich wurden in die Geheimnisse des argentinischen Mate-Tees eingeweit, den die Argentinier geradezu zeremoniell geniessen, der in der Fremde als Erkennungsmerkmal untr Argentiniern dient und der mindestens ebenso wichtig ist wie fuer die Italiener ihr Espresso. Kurz und gut: Schmeckt wie eine Mischung aus Gruen- und Schwarztee und wird aus einem Tongefaess durch einen metallenen Strohhalm getrunken. Alles klar?
San Cristobal ist relativ klein, schoen ruhig und bisher die aermste Stadt, die ich mir hier angeschaut habe - Chiapas, der Staat, ist ebenfalls der aermste Mexikos. Es gibt hier einen ziemlich grossen Anteil an indigener Bevoelkerung und einen grossen Markt, auf dem alle moeglichen Kunsthandwerk-Sachen der Maya verkauft werden. Gestern habe ich mir ein Museum bzw. Kulturzentrum angeschaut, das im ehemaligen Haus eines daenischen Archaeologen eingerichtet ist. Dieser Archaeologe hat viele der Maya-Pyramiden entdeckt und die Maya-Kultur erforscht und gleichzeitig dazu beigetragen, dass die Maya die gleichen Rechte wie der Rest der Bevoelkerung erhalten. Die Erloese des Kulturzentrums gehen an indigene Doerfer. Sehr interessant. Natuerlich gibt es auch hier wieder viiieeele schoene bunte Haeuser und sehr viele billige Bars und Restaurants, und es springen weniger, aber vor allem junge Touristen hier herum.



Heute haben wir dann (zu viert) einen Ausflug zu einem Canyon unternommen, der irgendwann durch ein Erdbeben entstanden ist. Man ist auf einem Boot ueber den Fluss gefahren worden und konnte dabei allerhand Flusskrokodile und Voegel betrachten. War ganz nett, aber irgendwie waren eindeutig zu viele Touristen an Bord, wie ihr unten sehen koennt, und zu viele Boote auf dem Fluss.



Morgen fahren wir, wahrscheinlich ebenfalls zu viert, endlich mal mit dem 2.-Klasse-Bus, nach Palenque. Dort gibt es eigentlich nicht viel, ausser natuerlich die beruehmten Maya-Pyramiden zu bestaunen. Das bedeutet ausserdem schon wieder einen extremen Klimawechsel, dort gibt es naemlich schon richtigen tropischen Regenwald. Und anschliessend ist dann Guatemala angesagt. Ingsesamt ist es ganz cool, zu mehreren Leuten unterwegs zu sein, aber es ist auch ziemlich anstrengend. Der staendige Wechsel zwischen Spanisch und Franzoesisch und sich immer absprechen muessen und so... Die Kommunikation ist einfach anstrengend. Andererseits ist es auch gut, gerade nicht mit Deutschen zu reisen. Davon gabs heute welche im Bus, die einem hollaendischen Paerchen die Probleme zwischen Ost- und Westdeutschen erklaert haben. Und von solchen Dingen will ich hier grad echt nichts wissen.

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Freitag, 6. Februar 2009
Famos fuer Farben-Freunde
Mittlerweile habe ich einige Kilometer zurueck gelegt und bin heute morgen per Nachtbus an der Westkueste Mexikos, in Puerto Escondido angekommen. Ueber den Ort kann ich noch nicht viel sagen, da ich bisher vor allem Zeit im Internet verbracht habe, aber ich habe den Eindruck, dass er mir nicht so richtig gefaellt. Ich glaube, hier springen nur Amerikaner rum, und zwar nicht nur junge, sondern auch alte. Das nervt ein bisschen. Was ist seit meinem letzten Eintrag alles passiert?

Montag, Mexiko-Stadt: Ich habe mir den Palacio Nacional angeschaut, direkt am Zócalo gelegen, der einige Regierungsbueros beherbergt und der geschlossen ist, wenn der Praesident dort haust. Dies war - trotz Nationalfeiertag - nicht der Fall, und so bin ich in Ruhe durch die fein angelegten Gaerten geschlendert und habe mich unauffaellig einer kleinen deutschen Reisegruppe angeschlossen, die ueber die riesigen Wandgeaelde Diego Riveras aufgeklaert wurde. Der Fuehrer hat aber so langweilig erzaehlt, dass ich das bald wieder aufgegeben und statt dessen meinen Reisefuehrer zur Rate gezogen habe. Im Grossen und Ganzen wars das auch schon, packen musste ich noch und meinen Weg fuer den naechsten Tag planen.

Dienstag, Mexiko-Stadt und Oaxaca: Ich habe mich mit sack und Pack auf die Reise nach Oaxaca begeben, sechs Busstunden von Mexiko-Stadt entfernt. Auf dem Weg zur Bushaltestelle bin ich in der Metro einem verwirrten Franzosen begegnet (das ist zienlich lustig, man erkennt sich ja sofort als Reisender bzw. Backpacker), der auf dem Weg in den Norden war und keinen Plan hatte, wo er ueberhaupt hinsollte. Als er gehoert hat, dass ich zur Bushaltestelle fahre, hat er sich mir angeschlossen. Dort angekommen hat sich dann leider herausgestellt, dass es eine extra Haltestelle nur fuer Busse in den Norden gibt, und dass er mit mir voellig falsch war. Ups... Auf der Fahrt wurden drei Filme gezeigt, die ich alle noch nicht gesehen hatte. War maessig spannend, da John Travolta und Morgan Freeman hier Spanisch sprechen ;-) In Oaxaca hat mich mein Cochsurfing-Host von der Haltestelle abgeholt, nach einem kurzen Aufenthalt bei ihm (er musste noch arbeiten) bin ich ins Zentrum gefahren, bin dort herumgeschlendert und habe mich dann in einer Bar gesetzt, in der wir uns spaeter mit anderen Cochsurfern treffen wollten. dachte ich zumindest, denn als um zehn immer noch keiner aufgetaucht war, hat sich herausgestellt, dass ich in der falschen Bar sass. Also bin ich eine Tuer weiter nach nebenan gezogen und dort waren dann alle versammelt: ein Freund von Rodrigo (Daniel), dessen Cochsurferin - ups, Namen vergessen - aus, tadaaa, Rishon le Zion in Israel, und zwei andere Kumpels von Daniel. Oder so. Und obwohl der Abend ein bisschen doof begonnen hat war er dann doch noch sehr nett, bis ich dann irgendwann, ungeachtet der ungemuetlichen Toene von System of a Down fast auf der Couch eingeschlafen bin.

Mittwoch, Oaxaca: Die Innenstadt ist sooo schoen! Nach ausgiebigem Schlaf habe ich mich gegen 12 auf die Besichtigungstour begeben und ohne Ende bunte Haeuser fotografiert. Undnicht nur die Haeuser sind bunt in Oaxaca: Es gibt viele kleine Kunsthandwerk-Laeden in den Innehoefen, in denen traditionelle Teppiche, Gewaender und Schmuck in allen moeglichen Farben (und Farbkombinationen) verkauft werden. Die Stadt ist ausserdem ziemlich gepflegt und so bluehen ueberall Blumen. Toll war aber auch, dass ich an einer Strassenecke ploetzlich Julietta und Esmeralda, die beidne Argentinierinnen vom Hostel in Mexiko-Stadt, die einen Tag frueher als ich abgereist waren, in einem Hinterhof verschwinden sah. Nun haben wir E-Mail-Adressen ausgetauscht und werden uns hier in der Gegend vielleicht nochmal in einem kleinen Dorf treffen.



Nachmitags bin ich nach Monte Alban gefahren, einen Berg, auf dessen Spitze Azteken-Ruinen stehen. Ziemlich beeindruckend, so hoch dort oben, und man hat auch einen schoenen Ausblick auf Oaxaca, das wie Mexiko-Stadt von Bergen umgeben ist. Nicht so schoen war, dass der Bus mich auf der Haelfte des Wegs abgesetzt hat und ich den Rest des Berges in einer voelig verlassenen Gegend alleine erklimmen musste. Weil das ueber eine halbe Stunde gedauert hat, konnte ich aber immerhin einen Rabatt beim Eintritt fuer die Ruinen aushandeln (hatte nur noch eine Stunde Zeit fuer die Besichtigung). Auf dem Rueckweg, diesmal im Touri-Bus, habe ich drei Franzosen getroffen: Ein Paerchen und einen, der sich an die beiden drangehaengt hatte. Wir haben uns ein bisschen unterhalten (ahhh, auf Franzoesisch natuerlich, das ging am Anfang gar nicht wegen des ganzen Spanischs) und sie haben mir angeboten, am naechsten Tag mit ihnen im Mietwagen durch die Berge zu fahren und nicht-touristische Doerfer zu besichigen. Da hab ich natuerlich nicht nein gesagt, und um Plaene zu schmieden haben wir uns mit Bier (das schmeckt hier uebrigens sehr lecker, habe schon vier oder fuenf Sorten probiert) und zahlreichen Reisefuehrern und Stadt- und Strassenplaenen in eine Kneipe gesetzt. So kam es dann zur zweiten ungemuetlichen Situation an diesem Tag: Irgendwie fuhr kein Bus mehr zurueck und Rodrigo hatte mir gesagt, ich solle nicht alleine im Dunkeln durch sein Viertel laufen. Das war ein ziemlich bloedes Gefuehl, letzlich habe ich Rodrigo angerufen und er hat mich mit dem Auto abgeholt.

Donnerstag, rund um Oaxaca: Wir sind recht frueh morgens mit einem Golf losgefahren. In El Tule, dem ersten Dorf, in dem wir Halt gemacht haben, gibt es den aeltesten Baum der Welt zu besichtigen, der 2.000 Jahre alt sein soll. Fuer Chloe, die Floristin unter uns, war das natuerlich ausserordentlich spektakulaer. Ich fands ganz interessant, habe mich aber ansonsten mehr ueber das Dorf amuesiert, das extra Parkplaetze fuer Touri-Busse eingerichtet hatte, Karussels und frisch gestrichene Haeuser und in dem man doch tatsaechlich Eintritt fuer den Baum verlangte. Das haben wir uns gespart und den Baum von draussen fotografiert. Das naechtse nicht-touristische Dorf auf unserer Route war Teotitlan, ein Dorf, in dem traditionell Teppiche, Gewaender und Tuecher hergestellt werden. Abgesehen vom Sprachenwirrwar, in dem ich mich befand: Mit dem einen, kaum englisch sprechenden Franzosen sass ich in der kleinen Markthalle des Dorfes und habe einen Saft aus keine Ahnung wie vielen Fruechten probiert. Neben uns sass eine mittelalte Amerikanerin, die uns natuerlich ansprach (ich: Ubersetzen zwischen Englisch und Franzoesisch). Und dann kam noch eine einheimische Frau hinzu, die uns angeboten hat, uns zu zeigen, wie sie und ihr Mann Teppiche weben (ich: uebersetzen von Spanisch auf Franzoesisch und gleichzeitig der erstaunten Amerikanerin auf Englisch antworten, wieviele Sprachen ich denn eigentlich spreche. Da musste dann natuerlich auch das Hebraeisch noch erewaehnt werden...). Und, kaum ueberraschend, die Frau hat bunte Visitenkarten (!) inklusive der Wegbeschreibung zu ihrem Haus verteilt. Also sind wir vier, mit der Amerikanerin im Schlepptau, zum Haus marschiert und haben uns die traditionelle Herstellung zeigen lassen. War aber wirklich sehr interessant, haben ausserdem eine Kostprobe hausgemachten Miscals (der 'Tequila' Oaxacas) erhalten und da alle ausser mir nach der Vorstellung einiges gekauft haben, musste ich kein schlechtes Gewissen haben, weil das alles kostenlos war.



Unseren armen Golf haben wir damm ueber Schlagloecher und nicht geteerte Wege auf eine Hoehe von fast 3.000 Metern gequaelt, in ein Dorf, in dem wir festgestellt haben, dass es dort eigentlich nicht so viel zu sehen gibt. Insgesamt ist die Landschaft hier eher karg und wird auch als Wueste bezeichnet, ab einer bestimmten Hoehe wuchs aber ploetzlich wieder Vegetation und es sah aus wie in den Alpen. In einem anderen Dorf, wieder weiter unten am Berg, haben wir uns eine schoene Kirche angeschaut, dann haben wir festgestellt, dass wir nicht mehr genuegend Zeit hatten, die Ruinen von Mitla zu besichtigen. Also sind wir gegen sechs Uhr Abends nach Oaxaca zurueck gekehrt, haben das Auto abgegeben und ich habe meinen Bus nach Puerto Escondido gebucht. Am Abend habe ich Rodrigo noch zum Essen eingeladen, Tortillas mit Rindfleisch und speziellem Oaxaca-Kaese und ein bisscchen Gemuese, wahnsinnig viel und lecker und diesem Fall, da wir es an der Strasse gekauft haben, echt billig. Im Hintergrund liefen uebrigens die Simpsons auf Spanisch... Um 23 Uhr fuhr dann mein Bus los, und zum Glueck konnte ich trotz der vielen vielen Kurven die Berge hinunter einigermassen schlafen. Zwei Stunden fruehr als geplant sind wir um acht oder so hier in Puerto Escondido angekommen, und beim Aussteigen hat micvh die Hitze wie ein Schlag getroffen. Es ist echt wahnsinnig heiss hier und nachdem ich jetzt gleich die Touristen-Info aufgetrieben habe und mir wenigstens ansatzweise darueber klar geworden bin, was ich in den naechsten Tagen mache, werde ich vielleicht noch ins Meer springen. In diesem Sinnne: Bis bald!

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Montag, 2. Februar 2009
Hablamos espagnol!
Holà, da bin ich wieder. Gestern Abend hat das Internet nicht funktioniert, und unter anderem deshalb habe ich mich dazu entschieden, noch einen Tag Mexico-Stadt dran zu haengen und erst morgen frueh nach Oaxaca, ca. 6 Busstunden von Mexico-Stadt entfernt, in den Suedwesten zu fahren.
In den letzten zwei Tagen habe ich mein strammes Programm weiter durchgezogen und glaube nun, dass ich, wenn ich wieder in Deutschland bin, erst mal Urlaub brauche... Am Samstag habe ich zwei Museen besichtigt: Das Museo de Caricaturas und das Museo del Arte Moderno. Beide sehr interessant, wenna auch voellig unterschiedlich: Das Karikaturen-Museum ist ganz klein und in einem alten Haeuschen untergebracht, in dessen Innenhof Kuenstler Comics verkaufen. Das sieht so aus:



Die Geschichte der mexikanischen Karikatur war mit der mexikanischen Geschichte seit Beginn des 19. Jahrhunderts verknuepft, und das war sehr interessant und anschaulich. Leider bemerke ich auch hier wieder das Phaenomen, dass ich einfach viel zu wenig Hintergrundwissen besitze und viel viel mehr wissen moechte. Da muss ich unbedingt dran arbeiten, wenn ich auch im Muesum nicht die Chance dazu hatte: Alle Erklaerungen waren auf Spanisch und da laesst meine Aufmerksamkeit immer ziemlich schnell nach. Das Muesum fuer Moderne Kunst hingegen ist in einem sehr modernen Bau untergebracht, Erklaerungen gab es auch auf Englisch und drei der fuenf eher kleinen, aber feinen Ausstellungen haben mir sehr gut gefallen: Eine ueber die moderne mexikanische Malerei (vor allem Portraits, Selbstportraits und Landschaften), eine Fotografie-Ausstellungen ueber den Mensch und das Tier und eine Ausstellung ueber Olympia '68 in Mexico-Stadt und die Oeffentlichkeitskampagne, die hierzu gestartet wurde. Knatschbunt, kurios, und echt mal was anderes.
Ausserdem bin ich den Paseo de Reforma entlang spaziert, eine lange Strasse, an der die modernsten Hochhaeusder der Stadt stehen, sowie eine Engelsstatue auf einer Saeule, die dem grossen Stern in Berlin verdaechtig aehnlich sieht. Ziemlich fusslahm habe ich mich dann in ein Viertel namens Zona Rosa geschleppt, wo ich gluecklicherweise einen Kaffee und einen Keks finden konnte. Das Viertel hat einige der bunten kolonialen Haeuser, die ich so gerne mag, und von denen ich in einigen Staedten bestimmt noch mehr sehen werde:



Am Sonntag bin ich mit Uli aus Potsdam, die bei mir im Zimmer schlaeft, ins Castillo de Chapultepec gefahren, das auf einem Huegel in einem riesigen Park liegt. Dort hat u. a. mal ein Habsburger aus Oesterreich gewohnt, aber viel mehr hab ich mir nicht behalten, weil es auch hier wieder keine englischen Erklaerungen gab. Es war aber trotzdem ganz nett, man konnte durch die Raeume schlendern und einen schoenen Blick auf die Stadt geniessen. Anschliessend haben wir uns in den Park gesetzt und den Rummel um uns angeschaut. Sonntags scheinen die Mexikaner mit Sack und Packn und der gesamten Grossfamilie ins 'Gruene' zu ziehen, und wir waren mittendrin. Schoen, da es nicht so touristisch war und wir einfach nur gucken und staunen konnten. Uli wollte dann noch ins Museum fuer Moderne Kunst, waehrend ich mich auf die Suche nach dem tollen Torten-Laden gemacht habe - leider vergeblich :-( Obwohl Mexiko so katholisch ist, sind hier naemlich auch Sonntags fast alle Laeden geoeffnet.

Abends habe ich dann noch eine Meisterleistung vollbracht. Ich sass auf der Dachterasse, gemeinsam mit den beiden Argentinierinnen aus meinem Zimmer, einem weiteren Argentinier und einem Kartenspiel, und habe es tatsaechlich geschafft, den dreien auf Spanisch die Spielregeln von 'Uno' zu erklaeren. Stolz! Ueberhaupt habe ich es nach den ersten Tagen aufgegeben, mich auf Englischdurchzuwurschteln, und spreche jetzt meistens Spanisch. Am Anfang war das echt schwer, weil ich noch viele fiese kleine hebraeische Woerter im Kopf hatte, aber mittlerweile klappt es. Und besonders Julietta, die Argentinierin, die nur wenig Englisch spricht, beweist eine Engelsgeduld, mir beim Fruehstueck und beim Abendessen mehr Woerter beizubringen. Das macht riesig Spass, und in dieser Hinsicht hat sich die Reise schon gelohnt.

Noch etwas ist erstaunlich: Mexico-Stadt ist ganz anders, als ich es mir vorgstellt hatte. Der Smog ist nicht so stark wie man das immer hoert (ich habe keine Probleme beim Atmen und habe bisher nur zwei Leute mit Atemschutzmasken gesehen, und hin und wieder kann man sogar die Berge erkennen), der Verkehr nicht so chaotisch (ok, ich bin ja Israel gewoehnt) und da, wo ich bisher war, war es auch nicht schmutziger als sonst ueberall. Kurz: Die Stadt ist echt nicht so ein Moloch, wie man sich immer denkt. Naja, aber dafuer ist ja das Reisen gut: Toedlich fuer alle Vorurteile.

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