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Montag, 16. Februar 2009
Eine andere Welt
am Montag, 16. Februar 2009, 19:26 im Topic 'Mittelamerika'
Gestern Nachmittag bin ich in Flores, auf einer Halbinsel im Norden von Guatemala (El Petén) angekommen. Ich wollte eigentlich noch gestern weiter nach Tikal, die angeblich beeindruckendsten Maya-Pyramiden, dort am Eingang campen und dann mit Esmeralda und Julietta frueh morgens im 5, nachdem die Polizei das Gelaende nach Banditen durchsucht hat, den Sonnenaufgang beobachten. Das war zumindest zumindest der Plan.
Nach einer echt aetzenden Nacht (bin wegen Laerms schon um vier Uhr morgens aufgewacht, wir mussten aber "erst" um sechs in den Bus steigen), drei unbequemen Stunden auf einer kurvigen Strasse im Minibus, dem Immigration-Prozedere auf der mexikanischen Seite, einer halben Stunde Warten, einer halben Stunde auf einem Boot (siehe Foto vom Grenzfluss, dessen Name ich gerade vergessen habe),
einer halben Stunde Warten auf den Bus auf der guatemalischen Seite, vier Stunden Busfahrt auf einer unbefestigten Strasse (nur 27 Prozent der Strassen hier sind geteert, habe ich irgendwo gelesen) in einem Bus, der seine schoensten Jahre wahrscheinlich in den 50ern erleben durfte und dementsprechend wahnsinnig laut und rumpelig war und zwischendurch das leicht chaotische Immigration-Prozedere in Guatemala (seltsamerweise sprachen die Gernzbeamten akzentfreies amerikanisches Englisch...) waren wir gegen 4 in Flores. Ich hatte einigermassen gut geplant und nur noch wenge mexikanische Pesos, die ich an der Grenze getauscht habe. Das haette allerdings laengst nicht gereicht, um mit den anderen nach Tikal zu fahren und den Eintrit dort zu bezahlen, der wahnsinnig teuer ist. Und dummerweise hatte ich voellig vergessen, dass gestern Sonntag und dementsprechend alle Banken geschlossen waren. Deswegen habe ich mich erst mal in einem wirklich schoenen kleinen Hostel einquartiert, das zur selben Kette gehoert wie mein Hostel in Mexiko-Stadt. Abends habe ich mich dann auf die Suche nach einem Geldautomaten gemacht, doch beide haben kein Geld ausgespuckt. Da stand ich natuerlich ganz schoen doof da, meine Not-US-Dollars wollte ich nicht ausgeben bzw. fuer die Grenzuebertritte aufbewaren, aber die erste Nacht und ein Abendessen konnte ich gluecklicherweise mit Euros bezahlen. Diverse Menschen haben mir angeboten, dass sie mir Geld leihen koennen, aber es ist natuerlich ein echt bloedes Gefuehl, voellig ohne Waehrung zu sein. Da merkt man erst mal, wie sehr man vom Geld abhaengt. Naja, und deswegen bin ich auch heute morgen noch nicht nach Tikal gefahren, denn ich musste erst mal mein Geld-Problem loesen um mich wieder einigermassen entspannen zu koennen. Denn dass meine Kredit-Karte nicht ueberbelastet war, konnte ich im Internet sehen.
Heute bin ich dann durch die halbe benachbarte Stadt gewandert und habe mich bei diversen Banken zu einer Bank durchgefragt, deren Automaten meine Visa-Card akzeptieren. Das System habe ich nicht ganz verstanden, denn gestern sind zwei deutsche Maedels mit mir gekommen, die, ebenfalls mit Visa, keinerlei Probleme hatten. Letztendlich hat es auch geklappt, aber jetzt sitze ich gerade mit etwa 100 Euro in der Tasche im Internet-Café und das ist auch kein schoenes Gefuehl.
Es ist ohnehin komisch: Ich komme mir hier gerade nicht so besonders bedroht vor und habe gestern im Dorm zwei allein reisende Maedels getroffen, die von Guatemala so begeistert waren, dass sie viel laenger als geplant geblieben sind. Aber da mir alle so viel Angst gemacht haben (und ich mir selber ja auch) fuehle ich mich trotzdem nicht so richtig wohl. Ist wohl eher so ein Kopf-Ding, obwohl natuerlich der Wachmann mit Maschinengewehr vor Burger King und die jeweils zwei mit Pistolen bewaffneten Sicherheitsleute vor und in den Banken nicht gerade Vertrauen erwecken. Sollte ich ja eigentlich von Israel gewohnt sein, aber irgendwie... Abgesehen von den "Sicherheitsmassenahmen" ist Guatemala auf den ersten Eindruck sehr anders als Mexiko. Die Leute sind viel aermer, es scheint insgesamt viel weniger entwickelt zu sein und das sieht man am Zustand der Strassen, Haeuser und Autos.
Meine Plaene fuer Guatemala mache ich davon abhaengig, wie sich mein Gefuehl weiter entwickelt. Ich habe aber schon einige Orte im Kopf, die ich gerne sehen moechte, und die mir von verschiedenen Leuten empfohlen wurden. Morgen werde ich erst mal nach Tikal fahren, wahrscheinlich mit einer Tour vom Hostel aus. Das ist zwar teurer als alleine, aber dafuer habe ich direkt noch einen guide dabei und letztendlich bringt das mehr, als wenn man alleine dort herum wandert, wie ich in Palenque gesehen habe. Jetzt muss ich aber erst mal meine 1.000 Quedzales oder so (ich kann mir den Namen der Waehrung nicht merken und denke immer an Quesadillos :-) sicher nach Hause bringen...
Nach einer echt aetzenden Nacht (bin wegen Laerms schon um vier Uhr morgens aufgewacht, wir mussten aber "erst" um sechs in den Bus steigen), drei unbequemen Stunden auf einer kurvigen Strasse im Minibus, dem Immigration-Prozedere auf der mexikanischen Seite, einer halben Stunde Warten, einer halben Stunde auf einem Boot (siehe Foto vom Grenzfluss, dessen Name ich gerade vergessen habe),
einer halben Stunde Warten auf den Bus auf der guatemalischen Seite, vier Stunden Busfahrt auf einer unbefestigten Strasse (nur 27 Prozent der Strassen hier sind geteert, habe ich irgendwo gelesen) in einem Bus, der seine schoensten Jahre wahrscheinlich in den 50ern erleben durfte und dementsprechend wahnsinnig laut und rumpelig war und zwischendurch das leicht chaotische Immigration-Prozedere in Guatemala (seltsamerweise sprachen die Gernzbeamten akzentfreies amerikanisches Englisch...) waren wir gegen 4 in Flores. Ich hatte einigermassen gut geplant und nur noch wenge mexikanische Pesos, die ich an der Grenze getauscht habe. Das haette allerdings laengst nicht gereicht, um mit den anderen nach Tikal zu fahren und den Eintrit dort zu bezahlen, der wahnsinnig teuer ist. Und dummerweise hatte ich voellig vergessen, dass gestern Sonntag und dementsprechend alle Banken geschlossen waren. Deswegen habe ich mich erst mal in einem wirklich schoenen kleinen Hostel einquartiert, das zur selben Kette gehoert wie mein Hostel in Mexiko-Stadt. Abends habe ich mich dann auf die Suche nach einem Geldautomaten gemacht, doch beide haben kein Geld ausgespuckt. Da stand ich natuerlich ganz schoen doof da, meine Not-US-Dollars wollte ich nicht ausgeben bzw. fuer die Grenzuebertritte aufbewaren, aber die erste Nacht und ein Abendessen konnte ich gluecklicherweise mit Euros bezahlen. Diverse Menschen haben mir angeboten, dass sie mir Geld leihen koennen, aber es ist natuerlich ein echt bloedes Gefuehl, voellig ohne Waehrung zu sein. Da merkt man erst mal, wie sehr man vom Geld abhaengt. Naja, und deswegen bin ich auch heute morgen noch nicht nach Tikal gefahren, denn ich musste erst mal mein Geld-Problem loesen um mich wieder einigermassen entspannen zu koennen. Denn dass meine Kredit-Karte nicht ueberbelastet war, konnte ich im Internet sehen.
Heute bin ich dann durch die halbe benachbarte Stadt gewandert und habe mich bei diversen Banken zu einer Bank durchgefragt, deren Automaten meine Visa-Card akzeptieren. Das System habe ich nicht ganz verstanden, denn gestern sind zwei deutsche Maedels mit mir gekommen, die, ebenfalls mit Visa, keinerlei Probleme hatten. Letztendlich hat es auch geklappt, aber jetzt sitze ich gerade mit etwa 100 Euro in der Tasche im Internet-Café und das ist auch kein schoenes Gefuehl.
Es ist ohnehin komisch: Ich komme mir hier gerade nicht so besonders bedroht vor und habe gestern im Dorm zwei allein reisende Maedels getroffen, die von Guatemala so begeistert waren, dass sie viel laenger als geplant geblieben sind. Aber da mir alle so viel Angst gemacht haben (und ich mir selber ja auch) fuehle ich mich trotzdem nicht so richtig wohl. Ist wohl eher so ein Kopf-Ding, obwohl natuerlich der Wachmann mit Maschinengewehr vor Burger King und die jeweils zwei mit Pistolen bewaffneten Sicherheitsleute vor und in den Banken nicht gerade Vertrauen erwecken. Sollte ich ja eigentlich von Israel gewohnt sein, aber irgendwie... Abgesehen von den "Sicherheitsmassenahmen" ist Guatemala auf den ersten Eindruck sehr anders als Mexiko. Die Leute sind viel aermer, es scheint insgesamt viel weniger entwickelt zu sein und das sieht man am Zustand der Strassen, Haeuser und Autos.
Meine Plaene fuer Guatemala mache ich davon abhaengig, wie sich mein Gefuehl weiter entwickelt. Ich habe aber schon einige Orte im Kopf, die ich gerne sehen moechte, und die mir von verschiedenen Leuten empfohlen wurden. Morgen werde ich erst mal nach Tikal fahren, wahrscheinlich mit einer Tour vom Hostel aus. Das ist zwar teurer als alleine, aber dafuer habe ich direkt noch einen guide dabei und letztendlich bringt das mehr, als wenn man alleine dort herum wandert, wie ich in Palenque gesehen habe. Jetzt muss ich aber erst mal meine 1.000 Quedzales oder so (ich kann mir den Namen der Waehrung nicht merken und denke immer an Quesadillos :-) sicher nach Hause bringen...
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Samstag, 14. Februar 2009
Im Dschungelcamp
am Samstag, 14. Februar 2009, 20:18 im Topic 'Mittelamerika'
Eigentlich wollte ich jetzt schon auf dem Weg nach Flores in Guatemala sein, aber ich habe meine Plaene geaendert und bin noch einen Tag laenger in Palenque geblieben. Nicht, weil es hier so viel zu sehen gaebe, aber das Klima (tropischer Regenwald) hat uns alle ein bisschen matschig gemacht und ich brauche diesen Tag, um mich ein bisschen zu erholen und Zeugs zu erledigen (Internet, einkaufen, Fotos brennen usw). Ausserdem ist es echt aetzend, jeden dritten Tag im Bus zu verbringen.
Vorgestern sind wir (= Julietta, Esmeralda, David und ich) in Palenque angekommen, im 2.-Klasse-Bus, der etwas unkomfortabler, nicht puenktlich und viel billiger ist als der 1.-Klasse-Bus, mit dem ich bisher gefahren bin (es gibt auch noch ne Luxus-Klasse). Abgestiegen sind wir nicht in der Kleinstadt Palenque selbst, sondern an der Strasse, die zu den Maya-Ruinen fuehrt. Unsere Reisefuehrer empfehlen unisono, dort in einer kleinen Ansammlung von cabañas (Huetten) abzusteigen, denn das ist viel billiger als in der Stadt und man kann die 3 km zu den Ruinen zu Fuss gehen. Da wir relativ spaet angekommen sind, waren leider schon alle schoenen Huetten belegt und so schlafen wir derzeit in einem echt heruntergekommenen 4er-Zimmer, das die Unterkunft in Mazunte bei weitem toppt - am negativen Ende der Skala natuerlich. Allerdings bezahlen wir auch nur 37 Pesos pro Person, das sind etwas mehr als 2 Euro. Die provisorischen Gemeinschaftsduschen sehen so aus (man sollte nicht den Fehler machen und erwarten, dass "Dusche" zwangslaeufig "es gibt Wasser" bedeutet):

So, jetzt habt ihr auch mal was zum Gruseln und nicht nur zum Beneiden ;-) Schoen ist allerdings, dass sich das ganze mitten im Urwald befindet, mit roten Blumen an den Wegen, Eidechsen an der Decke, erstaunlich wenig Mosquitos und den Geraeuschen von bruellenden Affen in der Nacht. Im Gegensatz zum Schlafen geben wir fuers Essen ziemlich viel aus, denn es gibt dort nur ein Restaurant, das zwar sicherlich noch hoehere Preise verlangen koennte, aber auch so nicht ganz guenstig ist.
Gestern ist dann auch noch ziemlich viel Geld fuers Trinken drauf gegangen. Und das kam so. Esmeralda, David und ich haben Julietta ueberzeugt, dass sie wenigstens einen Tequila trinken muss, wenn sie schon mal in Mexiko ist. Also sind wir zu einer Huette gegangen, wo sie Tequila fuer 15 Pesos verkaufen (im Restaurant 30 Pesos). Leider kannte der verwirrte Barmann dieses Angebot nicht, das vor der Huette auf einem Plakat angeklebt war, aber nach einer langen Diskussion, gefolgt von einer kleinen Wanderung zum Plakat, haben wir den Tequila doch zu unserem Preis erhalten. Wir waren die einzigen, die vor der Huette sassen, doch ploetzlich kam ein deutsches Paerchen vorbei, mit dem sich Esmeralda schon mal unterhalten hat, und das Maedel hat uns "Posh" empfohlen, ein Maya-Getraenk, das angeblich viel milder sein sollte als Tequila. Also haben wir auch das probiert (10 Pesos), es wurde lustiger und ploetzlich sassen die beiden Deutschen neben uns, die einen weiteren Franzosen im Schlepptau hatten, und dann kam noch ein Deutscher, und ploetzlich sass ein argentinisches Paar neben mir, und spaeter kamen noch ein Italiener, ein Belgier, ein Mexikaner, ein Amerikaner aus Alaska und ein Ire hinzu und alle haben froehlich getrunken und sich in den verschiedensten Sprachen unterhalten. Der Barmann muss sich gefreut haben, denn vorher habe ich dort noch nie irgendwen sitzen sehen. Vielleicht hat er das Ganze aber auch gar nicht richtig realisiert, denn er war wirklich ziemlich veriwrrt. Demzufolge ist ihm auch nicht aufgefallen, als sich hinter ihm auf dem Holzregal ein kleines Feuer entzuendet hatte. Ich war die einzige, die es bemerkt hat: Ich habe ein bisschen gedankenverloren auf die Stelle gestarrt und gemurmelt "Il y a de feu", und als mir Sekunden spaeter aufgefallen ist, dass das kein Witz war, habe ich gerufen "Fuego!!!". Erst dann hat sich der Barmann in Bewegung gesetzt und gemaechlich auf das Feuer drauf gepustet... Es hat nur noch gefehlt, dass er es mit Alkohol versucht haette, zu loeschen. Nachdem ich so heldenhaft eine Katastropghe verhindert hatte, ist es dann ziemlich spaet geworden und zwei der vier Deutschen waren voellig sturzbetrunken (das Maedel hat ihre Jacke inklusive Handy verloren und musste von ihrem Freund nach Hause gezerrt werden, waehrend der alleine reisende Typ sich nicht von dem Franzosen ins Bett bringen lassen wollte und zum Schluss irgendwo im Dschungel verschwunden ist, wo ihn irgendwelche anderen Amerikaner gefunden und in seine Huette geschleppt haben). Das hat Davids Vorurteil bestaerkt, dass alle Deutschen Alkoholiker sind, und das war mir, stellvertretend fuer die anderen, echt peinlich. Naja.
Zum kulturellen Teil kann ich nur sagen: Die Ruinen von Palenque sind echt schoen, da vom Urwald umgeben, aber meiner Ansicht nach nicht so eindrucksvoll wie Teotihuacan. Unten seht ihr ein Foto, das ich von der hoechsten Pyramide aus geknipst habe. Tja, das wars eigentlich schon. Morgen gehts, wie gesagt, nach Gutaemala, und meine weiteren Plaene mache ich davon abhaengig, wie es mir dort gefaellt bzw. was mein Gefuehl mir sagt. Also - bis dann!

Vorgestern sind wir (= Julietta, Esmeralda, David und ich) in Palenque angekommen, im 2.-Klasse-Bus, der etwas unkomfortabler, nicht puenktlich und viel billiger ist als der 1.-Klasse-Bus, mit dem ich bisher gefahren bin (es gibt auch noch ne Luxus-Klasse). Abgestiegen sind wir nicht in der Kleinstadt Palenque selbst, sondern an der Strasse, die zu den Maya-Ruinen fuehrt. Unsere Reisefuehrer empfehlen unisono, dort in einer kleinen Ansammlung von cabañas (Huetten) abzusteigen, denn das ist viel billiger als in der Stadt und man kann die 3 km zu den Ruinen zu Fuss gehen. Da wir relativ spaet angekommen sind, waren leider schon alle schoenen Huetten belegt und so schlafen wir derzeit in einem echt heruntergekommenen 4er-Zimmer, das die Unterkunft in Mazunte bei weitem toppt - am negativen Ende der Skala natuerlich. Allerdings bezahlen wir auch nur 37 Pesos pro Person, das sind etwas mehr als 2 Euro. Die provisorischen Gemeinschaftsduschen sehen so aus (man sollte nicht den Fehler machen und erwarten, dass "Dusche" zwangslaeufig "es gibt Wasser" bedeutet):

So, jetzt habt ihr auch mal was zum Gruseln und nicht nur zum Beneiden ;-) Schoen ist allerdings, dass sich das ganze mitten im Urwald befindet, mit roten Blumen an den Wegen, Eidechsen an der Decke, erstaunlich wenig Mosquitos und den Geraeuschen von bruellenden Affen in der Nacht. Im Gegensatz zum Schlafen geben wir fuers Essen ziemlich viel aus, denn es gibt dort nur ein Restaurant, das zwar sicherlich noch hoehere Preise verlangen koennte, aber auch so nicht ganz guenstig ist.
Gestern ist dann auch noch ziemlich viel Geld fuers Trinken drauf gegangen. Und das kam so. Esmeralda, David und ich haben Julietta ueberzeugt, dass sie wenigstens einen Tequila trinken muss, wenn sie schon mal in Mexiko ist. Also sind wir zu einer Huette gegangen, wo sie Tequila fuer 15 Pesos verkaufen (im Restaurant 30 Pesos). Leider kannte der verwirrte Barmann dieses Angebot nicht, das vor der Huette auf einem Plakat angeklebt war, aber nach einer langen Diskussion, gefolgt von einer kleinen Wanderung zum Plakat, haben wir den Tequila doch zu unserem Preis erhalten. Wir waren die einzigen, die vor der Huette sassen, doch ploetzlich kam ein deutsches Paerchen vorbei, mit dem sich Esmeralda schon mal unterhalten hat, und das Maedel hat uns "Posh" empfohlen, ein Maya-Getraenk, das angeblich viel milder sein sollte als Tequila. Also haben wir auch das probiert (10 Pesos), es wurde lustiger und ploetzlich sassen die beiden Deutschen neben uns, die einen weiteren Franzosen im Schlepptau hatten, und dann kam noch ein Deutscher, und ploetzlich sass ein argentinisches Paar neben mir, und spaeter kamen noch ein Italiener, ein Belgier, ein Mexikaner, ein Amerikaner aus Alaska und ein Ire hinzu und alle haben froehlich getrunken und sich in den verschiedensten Sprachen unterhalten. Der Barmann muss sich gefreut haben, denn vorher habe ich dort noch nie irgendwen sitzen sehen. Vielleicht hat er das Ganze aber auch gar nicht richtig realisiert, denn er war wirklich ziemlich veriwrrt. Demzufolge ist ihm auch nicht aufgefallen, als sich hinter ihm auf dem Holzregal ein kleines Feuer entzuendet hatte. Ich war die einzige, die es bemerkt hat: Ich habe ein bisschen gedankenverloren auf die Stelle gestarrt und gemurmelt "Il y a de feu", und als mir Sekunden spaeter aufgefallen ist, dass das kein Witz war, habe ich gerufen "Fuego!!!". Erst dann hat sich der Barmann in Bewegung gesetzt und gemaechlich auf das Feuer drauf gepustet... Es hat nur noch gefehlt, dass er es mit Alkohol versucht haette, zu loeschen. Nachdem ich so heldenhaft eine Katastropghe verhindert hatte, ist es dann ziemlich spaet geworden und zwei der vier Deutschen waren voellig sturzbetrunken (das Maedel hat ihre Jacke inklusive Handy verloren und musste von ihrem Freund nach Hause gezerrt werden, waehrend der alleine reisende Typ sich nicht von dem Franzosen ins Bett bringen lassen wollte und zum Schluss irgendwo im Dschungel verschwunden ist, wo ihn irgendwelche anderen Amerikaner gefunden und in seine Huette geschleppt haben). Das hat Davids Vorurteil bestaerkt, dass alle Deutschen Alkoholiker sind, und das war mir, stellvertretend fuer die anderen, echt peinlich. Naja.
Zum kulturellen Teil kann ich nur sagen: Die Ruinen von Palenque sind echt schoen, da vom Urwald umgeben, aber meiner Ansicht nach nicht so eindrucksvoll wie Teotihuacan. Unten seht ihr ein Foto, das ich von der hoechsten Pyramide aus geknipst habe. Tja, das wars eigentlich schon. Morgen gehts, wie gesagt, nach Gutaemala, und meine weiteren Plaene mache ich davon abhaengig, wie es mir dort gefaellt bzw. was mein Gefuehl mir sagt. Also - bis dann!

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Dienstag, 10. Februar 2009
Reisen im Rattenschwanz
am Dienstag, 10. Februar 2009, 23:24 im Topic 'Mittelamerika'
Die letzten Tage habe ich an der Westkueste Mexikos verbracht, gestern morgen bin ich in den Bergen von San Cristobal de las Casas angekommen, in der "Naehe" von Palenque und der Grenze zu Guatemala (beides ca. 4 oder 5 Busstunden entfernt). Hier ist es ziemlich kalt, als wir morgens nach 12 Stunden Nachtfahrt aus dem Bus getaumelt sind, konnte man dem Atem sehen, aber kein Wunder, es ist hier auch wieder ueber 2.000 Meter hoch. Ganz im Gegenteil zu den letzten Tagen.
In Puerto Escondido habe ich zwei Naechte verbracht. Ausser durch das extrem touristische Dorf schlendern und am Strand liegen gab es dort eigentlich nicht viel zu tun. Bin echt froh, dass ich nicht nach Australien gefahren bin, denn diese ganze Surfer-Szene liegt mir irgendwie nicht. Am ersten Tag, an dem ich mir das Dorf angeschaut habe, gab es noch einen beunruhigenden Zwischenfall. Ueber eine Stunde lang hat mich ein Hund verfolgt. Der ist neben mir her spaziert, wenn ich stehen geblieben bi hat er ich immer treuherzig-doof angeschaut, als wollte er fragen, wo ich hin will, und ist mir einfach nicht von der Seite gewichen. Erst hab ich ihn ignoriert, dann hab ich versucht, ihn auszutricksen, hat aber alles nicht geklappt. Als ich an der Touristen-Info vorbei bin, um mir eine Karte zu holen, hab ich der Frau dort von meinem "Problem" berichtet, aber sie hat nur gelacht und meinte, die Hunde hier wuerden "gringos" moegen, weil sie von denen nicht getreten werden, und wahrscheinlich wolle der Hund nur Wasser. Das hat sie ihm auch gegeben, und als der Hund froehlich am schlabbern war bin ich weiter gegangen und habe mich zehn gehminuten entfernt hingesetzt, um etwas zu essen. Nach weiteren 10 Minuten kam auch mein Begleiter wieder angetrottet und hat sich neben mich in den Schatten gelegt. Mhm. Letztendlich hab ich ihn ignoriert und bin schliesslich aufs Klo, dort ein bisschen laenger geblieben und schliesslich war der Hund weg. Mann mann mann, das war echt komisch. Normalerweise moegen Hunde mich nicht, und ich bin ja auch gegen Tollwut geimpft, aber... Zwei Naechte bin ich in Puertob Escondido deshalb geblieben, weil ich ein bisschen Ruhe brauchte und weil ich mich mit David, dem Franzosen aus Oaxaca, treffen wollte, der einen Tag spaeter gekommen ist und mit dem ich bis Palenque unterwegs sein werde. Die Leute im Hostel waren zum grossen Teil auch alle ein bisschen seltsam, aber da ich sonst nichts zu tun hatte, bin ich an einem Abend mit denen nachts zum Strand, ein Bierchen trinken, und am naechsten Abend haben wir erst am Surfer-Strand (der zum Schwimmen zu gefaehrlich ist wegen der hohen Wellen) Tacos gegessen und sind zum Schluss in einer Bar abgestuerzt, die exakt so war, wie ich mir dem Ballermann vorstelle. Nicht schoen. Am naechsten Tag sind David, ich und ein dauerbekiffter Mexikaner aus dem Hostel in Richtung Mazunte aufgebrochen - das hatte den Vorteil, dass wir wenigstens einen dabei hatten, der Spanisch spricht, denn da ich jetzt so viel Franzoesisch rede, sind meine Spanisch-Kenntnisse wieder futsch. Mazunte ist ein kleines Dorf am Meer, viel weniger touristisch, auch weniger entwickelt, total gemuetlich und mit einem wunderschoenen Strand zwischen Felsen, an dem man sogar ein bisschen schnorcheln kann. Viel Sympathischer. Um moeglichst guenstig unterzukommen haben wir uns zu dritt in einem... naja, nicht gerade komfortablen Hostel einquartiert, aber ok, wir waren ja eh die ganze Zeit draussen. David und ich haben wenig spaeter einen Kanadier, Mike, wiedergetroffen, einen der wenigen sympathischen Menschen aus dem Hostel in Puerto Escondido. Der war schon mehrmals in Mazunte und so sind wir, im Schlepptau einen in Quebec lebenden etwas seltsamen Franzosen, gegen Abend auf einen Felsen geklettert, auf dem man den Sonnenuntergang beobachten konnte. Sehr schoen, wenn auch nicht gerade einsam mit mindestens 20 anderen Leuten, die die gleiche Idee hatten...

Auf dem Rueckweg ist unsere Gruppe dann erst mal in eine Drogenrazzia geraten (es hatte niemand was dabei) und kurze Zeit spaeter haben wir die beiden Argentinierinnen wieder getroffen, die, genau wie David und ich, am naechsten Tag nach San Cristobal fahren wollten... Ploetzlich stand auch der bekiffte Mexikaner wieder neben uns und alles war voellig verwirrend angesichts der vielen vielen Sprachen, die mein Gehirn irgendwie verarbeiten musste (der seltsame Franzose sprach naemlich auch Deutsch). Nach einem leckeren Fisch-Essen haben wir noch ein Ska-Konzert am Strand mitgenommen, und dann bin ich ins Bett gefallen und habe mal richtig schoen lange geschlafen.
Am naechsten Morgen nach einem ausgiebigen Fruehstueck und ein bisschen am Strand im Schatten sitzen sind wir (nur noch David und ich) in einem "Collectivo" (alte Pick-Ups, in denen man auf Holzbanken auf der Ladefleache transportiert wird) nach potchutla gefahren, von wo der Nachtbus nach San Cristobal startete. An der Busstation haben wir, wen wundert's, Julietta und Esmeralda wieder getroffen, die ihrerseits ein aelteres deutsches Ehepaar wieder getroffen hatten, und alle gemeinsam im Bus nach San Cristobal. Hier haben wir uns zu viert in einem total sympathischen kleinen Hostel einquartiert, einem Familienbetrieb, wo die Mama uns morgen das Omelett macht und der Papa uns die Raeume gezeigt hat und die zwei Hunde mit den Gaesten spielen. Gestern haben wir uns erst gemeinsam, dann alleine die Stadt angeschaut (natuerlich haben David und ich drei weitere Franzosen aus dem Hostel in Puerto Escondido getroffen, zwei Mal sogar). Nachmitttags haben wir uns im Zentrum wieder getroffen und David und ich wurden in die Geheimnisse des argentinischen Mate-Tees eingeweit, den die Argentinier geradezu zeremoniell geniessen, der in der Fremde als Erkennungsmerkmal untr Argentiniern dient und der mindestens ebenso wichtig ist wie fuer die Italiener ihr Espresso. Kurz und gut: Schmeckt wie eine Mischung aus Gruen- und Schwarztee und wird aus einem Tongefaess durch einen metallenen Strohhalm getrunken. Alles klar?
San Cristobal ist relativ klein, schoen ruhig und bisher die aermste Stadt, die ich mir hier angeschaut habe - Chiapas, der Staat, ist ebenfalls der aermste Mexikos. Es gibt hier einen ziemlich grossen Anteil an indigener Bevoelkerung und einen grossen Markt, auf dem alle moeglichen Kunsthandwerk-Sachen der Maya verkauft werden. Gestern habe ich mir ein Museum bzw. Kulturzentrum angeschaut, das im ehemaligen Haus eines daenischen Archaeologen eingerichtet ist. Dieser Archaeologe hat viele der Maya-Pyramiden entdeckt und die Maya-Kultur erforscht und gleichzeitig dazu beigetragen, dass die Maya die gleichen Rechte wie der Rest der Bevoelkerung erhalten. Die Erloese des Kulturzentrums gehen an indigene Doerfer. Sehr interessant. Natuerlich gibt es auch hier wieder viiieeele schoene bunte Haeuser und sehr viele billige Bars und Restaurants, und es springen weniger, aber vor allem junge Touristen hier herum.

Heute haben wir dann (zu viert) einen Ausflug zu einem Canyon unternommen, der irgendwann durch ein Erdbeben entstanden ist. Man ist auf einem Boot ueber den Fluss gefahren worden und konnte dabei allerhand Flusskrokodile und Voegel betrachten. War ganz nett, aber irgendwie waren eindeutig zu viele Touristen an Bord, wie ihr unten sehen koennt, und zu viele Boote auf dem Fluss.

Morgen fahren wir, wahrscheinlich ebenfalls zu viert, endlich mal mit dem 2.-Klasse-Bus, nach Palenque. Dort gibt es eigentlich nicht viel, ausser natuerlich die beruehmten Maya-Pyramiden zu bestaunen. Das bedeutet ausserdem schon wieder einen extremen Klimawechsel, dort gibt es naemlich schon richtigen tropischen Regenwald. Und anschliessend ist dann Guatemala angesagt. Ingsesamt ist es ganz cool, zu mehreren Leuten unterwegs zu sein, aber es ist auch ziemlich anstrengend. Der staendige Wechsel zwischen Spanisch und Franzoesisch und sich immer absprechen muessen und so... Die Kommunikation ist einfach anstrengend. Andererseits ist es auch gut, gerade nicht mit Deutschen zu reisen. Davon gabs heute welche im Bus, die einem hollaendischen Paerchen die Probleme zwischen Ost- und Westdeutschen erklaert haben. Und von solchen Dingen will ich hier grad echt nichts wissen.
In Puerto Escondido habe ich zwei Naechte verbracht. Ausser durch das extrem touristische Dorf schlendern und am Strand liegen gab es dort eigentlich nicht viel zu tun. Bin echt froh, dass ich nicht nach Australien gefahren bin, denn diese ganze Surfer-Szene liegt mir irgendwie nicht. Am ersten Tag, an dem ich mir das Dorf angeschaut habe, gab es noch einen beunruhigenden Zwischenfall. Ueber eine Stunde lang hat mich ein Hund verfolgt. Der ist neben mir her spaziert, wenn ich stehen geblieben bi hat er ich immer treuherzig-doof angeschaut, als wollte er fragen, wo ich hin will, und ist mir einfach nicht von der Seite gewichen. Erst hab ich ihn ignoriert, dann hab ich versucht, ihn auszutricksen, hat aber alles nicht geklappt. Als ich an der Touristen-Info vorbei bin, um mir eine Karte zu holen, hab ich der Frau dort von meinem "Problem" berichtet, aber sie hat nur gelacht und meinte, die Hunde hier wuerden "gringos" moegen, weil sie von denen nicht getreten werden, und wahrscheinlich wolle der Hund nur Wasser. Das hat sie ihm auch gegeben, und als der Hund froehlich am schlabbern war bin ich weiter gegangen und habe mich zehn gehminuten entfernt hingesetzt, um etwas zu essen. Nach weiteren 10 Minuten kam auch mein Begleiter wieder angetrottet und hat sich neben mich in den Schatten gelegt. Mhm. Letztendlich hab ich ihn ignoriert und bin schliesslich aufs Klo, dort ein bisschen laenger geblieben und schliesslich war der Hund weg. Mann mann mann, das war echt komisch. Normalerweise moegen Hunde mich nicht, und ich bin ja auch gegen Tollwut geimpft, aber... Zwei Naechte bin ich in Puertob Escondido deshalb geblieben, weil ich ein bisschen Ruhe brauchte und weil ich mich mit David, dem Franzosen aus Oaxaca, treffen wollte, der einen Tag spaeter gekommen ist und mit dem ich bis Palenque unterwegs sein werde. Die Leute im Hostel waren zum grossen Teil auch alle ein bisschen seltsam, aber da ich sonst nichts zu tun hatte, bin ich an einem Abend mit denen nachts zum Strand, ein Bierchen trinken, und am naechsten Abend haben wir erst am Surfer-Strand (der zum Schwimmen zu gefaehrlich ist wegen der hohen Wellen) Tacos gegessen und sind zum Schluss in einer Bar abgestuerzt, die exakt so war, wie ich mir dem Ballermann vorstelle. Nicht schoen. Am naechsten Tag sind David, ich und ein dauerbekiffter Mexikaner aus dem Hostel in Richtung Mazunte aufgebrochen - das hatte den Vorteil, dass wir wenigstens einen dabei hatten, der Spanisch spricht, denn da ich jetzt so viel Franzoesisch rede, sind meine Spanisch-Kenntnisse wieder futsch. Mazunte ist ein kleines Dorf am Meer, viel weniger touristisch, auch weniger entwickelt, total gemuetlich und mit einem wunderschoenen Strand zwischen Felsen, an dem man sogar ein bisschen schnorcheln kann. Viel Sympathischer. Um moeglichst guenstig unterzukommen haben wir uns zu dritt in einem... naja, nicht gerade komfortablen Hostel einquartiert, aber ok, wir waren ja eh die ganze Zeit draussen. David und ich haben wenig spaeter einen Kanadier, Mike, wiedergetroffen, einen der wenigen sympathischen Menschen aus dem Hostel in Puerto Escondido. Der war schon mehrmals in Mazunte und so sind wir, im Schlepptau einen in Quebec lebenden etwas seltsamen Franzosen, gegen Abend auf einen Felsen geklettert, auf dem man den Sonnenuntergang beobachten konnte. Sehr schoen, wenn auch nicht gerade einsam mit mindestens 20 anderen Leuten, die die gleiche Idee hatten...

Auf dem Rueckweg ist unsere Gruppe dann erst mal in eine Drogenrazzia geraten (es hatte niemand was dabei) und kurze Zeit spaeter haben wir die beiden Argentinierinnen wieder getroffen, die, genau wie David und ich, am naechsten Tag nach San Cristobal fahren wollten... Ploetzlich stand auch der bekiffte Mexikaner wieder neben uns und alles war voellig verwirrend angesichts der vielen vielen Sprachen, die mein Gehirn irgendwie verarbeiten musste (der seltsame Franzose sprach naemlich auch Deutsch). Nach einem leckeren Fisch-Essen haben wir noch ein Ska-Konzert am Strand mitgenommen, und dann bin ich ins Bett gefallen und habe mal richtig schoen lange geschlafen.
Am naechsten Morgen nach einem ausgiebigen Fruehstueck und ein bisschen am Strand im Schatten sitzen sind wir (nur noch David und ich) in einem "Collectivo" (alte Pick-Ups, in denen man auf Holzbanken auf der Ladefleache transportiert wird) nach potchutla gefahren, von wo der Nachtbus nach San Cristobal startete. An der Busstation haben wir, wen wundert's, Julietta und Esmeralda wieder getroffen, die ihrerseits ein aelteres deutsches Ehepaar wieder getroffen hatten, und alle gemeinsam im Bus nach San Cristobal. Hier haben wir uns zu viert in einem total sympathischen kleinen Hostel einquartiert, einem Familienbetrieb, wo die Mama uns morgen das Omelett macht und der Papa uns die Raeume gezeigt hat und die zwei Hunde mit den Gaesten spielen. Gestern haben wir uns erst gemeinsam, dann alleine die Stadt angeschaut (natuerlich haben David und ich drei weitere Franzosen aus dem Hostel in Puerto Escondido getroffen, zwei Mal sogar). Nachmitttags haben wir uns im Zentrum wieder getroffen und David und ich wurden in die Geheimnisse des argentinischen Mate-Tees eingeweit, den die Argentinier geradezu zeremoniell geniessen, der in der Fremde als Erkennungsmerkmal untr Argentiniern dient und der mindestens ebenso wichtig ist wie fuer die Italiener ihr Espresso. Kurz und gut: Schmeckt wie eine Mischung aus Gruen- und Schwarztee und wird aus einem Tongefaess durch einen metallenen Strohhalm getrunken. Alles klar?
San Cristobal ist relativ klein, schoen ruhig und bisher die aermste Stadt, die ich mir hier angeschaut habe - Chiapas, der Staat, ist ebenfalls der aermste Mexikos. Es gibt hier einen ziemlich grossen Anteil an indigener Bevoelkerung und einen grossen Markt, auf dem alle moeglichen Kunsthandwerk-Sachen der Maya verkauft werden. Gestern habe ich mir ein Museum bzw. Kulturzentrum angeschaut, das im ehemaligen Haus eines daenischen Archaeologen eingerichtet ist. Dieser Archaeologe hat viele der Maya-Pyramiden entdeckt und die Maya-Kultur erforscht und gleichzeitig dazu beigetragen, dass die Maya die gleichen Rechte wie der Rest der Bevoelkerung erhalten. Die Erloese des Kulturzentrums gehen an indigene Doerfer. Sehr interessant. Natuerlich gibt es auch hier wieder viiieeele schoene bunte Haeuser und sehr viele billige Bars und Restaurants, und es springen weniger, aber vor allem junge Touristen hier herum.

Heute haben wir dann (zu viert) einen Ausflug zu einem Canyon unternommen, der irgendwann durch ein Erdbeben entstanden ist. Man ist auf einem Boot ueber den Fluss gefahren worden und konnte dabei allerhand Flusskrokodile und Voegel betrachten. War ganz nett, aber irgendwie waren eindeutig zu viele Touristen an Bord, wie ihr unten sehen koennt, und zu viele Boote auf dem Fluss.

Morgen fahren wir, wahrscheinlich ebenfalls zu viert, endlich mal mit dem 2.-Klasse-Bus, nach Palenque. Dort gibt es eigentlich nicht viel, ausser natuerlich die beruehmten Maya-Pyramiden zu bestaunen. Das bedeutet ausserdem schon wieder einen extremen Klimawechsel, dort gibt es naemlich schon richtigen tropischen Regenwald. Und anschliessend ist dann Guatemala angesagt. Ingsesamt ist es ganz cool, zu mehreren Leuten unterwegs zu sein, aber es ist auch ziemlich anstrengend. Der staendige Wechsel zwischen Spanisch und Franzoesisch und sich immer absprechen muessen und so... Die Kommunikation ist einfach anstrengend. Andererseits ist es auch gut, gerade nicht mit Deutschen zu reisen. Davon gabs heute welche im Bus, die einem hollaendischen Paerchen die Probleme zwischen Ost- und Westdeutschen erklaert haben. Und von solchen Dingen will ich hier grad echt nichts wissen.
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